Zürich: Massive Zunahme der Wohnungseinbrüche

Aktualisiert

Zürich: Massive Zunahme der Wohnungseinbrüche

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in den Stadtkreisen 3, 4, 5 und 8 ist im Jahr 2003 massiv angestiegen. Pro Tag wird im Kanton Zürich durchschnittlich 43-mal eingebrochen.

«Nach Jahren des Rückgangs ist die Zahl der Einbrüche im Kanton Zürich um 2430 auf 15 625 angestiegen», sagt Erich Wolfer von der Kantonspolizei Zürich bei der Präsentation der Einbruch-Statistik 2003. Das entspricht einer Zunahme von 18,3%.

Auf dem Land stieg die Zahl der Einbrüche um 12,6%, in der Stadt um 26,4%. In einzelnen Stadtkreisen war die Zunahme frappant: Der Kreis 3 etwa verzeichnete ein Plus von 45% (von 644 auf 934 Fälle), im Kreis 4 stieg die Zahl der Einbrüche um 44% auf 833, im Kreis 5 um 44,8% auf 475 und im Kreis 8 um 46% (von 239 auf 349).

Weshalb dieser markante Anstieg? «Ein Grund ist, dass diese Kreise vom Milieu und Drogenhandel belastet sind», so Wolfer. «Zudem führt die Anonymisierung dazu, denn Nachbarn sind der beste Schutz vor Einbrechern.» Marco Cortesi von der Stadtpolizei Zürich führt die Zunahme auch auf den Kriminaltourismus zurück. Von den insgesamt 1188 ermittelten Tatverdächtigen waren 674 oder 56,7% Ausländer.

Dealer ziehts in die Agglo

Im Kanton Zürich sind im letzten Jahr 104 Kilo Heroin, 147 Kilo Kokain und rund 60 000 Ecstasy-Tabletten sichergestellt worden. Die Zahl der Betäubungsmitteldelikte ist gegenüber dem Vorjahr von 13 851 auf 13 914 angestiegen und jene der ermittelten Tatverdächtigen von 10 706 auf 10 725. Eine Verschiebung der Delikte von der Stadt Zürich aufs Land ist feststellbar: «Die hohe Polizeipräsenz in den Kreisen 4 und 5 hat dazu geführt, dass Dealer in die Agglomeration oder aufs Land ausweichen», sagte Norbert Klossner von der Kantonspolizei Zürich gestern vor den Medien.

Daniel Zumoberhaus

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