SBB-App ausgetrickst: Zürich - Genf in einer Minute
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SBB-App ausgetrickstZürich - Genf in einer Minute

Mit der Mobilbonus-App sammelt man beim Zugfahren Kilometer, um Gutscheine abzugreifen. Mit Apps, die den GPS-Standort verändern, können Zugfahrten ganz einfach simuliert werden.

von
pru
Die SBB-App Mobilbonus lässt sich mit einer GPS-App austricksen. So sind Zugfahrten möglich, ohne dass man das Haus verlässt.

Die SBB-App Mobilbonus lässt sich mit einer GPS-App austricksen. So sind Zugfahrten möglich, ohne dass man das Haus verlässt.

Seit September kann man mit der Mobilbonus-App der SBB ÖV-Kilometer in Gutscheine ummünzen. Per GPS erfasst die App geleistete Zugfahrten von GA- und Halbtaxkunden. Hat man eine gewisse Anzahl gesammelt, kann man die Kilometer in kleine Belohnungen eintauschen - ähnlich dem Prinzip von Migros Cumulus oder der Coop Supercard.

Ein Leser hat uns nun darauf aufmerksam gemacht, dass man mit einem Trick Kilometer sammeln kann, ohne aus dem Haus zu gehen, geschweige denn Zug fahren zu müssen. Er funktioniert allerdings nur auf Android-Smartphones.

App verändert Koordinaten

Alles was man braucht, ist eine App, die den GPS-Standort verändern kann. Damit setzt man seinen Standort auf einen beliebigen Bahnhof, zum Beispiel den Zürcher Hauptbahnhof. Danach wechselt man zur Mobilbonus-App, sucht sich eine möglichst lange Strecke aus und checkt ein. Unsere virtuelle Kaffeefahrt geht von Zürich nach Genf. Statt nun aber tatsächlich unsere welschen Nachbarn zu besuchen, wechselt man wieder zur GPS-App und setzt seinen Standort auf den Zielpunkt Genf. Sofort meldet die Mobilbonus-App, dass man angekommen ist und wie viele Kilometer man gutgeschrieben bekommt. Bevor man den Trick erneut anwenden kann, muss man ein paar Stunden warten. Bei längeren Strecken kann der Zeitunterschied zum Problem werden.

Gelassenheit bei den Bundesbahnen

Den SBB ist das Problem bekannt und man verspricht dort, das Schlupfloch mit einem Update Ende Monat zu stopfen. «Wir sehen das Ganze mit einem Schmunzeln», erklärt SBB-Mediensprecher Christian Ginsig. Der Fehler werde nicht im grossen Stil ausgenutzt und lediglich 20 bis 25 Prozent der App-Nutzer besässen ein Android-Phone und könnten überhaupt davon Gebrauch machen. Sollte sich also noch jemand in den nächsten Wochen einen Haufen Kilometer erschummeln, hat er von den SBB nichts zu befürchten.

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