Zürich: Mammut-Drogenprozess eröffnet

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Zürich: Mammut-Drogenprozess eröffnet

195 Kilogramm Kokain hat ein heute 41-jähriger Mann zwischen Frühjahr 2002 und Sommer 2005 in die Schweiz geschmuggelt. Jetzt soll der Drogenboss für 10,5 Jahre Gefängnis.

Vor dem Zürcher Bezirksgericht mussten sich der Angeklagte und eine 75-jährige Komplizin am Mittwoch verantworten. Für letztere beantragt die Anklage zwei Jahre Freiheitsstrafe bedingt. Im Oktober müssen drei weitere Angeklagte vor Gericht erscheinen. Die Urteile werden voraussichtlich Ende Oktober eröffnet.

Der Angeklagte hatte zusammen mit seinem Partner 195 Kilo hochwertiges Kokain aus Brasilien in die Schweiz eingeführt. Der Transport erfolgte grösstenteils per Containerschiff. Der Stoff war in Steinplatten oder Kerzen versteckt. Zwischengelagert wurde er in einem Lagerraum im Kanton Aargau.

Im Grossraum Zürich verkaufte der schweizerisch-brasilianische Doppelbürger 135 Kilo Kokain zum Kilopreis von 40 000 Franken. Insgesamt erzielte er einen Umsatz von 5,4 Millionen Franken und einen Reinerlös von rund drei Millionen.

Häuser und Sportwagen

Der Angeklagte ist umfassend geständig. Als Motiv für seinen Einstieg in den Kokainhandel nannte der Architekt seine HIV-Ansteckung: Seither sei ihm alles egal gewesen. Das Geld habe er unter anderem für den Kauf eines Ferrari und für Hauskäufe in Brasilien benutzt

Neben einer Freiheitsstrafe von zehneinhalb Jahren beantragte der Staatsanwalt die Ablieferung von einer Million Franken aus dem illegalen Gewinn. Der Verteidiger bezeichnete seinen Mandanten als unprofessionellen Dealer, der von Profis über den Tisch gezogen worden sei. Sieben Jahre Freiheitsstrafe seien angemessen.

Ebenfalls angeklagt ist eine 75-jährige Frau. Sie hatte für den Hauptangeklagten drei Kilo Kokain per Flugzeug aus Brasilien nach Zürich geschmuggelt.

(sda)

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