Aktualisiert 20.04.2007 14:58

Zürich: Kosovaren-Bande muss in den Knast

Das Bezirksgericht Zürich hat eine kosovarische Drogenbande mit bis zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt. Sie hatten über 20 Kilogramm Heroin aus dem Balkan an das linke Zürichseeufer verschoben.

Im Frühling 2005 hatte eine international organisierte Drogenbande aus dem Kosovo grössere Heroinmengen vom Balkan nach Oberglatt (ZH) transportiert. Dort wurde das Heroin von zwei kosovarischen Brüdern im Alter von heute 26 und 23 Jahren in Empfang genommen und später in das Gebiet des linken Zürichseeufers verschoben. Alleine am 1. April 2005 trafen über zwölf Kilogramm Heroin in Oberglatt ein. Danach wurde die Ware kiloweise zu einem Abnehmer aus dem Bezirk Horgen verschoben. Es handelte sich um einen gebürtigen Serben mit Schweizer Pass. Der heute 47-jährige Polier versteckte das Heroin in einem Lager eines Bauunternehmens in Adliswil (ZH) sowie in einer Garage in Richterswil. In Adliswil deponierte er zusätzlich 45 Kilogramm Streckmittel. Am 29. Juni 2005 nahmen die Drogenfahnder in Oberglatt mehrere Mitglieder der Organisation bei einer Drogenübergabe fest.

Den beiden kosovarischen Brüder, dem Polier und einer heute 32-jährigen kosovarischen Betriebsmitarbeiterin aus Adliswil wurden im vergangenen September vor Bezirksgericht Zürich der Prozess gemacht. Die Staatsanwaltschaft warf ihnen Handel mit über 20 Kilogramm Heroin sowie rund 50 Kilogramm Streckmittel vor. Im Gegensatz zum Polier und der Frau waren die beiden kosovarischen Brüder nicht geständig.

Gemäss dem noch nach altem Recht gefällten und nun eröffneten Urteil ist das Bezirksgericht Zürich weitgehend der Anklagebehörde gefolgt. Alle Angeklagten wurden für schuldig befunden und verurteilt. Der ältere der beiden nicht geständigen Brüder erhielt eine Zuchthausstrafe von sieben Jahren. Sein jüngerer Bruder kassierte zweieinhalb Jahre Gefängnis. Sechs Jahre Zuchthaus lautete die Strafe gegen den geständigen Polier. Mit einem blauen Auge kam die Frau. Weil ihr die Polizei nur den Transport von einem Kilogramm Heroin konkret nachweisen konnte, wurde sie antragsgemäss zu einer gerade noch bedingten Gefängnisstrafe von 18 Monaten verurteilt. Die Verteidiger der vier Angeklagten hatten sich für Freisprüche oder für erheblich mildere Sanktionen eingesetzt. (dapd)

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