Generation Internet: Zürich schickt Schüler ins Informatik-Camp
Aktualisiert

Generation InternetZürich schickt Schüler ins Informatik-Camp

Nebst Lesen, Schreiben und Rechnen sollen Schüler künftig schon früh den Umgang mit Computern lernen. Die Stadt Zürich plant Informatik-Kurswochen – schon für Erstklässler.

von
blu
Zürcher Schüler sollen in IT-Kursen lernen, sinnvoll mit digitalen Medien umzugehen.

Zürcher Schüler sollen in IT-Kursen lernen, sinnvoll mit digitalen Medien umzugehen.

Das Internet hat in den letzten Jahren stets an Bedeutung gewonnen. Facebook, Twitter oder Youtube sind für Kinder und Jugendliche schon eine Selbstverständlichkeit. Und ob Computer oder auf Smartphones – digitale Medien sind in Zukunft nicht mehr wegzudenken. Damit die Jungen aber sinnvoll damit umgehen können, will das Schulamt der Stadt Zürich sie in extern geführten Informatik-Camps schulen lassen.

Schon heute werden an mehreren Schulen Tabletcomputer oder multimediale Wandtafeln eingesetzt. Laut Sarah Genner, Medienpsychologin an der ZHAW, ist die technische Infrastruktur eine gewaltige Herausforderung, wie die NZZ schreibt. Das Städtische Schulamt startet nun nach den Sommerferien sogenannte IT-Kurswochen. Darin sollen Schüler bereits in der 1. Primarklasse etwa das Produzieren von Videoclips und die Recherche auf Kinder-Websites lernen. Laut Schulamt werden Schüler der 4. bis 6. Primarklasse sowie der 1. bis 3. Sekundarstufe in Klassenlagern unterrichtet.

Informatik im Lehrplan 21

Angeboten werden sollen Intensiv-Grundlagenkurse in Office-Programmen und Internet. Die Kinder sollen aber auch lernen, wie sie einen Klassenlager-Blog oder eine Website gestalten und wie sie multimediale Inhalte aufbereiten, wie das Schulamt schreibt. «Wir gehen davon aus, dass die Informatik neben dem Lesen, Rechnen und Schreiben zunehmend wichtiger wird», sagte Marcel Bachmann, Direktor des Schulamts der Stadt Zürich, zur NZZ. Man habe dieses Vorgehen in Pilotprojekten getestet und positive Rückmeldungen erhalten.

Die Stadt stellt zwar Lagerhäuser für die Camps zur Verfügung, wird die Kurse jedoch nicht selber durchführen: Sie sucht nach externen Anbietern, die auch über Equipment wie Laptops, Software oder Kopfhörer, Foto- und Videokameras für die Schüler verfügen.

Der Umgang mit Informatik ist auch ein Thema in den Diskussionen um den Lehrplan 21. Lilo Lätzsch, Präsidentin des Zürcher Lehrervebands, kritisiert, dass der Informatik darin zu wenig Wichtigkeit zugeordnet werde. Sie begrüsst das Vorhaben der Stadt.

Deine Meinung