Zürich lässt Kampfhunde von der Leine
Aktualisiert

Zürich lässt Kampfhunde von der Leine

Ab 1. Mai dürfen im Kanton Zürich auch Hunde der als gefährlich eingestuften Rassen in Ausnahmefällen ohne Leine und Maulkorb herumrennen.

Hundehalter, die beim kantonalen Veterinär um Befreiung von der Leinen- und Maulkorbpflicht nachsuchen, sind gemäss Mitteilung ab kommendem 1. Mai umfassend auskunftspflichtig. Sie müssen mindestens 20 Jahre alt sein, einen festen Wohnsitz sowie ausreichende kynologische Kenntnisse nachweisen und dürfen weder wegen Gewalt- noch schweren Betäubungsmitteldelikten vorbestraft sein. Der jeweilige Hund muss bereits mit einem Mikrochip gekennzeichnet werden, was sonst erst gegen Ende Jahr obligatorisch wird. Zudem prüft das kantonale Veterinäramt die Umstände der Hundehaltung und nimmt Wesensbeurteilungen an den Tieren vor. Alle Abklärungen müssen von den Haltern berappt werden. Die Bewilligung zur Befreiung von der Leinen- und Maulkorbpflicht wird in Form eines Ausweises erteilt, der auf Verlangen der Polizei vorzuweisen ist, wie es weiter heisst. Der Kanton Zürich hatte die Leinen- und Maulkorbpflicht für vier Hunderassen nach dem tödlichen Angriff von drei Pitbulls auf einen Sechsjährigen am vergangenen 1. Dezember in Oberglatt (ZH) eingeführt. Zudem steht das kantonale Hundegesetz vor einer Verschärfung; geprüft werden etwa die Bewilligungspflicht für Hundezucht und -haltung sowie die Meldepflicht bei Bissverletzungen.

Der Kanton Genf hat bereits am (gestrigen) Mittwoch die Bewilligungspflicht für die Kampfhundehaltung eingeführt und die Zucht gefährlicher Hunde verboten. Die Tiere müssen kastriert oder sterilisiert werden. Zurzeit zählt Genf rund 860 potenziell gefährliche Hunde. Der Bundesrat hatte gleichentags bekannt gegeben, er wolle den Schutz vor gefährlichen Hunden mit einer Meldepflicht für Beissunfälle, aber ohne Pitbull-Verbot verbessern. Letzteres bleibt laut ersten Reaktionen aber ein Thema im Parlament. (dapd)

Deine Meinung