Finanzausgleich: Zürich und Zug zahlen noch mehr an die Berner
Aktualisiert

FinanzausgleichZürich und Zug zahlen noch mehr an die Berner

Im nächsten Jahr müssen die reichen Kantone nochmals deutlich mehr in den Finanzausgleich einzahlen. Am meisten Geld erhält wie bisher der Kanton Bern.

Zürich, Zug, Schwyz, Obwalden und Genf müssen 2015 pro Kopf am meisten in den Finanzausgleich einzahlen.

Zürich, Zug, Schwyz, Obwalden und Genf müssen 2015 pro Kopf am meisten in den Finanzausgleich einzahlen.

Die provisorischen Zahlen für den Finanzausgleich zwischen den Kantonen für 2015 sind da. Die drei grössten Geberkantone bleiben weiterhin die gleichen: Zürich, Zug und Genf. Das geht aus den Zahlen hervor, welche die Eidgenössische Finanzverwaltung am Dienstag veröffentlichte. Aus dem Ausgleich profitiert wie bisher der Kanton Bern.

417 Millionen Franken muss der Kanton Zürich einzahlen. Dies sind fast 50 Millionen Franken mehr als noch in diesem Jahr und stellt den grössten Einzahlungsbetrag dar. Zug zahlt mit 317 Millionen Franken 37 Mio. Fr. mehr ein, während Genf mit 256 Millionen Franken deutlich weniger beisteuern wird - minus 14 Millionen Franken.

Bern erhält 1,23 Milliarden Franken

Spitzenreiter in absoluten Zahlen bei den Nehmerkantonen bleibt der Kanton Bern, der mit rund 1,23 Milliarden Franken etwa gleich viel wie dieses Jahr erhält. Es folgt das Wallis (560 Mio. Fr.), das 46 Millionen Franken mehr erhält als 2013.

Auf dem dritten Platz der Nehmerkantone findet sich Freiburg (417 Mio. Fr. ), obwohl es rund 26 Millionen Franken weniger erhält als im Vorjahr. Der Kanton St. Gallen erhält hingegen rund 13 Millionen Franken und gehört damit mit 405 Millionen Franken zu denjenigen vier Kantonen, welche mehr als 400 Millionen Franken erhalten.

Tessin wieder ressourcenschwacher Kanton

Das Tessin wechselt wieder zur Gruppe der ressourcenschwachen Kantone. Dennoch wird der Kanton nicht vom Geber zum Nehmer: Denn das Tessin erhielt auch dieses Jahr Gelder aus dem Finanzausgleich - als einziger ressourcenstarker Kanton.

Dies liegt daran, dass der Kanton aus dem Lastenausgleich eine hohe Entschädigung aufgrund seiner Bevölkerungsstruktur und geografisch-topografischen Lage erhält. Nächstes Jahr wird das Tessin 35 Millionen Franken erhalten, knapp 10 Millionen Franken mehr als 2014.

Wie im laufenden Jahr gehören neun Kantone zu den Netto-Zahlern und siebzehn Kantone zu den Netto-Bezügern. Die Kantone können nun zu den Berechnungen Stellung nehmen. (sda)

Zürcher Finanzdirektion : «Wir mussten damit rechnen»

Im Kanton Zürich, wo im kommenden Jahr 50 Millionen Franken mehr in den Finanzausgleich eingezahlt werden müssen, hält sich der Schock über den neuen Beitrag in Grenzen. «Wir mussten damit rechnen», sagte der Sprecher der Finanzdirektion am Dienstag auf Anfrage.

Für die Berechnung würden immer drei aufeinanderfolgende Jahre verwendet. Für die NFA-Berechnung des Jahres 2015 wurden die Jahre 2009/2010/2011 genommen - also die Jahre nach der Finanzkrise, in denen sich die Wirtschaft erholte. «Deshalb steigt der NFA-Beitrag für Zürich jetzt wieder an.»

Einen Höchststand hat der NFA-Beitrag mit den 417 Millionen Franken vom kommenden Jahr aber noch nicht erreicht. Zürich zahlte in früheren, noch besseren Zeiten auch schon eine halbe Milliarde an die ärmeren Kantone. (sda)

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