Neues Museum: Zürich soll ein Hotspot für digitale Kunst werden
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Neues MuseumZürich soll ein Hotspot für digitale Kunst werden

Gamedesigner Christian Etter will im Januar im Migros-Hochhaus Herdern das erste Museum für digitale Kunst in Europa eröffnen. Nur etwas Geld fehlt noch.

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som
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Im Erdgeschoss des Migros-Hochhauses gegenüber dem Toni-Areal soll das Museum of Digital Art untergebracht werden.

Im Erdgeschoss des Migros-Hochhauses gegenüber dem Toni-Areal soll das Museum of Digital Art untergebracht werden.

So soll das Museum dereinst von aussen aussehen.

So soll das Museum dereinst von aussen aussehen.

Nun sammeln die Initianten Caroline Hirt und Christian Etter Geld für den Umbau.

Nun sammeln die Initianten Caroline Hirt und Christian Etter Geld für den Umbau.

Der bekannte Schweizer Gamedesigner Christian Etter gibt kaum Interviews und sein Gesicht hat er in der Öffentlichkeit noch nie gezeigt. Nun ändert der 33-Jährige aber seine Grundsätze für sein jüngstes Projekt. Ausgerechnet eines, mit dem er kein Geld verdienen wird. Vielmehr geht es ihm beim Museum of Digital Art (MuDA) um ein persönliches Anliegen, wie er sagt.

Es begann damit, als er vor fünf Jahren nach einem längeren London-Aufenthalt zurück nach Zürich zog: «Ich ärgerte mich, dass es hier kaum digitale Kunst zu sehen gab.» Also gründete er die Non-Profit-Organisation Digital Arts Association: «Unser Ziel ist es, einen Ort zu schaffen, der digitale Kunst von Weltformat zeigt, ohne dass eine schwerfällige Organisation dahintersteckt.»

Öffentlichkeit soll bestimmen, ob Projekt zu Stande kommt

Im Migros-Hochhaus Herdern gegenüber dem Toni-Areal im Kreis 5 wurden sie fündig, so Etter: «Man bot uns die ehemalige Empfangshalle im Erdgeschoss zu einem zahlbaren Mietzins an.» Dank Spenden aus der Privatindustrie sind die Kosten für das erste Betriebsjahr auch schon gedeckt. Nun sammeln sie in den nächsten 30 Tagen noch mittels Crowdfunding 100'000 Franken für den Umbau der Räume, wie Etter erklärt: «Die Öffentlichkeit soll bestimmen, ob das Projekt zu Stande kommt.»

Falls die Aktion erfolgreich ist, steht laut Etter in Zürich bereits im Januar 2016 das erste Museum für digitale Kunst in Europa. «Wir zeigen dort physische Installationen, die aber programmiert wurden.» Ebenfalls soll das MuDA ein neutraler Ort sein, an dem jenseits von politischen und wirtschaftlichen Interessen über Themen wie Netzneutralität, künstliche Intelligenz oder Datensicherheit diskutiert werden könne, so Etter: «Wir wollen auch junge Leute motivieren, selbst Programmierer oder Ingenieur zu werden, indem wir ihnen zeigen, dass man mit digitaler Technologie schöne und spannende Dinge erschaffen kann.»

SBB-Tafel an der ersten Ausstellung

Die Idee für die erste Ausstellung steht bereits fest: «Wir verhandeln derzeit mit der SBB, dass sie uns die grosse Anzeigetafel im Hauptbahnhof Zürich zur Verfügung stellt.» Diese werde dann so umprogrammiert, dass man anstelle der Abfahrtszeiten und Ortsnamen interaktive Muster sehen könne.

Geld für das Museumsprojekt kann man unter kickstarter.com spenden. Die Homepage des Museums lautet muda.co.

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