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Zürich: Puffs buhlen um 16-jährige Girls

Im Kampf um Freier stellen immer mehr Zürcher Bordelle minderjährige Mädchen ein. Amnesty International ist entsetzt.

«Du bist ein aufgestelltes Girl zwischen 16 und 28 Jahren und möchtest viel Geld verdienen?» So buhlt etwa ein einschlägig bekanntes Etablissement in Zürich auf seiner Website um junge Mädchen. Mit Erfolg: Diverse Teenager, die ihre professionellen Liebesdienste anbieten, sind minderjährig, wie die für die Anstellung der Girls Verantwortliche gegenüber 20 Minuten sagte. Kein Einzelfall: Zahlreiche weitere Puffs werben mit Minderjährigen.

Obwohl es legal sein kann, dass auch 16- und 17-Jährige in Sexclubs arbeiten, ist dies wohl so gut wie nie der Fall: Wenn eine Minderjährige in einem Bordell aufgeschnappt wird, könnte der Straftatbestand Förderung der Prostitution gegeben sein. Zudem bräuchte eine minderjährige Sexworkerin einen Arbeitsvertrag, um legal in einem Salon zu arbeiten – von den Eltern unterschrieben, notabene.

Oder als selbstständige Prostituierte bräuchte sie einen Mietvertrag, dessen Unterzeichnung auch nur mit dem Segen der Eltern möglich ist. Die Zürcher Stadtpolizei geht jedem Hinweis nach. «Glücklicherweise registrieren wir solche Fälle aber höchst selten», sagt Sprecherin Susann Birrer.

Amnesty International ist über den Missbrauch von Minderjährigen für die Prostitution entsetzt: «Wir werden diese Problematik im Rahmen unserer Kampagne ‹Stoppt Gewalt gegen Frauen› thematisieren», so Mediensprecher Jürg Keller.

Nico Menzato

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