Abstimmung 27.11: Zürich soll 573 Millionen Franken in klimafreundliches Heizen investieren

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Abstimmung 27.11Zürich soll 573 Millionen Franken in klimafreundliches Heizen investieren

Öl- und Gasheizungen sollen in der Stadt Zürich verschwinden. Dafür sollen thermische Netze zukünftig einen Grossteil der Heizenergie in sechs Stadtquartiere liefern.

von
Lynn Sachs
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Ein Rohrleitungsnetz, durch welches erhitztes oder abgekühltes Wasser fliesst, soll bis 2040 60 Prozent des Siedlungsgebiets in Albisrieden, Altstetten, Aussersihl, City, Enge und Höngg mit klimafreundlicher Heizenergie versorgen.

Ein Rohrleitungsnetz, durch welches erhitztes oder abgekühltes Wasser fliesst, soll bis 2040 60 Prozent des Siedlungsgebiets in Albisrieden, Altstetten, Aussersihl, City, Enge und Höngg mit klimafreundlicher Heizenergie versorgen.

Pierre Kellenberger
Öl- und Gasheizungen erzeugen 50 Prozent der direkten CO2-Emissionen in der Stadt Zürich.

Öl- und Gasheizungen erzeugen 50 Prozent der direkten CO2-Emissionen in der Stadt Zürich.

20min/Anna Bila
Mit dem Ausbau von thermischen Netzen sollen gemäss Schätzungen jährlich rund 52’000 Tonnen CO2 eingespart werden.

Mit dem Ausbau von thermischen Netzen sollen gemäss Schätzungen jährlich rund 52’000 Tonnen CO2 eingespart werden.

Pierre Kellenberger

Darum gehts

Die Stadt Zürich will bis 2040 den CO2-Ausstoss auf Netto-Null reduzieren. Dafür hat sich die Stimmbevölkerung im Mai ausgesprochen. Über eine Massnahme, um dieses Ziel zu erreichen, wird am 27. November abgestimmt.

Darüber wird abgestimmt

Laut dem Stadtrat verursachen Öl- und Gasheizungen aktuell 50 Prozent der direkten CO2-Emissionen. Vor diesem Hintergrund will die Stadt sogenannte thermische Netze ausbauen. Ein Rohrleitungsnetz, durch welches erhitztes oder abgekühltes Wasser fliesst, soll bis 2040 60 Prozent des Siedlungsgebiets in Albisrieden, Altstetten, Aussersihl, City, Enge und Höngg mit klimafreundlicher Heizenergie versorgen. Als Energiequellen genutzt werden beispielsweise Abwärme aus dem Klärwerk Werdhölzli, See- und Flusswasser oder Abwasser.

Mit dem Ausbau von thermischen Netzen sollen gemäss Schätzungen jährlich rund 52’000 Tonnen CO2 eingespart werden. Die Erweiterung der Wärmeversorgung von den Elektrizitätswerken der Stadt Zürich (EWZ) auf sechs Teilgebiete kostet voraussichtlich 573 Millionen Franken. Mit diesem Rahmenkredit kann das EWZ die notwendigen Ausgaben vorfinanzieren. Über die Bewilligung dieses Rahmenkredits wird nun abgestimmt.

Bestehende und geplante Energieverbunde der EWZ

Bestehende und geplante Energieverbunde der EWZ

EWZ

Wer ist dafür, wer dagegen?

Der Stadtrat und der Gemeinderat empfehlen, die Vorlage anzunehmen. Mit dem Ausbau der thermischen Netze könne die Stadt ihre energiepolitische Vorbildfunktion festigen und wesentliche Beiträge zur Reduktion des Ressourcenverbrauchs, der CO2-Emissionen und weiterer Luftschadstoffe sowie zum Klima- und Umweltschutz leisten. Ebenso haben sich alle Parteien ausser der SVP hinter die Initiative gestellt.

Die SVP lehnt die Vorlage ab, Grund dafür: Das Projekt sei nicht zu Ende gedacht. Es stelle wegen des für den Betrieb der Wärmepumpen und dem Verbundnetz benötigten Stroms ein Ausfallrisiko in der städtischen Wärmeversorgung dar. Ein Konzept mit vielen privaten dezentralen Heizanlagen, die von Eigentümern in Selbstverantwortung erbaut, gewartet und betrieben werden, sei hingegen sinnvoller.

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