Aktualisiert 21.05.2013 12:50

Verschärftes Gesetz«Zürich soll nicht zum Hooligan-Mekka werden»

Hooligans sollen künftig härter angepackt werden. Im Fokus stehen vor allem die Hochrisikiospiele. Kanton und Städte werben schon jetzt für ein Ja am 9. Juni an der Urne.

von
SDA
Hooligans sollen künftig härter angepackt werden.

Hooligans sollen künftig härter angepackt werden.

Der Kanton Zürich will das verschärfte Hooligan-Konkordat massvoll, aber konsequent durchsetzen. «Ich will kein Mekka von gewalttätigen Hooligans», sagte Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) am Donnerstag vor den Medien. Das letzte Wort hat allerdings das Volk am 9. Juni.

Zusammen mit dem Zürcher Polizeivorsteher Daniel Leupi (Grüne), der Klotener Stadträtin Priska Seiler Graf (SP) und der Winterthurer Stadträtin Barbara Günthard-Maier (FDP) warb Fehr am Donnerstag für das revidierte Hooligan-Konkordat. Das Volk stimmt zwar erst in drei Monaten darüber ab. Es sei aber angezeigt, rechtzeitig Transparenz zu schaffen, wie die Massnahmen umgesetzt werden, sagte Fehr.

Viel verspricht sich Fehr von den Rayonverboten. Für diese galt bisher eine Maximaldauer von einem Jahr. Neu können Rayonverbote für eine Dauer von bis zu drei Jahren ausgesprochen und die ganze Schweiz umfassen. Anfang dieses Jahres waren im Kanton Zürich 42 Personen mit einem Rayonverbot belegt. Zudem hatten 292 Personen Stadionverbote.

Bewilligungen mit Auflagen

Vorgesehen ist neu zudem eine Bewilligungspflicht für Fussball- und Eishockeyspiele der obersten Spielklasse. Diese ermöglichen es Auflagen auszusprechen etwa zur Zahl der einzusetzenden privaten Sicherheitskräfte oder zum Alkoholausschank. Gleichzeitig soll es möglich sein, Tickets für die Gästesektoren nur noch an Besucher zu verkaufen, die mit den organisierten Transporten anreisen.

In Zürich liegt dabei der Fokus auf so genannten Hochrisikospielen. Im Fussball sind dies Spiele mit Beteiligung des FC Basel sowie die Spiele der beiden Stadtzürcher Fussballrivalen FCZ und GC. Eishockeyspiele gibt es in dieser Risikostufe derzeit keine.

Bei Spielen der «Stufe rot» gilt - wie bisher - ein Alkoholverbot. Und auch bei Leibesvisitationen wird die bisherige Praxis weitergeführt: Private Sicherheitsdienste dürfen Matchbesucher über den Kleidern nach gefährlichen Gegenständen abtasten, die Polizei kann auf konkreten Verdacht hin unter den Kleidern durchsuchen.

Das öffentliche Leben dürfe nicht auf den Fussball ausgerichtet werden.

Sehr froh ist Leupi über die Bewilligungspflicht. «Wir haben damit Einfluss auf die Anspielzeiten und können so verhindern, dass Fussballspiele am Samstagabend angesetzt werden, wenn in der Stadt ohnehin viel los ist». Das öffentliche Leben dürfe nicht auf den Fussball ausgerichtet werden.

Regierungsrat Mario Fehr geht davon aus, dass bis Ende April 7 Kantone definitiv dem Konkordat beitreten werden. (SDA/sda)

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