Sicherheit: Zürich schickt Inspektoren auf Zebrastreifen-Safari

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SicherheitZürich schickt Inspektoren auf Zebrastreifen-Safari

Die Stadt Zürich nimmt bis Ende 2016 jeden einzelnen Zebrastreifen unter die Lupe. Ziel des Projektes ist es, die Sicherheit der Fussgänger zu steigern.

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Eine Massnahme des Sicherheitsprojekts ist das Zurückschneiden des Grünwuchses.

Eine Massnahme des Sicherheitsprojekts ist das Zurückschneiden des Grünwuchses.

Stadt Zürich
Zur besseren Sichtbarkeit werden Bodenmarkierungen erneuert.

Zur besseren Sichtbarkeit werden Bodenmarkierungen erneuert.

Stadt Zürich

Jeden einzelnen der rund 3500 Zebrastreifen nimmt die Stadt Zürich bis Ende 2016 unter die Lupe. Die verschiedensten Aspekte werden analysiert und Massnahmen zur Verbesserung eingeleitet.

Zürich sei zwar schon heute eine der verkehrssichersten Städte weltweit, wie Polizeivorsteher Richard Wolff (AL) am Donnerstag vor den Medien ausführte. «Wir können aber immer noch besser werden.» Für die Erfassung zuständig ist die städtische Dienstabteilung Verkehr. Start war im Herbst 2014.

Fast keine Zusatzkosten

Eine hundertprozentige Sicherheit könne es nie geben, räumte Wolff ein. Was man aber verbessern könne, das wolle man tun. Mit dem Projekt soll erhoben werden, was man etwa durch klarere Signalisierung, besseres Licht, geeignetere Platzierung und erhöhte Übersichtlichkeit erreichen kann.

Jeder Fussgängerstreifen wird aufgrund eines minutiösen Katalogs von rund 50 Kriterien bewertet. Pro Übergang ist ein Gesamtaufwand von etwa 45 Minuten nötig. Zusatzkosten fallen dafür nicht an - die Arbeiten sind Teil der laufenden Unterhaltskosten. Nur das eigens für die «Zebra-Safari» entwickelte Computerprogramm verursachte externe Kosten von 100'000 Franken, wie Wolff sagte.

Erfassung Ende 2016 komplett

Ein Teil der Erhebung kann deshalb am Bildschirm erfolgen. Auf diese Weise wurden laut Wernher Brucks, Bereichsleiter Verkehrssicherheit der Dienstabteilung Verkehr, bereits 3000 der etwa 3500 Zebrastreifen in der Stadt erfasst. Dazu kommt jeweils ein Augenschein vor Ort. Dieser erfolgte bisher an rund 400 Streifen.

Ende 2016 soll die Erfassung abgeschlossen sein, sagte Brucks. Dann wisse man auch erst exakt, wie viele Fussgängerstreifen es in der Stadt gebe. Anfang 2017 liege die Gesamtbeurteilung vor. Dann folgen die konkreten Sanierungsarbeiten.

Unfallserie gab Anstoss

Abhilfe schaffen kann man mit kurz- und längerfristigen Massnahmen. Manchmal hilft schon ein Auffrischen der Farbe am Boden oder ein Versetzen eines Schildes, das die Sicht versperrt. Manchmal sind bauliche Veränderungen nötig oder eine Strassenlampe muss neu gesetzt werden.

2011 hatte eine Serie von Unfällen auf Fussgängerstreifen an den verschiedensten Orten die Schweiz aufgeschreckt. Eine vom Bund erarbeitete Verordnung zur Erhöhung der Sicherheit an Fussgängerstreifen wurde allerdings von Kantonen und Gemeinden als zu hart - und zu teuer - abgelehnt. Zurzeit ist eine weniger strenge Norm in der Vernehmlassung.

Mehr Sicherheit seit 1971

In der Stadt Zürich verunfallen heute jedes Jahr rund 90 Personen auf Fussgängerstreifen - 2014 waren es 87. Von 2009 bis 2013 starb dabei pro Jahr durchschnittlich ein Mensch. Von der Unfallserie 2011 sei die Stadt Zürich nicht betroffen gewesen, sagte Wolff.

Vergleicht man die Zahlen von heute mit jenen von 1971 erscheint die Sicherheitssteigerung wie ein Quantensprung: Damals - bei weniger Verkehr und Einwohnern - fielen in der Stadt Zürich 81 Menschen dem Strassenverkehr zum Opfer. In den letzten Jahren sind es jeweils zwischen 4 und 12. (sda)

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