Corona-Krise sorgt für Einbruch: Zürich Tourismus will Läden am Sonntag öffnen
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Corona-Krise sorgt für EinbruchZürich Tourismus will Läden am Sonntag öffnen

Die Zahl der Übernachtungen ist in der Tourismusregion Zürich um fast zwei Drittel eingebrochen. Besonders stark betroffen ist die Stadt Zürich.

von
Thomas Mathis
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Shopping in der Zürcher Bahnhofstrasse am Sonntag statt nur Montag bis Samstag?

Shopping in der Zürcher Bahnhofstrasse am Sonntag statt nur Montag bis Samstag?

Urs Jaudas
Das schlägt Zürich Tourismus vor zur Erholung von der Corona-Krise.

Das schlägt Zürich Tourismus vor zur Erholung von der Corona-Krise.

Urs Jaudas
Die Übernachtungen im Raum Zürich-Baden-Zug sind um über 65 Prozent eingebrochen.

Die Übernachtungen im Raum Zürich-Baden-Zug sind um über 65 Prozent eingebrochen.

Tamedia / Reto Oeschger

Darum gehts

  • Die Logiernächte im Raum Zürich sind um über 65 Prozent eingebrochen.

  • Zürich Tourismus schlägt etwa vor, die Läden künftig auch am Sonntag zu öffnen.

  • Die Zürcher Hoteliers befürchten einen verstärkten Fachkräftemangel.

In der Tourismusregion Zürich ist die Anzahl der Übernachtungen im vergangenen Jahr um über 65 Prozent auf 2,26 Millionen eingebrochen. Die Region reicht von Baden bis Winterthur und Zug. Noch stärker ist das Minus in der Stadt Zürich mit gut 69 Prozent. Im Vergleich zu anderen Städten in der Schweiz sei dies das grösste Minus, heisst es in einer Mitteilung vom Freitagnachmittag. Vor der Corona-Krise wies Zürich noch ein Plus von knapp drei Prozent auf.

Martin Sturzenegger, Direktor von Zürich Tourismus, sprach an einer Medienkonferenz von einem nicht erfreulichen Rekord für die Stadt Zürich. Klarer Treiber des Einbruchs seien die fehlenden Reisenden aus China und den USA. Er gab sich dennoch zuversichtlich. Trotz der Krise habe es auch Highlights gegeben. Als Beispiele erwähnte Sturzenegger etwa die Sommer-Kampagne für Zürich und das Hoffnungsfeuer in der Adventszeit auf der Limmat.

Offene Läden am Sonntag?

Auch Guglielmo L. Brentel, Präsident von Zürich Tourismus, sagte zum Schluss: «Wir hoffen, dass wir in einem Jahr den Aufwärtstrend kommentieren können.» Ein wichtiger Bestandteil für eine Erholung sei insbesondere der Flughafen Zürich. Unter vier Stichworten will Zürich Tourismus eine Diskussion lancieren: Dazu gehören laut Brentel etwa Sonntagsöffnungszeiten. «So eine Massnahme wäre schnell und unkompliziert umgesetzt.» Auch über ein «Nachfolgeprojekt» des Hafenkrans am Limmatquai wird derzeit nachgedacht.

Die derzeitige Zimmerauslastung liegt im Raum Zürich bei 5 bis 30 Prozent, wie der oberste Zürcher Hotelier Martin von Moos sagte. «Für die Hotels gab es im Sommer keine Erholung.» Derzeit würden etwa kulinarische Angebot im Hotel zu einer besseren Auslastung beitragen. Dennoch warnt er: «Wir müssen damit rechnen, dass es trotz Hilfen für einige andere Hotels nicht reichen wird.»

«Ausbildung hat gelitten»

Bisher mussten elf Hotels aufgrund der Krise schliessen, 40 Prozent seien temporär geschlossen, so von Moos. Von der Krise könnten laut ihm vor allem grosse Ketten profitieren, die Hotels übernehmen. Von Moos befürchtet zudem einen verstärkten Fachkräftemangel nach der Krise: «Die Ausbildung hat in der Krise gelitten.» Deshalb wurde das Projekt «Gastro Porto» mit Trainings und Kursen für Lernende auf die Beine gestellt. Alle 500 Lehrlinge, die sich aktuell im letzten Lehrjahr befinden, sollen so gut vorbereitet bei der Lehrabschlussprüfung antreten können.

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