Aktualisiert 10.07.2014 09:17

Neue Wende beim Frühlingsfest

Zürich ist Gastkanton am Sechseläuten 2015

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah: Nach Absagen aus Luzern und Liechtenstein ist nun Zürich selber Gastkanton am Sechseläuten 2015.

von
rom
Im vergangenen Frühling war Obwalden Gast am Sechseläuten  hier ein Schnappschuss vom Kinderumzug.

Im vergangenen Frühling war Obwalden Gast am Sechseläuten hier ein Schnappschuss vom Kinderumzug.

Der Zürcher Regierungsrat hat beschlossen, dass Zürich als Gastkanton beim Sechseläuten 2015 teilnimmt. Er messe dem Frühlingsfest mit seiner Ausstrahlung über die Kantonsgrenzen hinaus eine grosse Bedeutung zu, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Die Zürcher Teilnahme wird mit Mitteln des Lotteriefonds finanziert - das Kostendach beträgt dabei 350'000 Franken.

Im Mittelpunkt des Gastauftritts des Kantons Zürich steht seine Solidarität mit Kantonen, Regionen und Gemeinden aller Landesteile der Schweiz. Das heisst: Der Lindenhof wird zur Plattform für Berggemeinden. Es ist vorgesehen, aus je einer der vier Sprachregionen der Schweiz eine Bergregion einzubeziehen. Sowohl am Kinderumzug vom Sonntag wie auch am Zug der Zünfte zum Feuer vom Montag nehmen Menschen aus den porträtierten Bergregionen und der Zürcher Patengemeinden teil.

Zürich war 1998 schon mal Gastkanton

«Wir freuen uns sehr über diese Super-Kombination aus Berggemeinden und Kanton Zürich», sagt Andreas Weidmann, Sprecher des Zentralkomitees der Zünfte Zürich. Nach den beiden Absagen seien ihnen diesen Frühling diverse Projekte zugespielt worden. Zudem hätten sie vom Kanton das Signal erhalten, wonach man doch am Gastkanton-Konzept festhalten möge. «Deshalb kontaktieren wir den Regierungsrat», so Weidmann. Dass Zürich sich quasi selber einlädt, findet er nicht absurd. «Erstens ist das Sechseläuten streng genommen ein städtisches Fest und zweitens war Zürich 1998 schon einmal Gastkanton.»

Weidmann schaut auch optimistisch Richtung Sechseläuten 2016. Mit Neuenburg, Jura und Appenzell Ausserrhoden gibt es noch drei Kantone, die noch nie am Zürcher Frühlingsfest waren. «Wir haben die Absicht, diese noch einzuladen», sagt er. Wie viel ein Kanton finanziell für das Sechseläuten aufwenden wolle, sei jedem selbst überlassen. «Obwalden beispielsweise hat dieses Jahr rund 250'000 Franken ausgegeben», sagt Weidmann. Ziel sei es, dass am Ende jeder Kanton einmal dabei war. Dazu gehört auch das kneifende Luzern, das 1991 der erste Gastkanton war.

Absage aus finanziellen Gründen

Das Sechseläuten 2015 stand bislang unter keinem guten Stern. Ursprünglich wäre der Kanton Luzern 2015 Gast gewesen. Die Luzerner Regierung hatte dem Zentralkomitee der Zünfte Zürichs (ZZZ) die Teilnahme bestätigt. Im Januar 2014 jedoch erfolgte die offizielle Absage per Brief. Man machte dafür finanzielle Gründe geltend. Die Organisatoren zeigten sich überrascht über die erstmalige Absage eines Gastkantons.

Nach dieser Absage luden die Zünfter mit dem Fürstentum Liechtenstein erstmals ein ganzes Land ein. Doch auch dies scheiterte. Die Liechtensteiner Regierung zog die Zusage wegen Protesten aus der Bevölkerung Mitte Mai wieder zurück.

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