Zürich verlangt Ende der deutschen Schikanen

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FluglärmZürich verlangt Ende der deutschen Schikanen

Aufgrund der Ergebnisse der deutsch-schweizerischen Lärmanalyse zum Flughafen Zürich spricht die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Rita Fuhrer Klartext: Sie verlangt den Rückzug der 2003 von Deutschland erlassenen Sperrverordnung für Überflüge über Süddeutschland.

Die Fakten zeigten, dass auf deutschem Gebiet nirgends die nach deutschem Recht festgelegten Grenzwerte erreicht würden, teilte die Volkswirtschaftsdirektion am Freitag mit. Die seit Jahren aufgestellte Behauptung, die Schweiz betreibe systematischen Lärmexport nach Deutschland, habe sich damit als haltlos erwiesen.

Deutschland müsse nun von der 2003 einseitig erlassenen Durchführungsverordnung (DVO) mit Sperrzeiten am Morgen, Abend und an Wochenenden Abstand nehmen, fordert Regierungsrätin Rita Fuhrer (SVP). Sie geht davon aus, dass auch bei einer Aufhebung der Verordnung die Lärmgrenzwerte in Deutschland nicht überschritten werden, wie Fuhrer auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte.

Flughafen Zürich nicht diskriminieren

An den Messungen habe sie vor allem überrascht, dass gemäss Hochrechnung auch im Jahre 2024 (bei Auslastung des Flughafens mit jährlich rund 350 000 Flugbewegungen) die Lärmgrenzwerte in Deutschland noch nicht überschritten würden, sagte Fuhrer weiter. Es gelte jetzt eine Lösung zu finden, die für den Flughafen Zürich am wenigsten einschneidend sei und für die Bevölkerung die grösstmögliche Entlastung bringe.

Im Zusammenhang mit dem Regierungswechsel in Deutschland sagte Fuhrer, das neue Kabinett messe dem Lufverkehrsstandort Deutschland grosse Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung bei. Was die deutsche Regierung für sich in Anspruch nehme, müsse sie auch der Schweiz zugestehen. Deshalb dürfe sie den Flughafen nicht weiter mit Beschränkungen diskriminieren.

Kritik der Fluglärm-Gegner

Für die Zürcher Organisation Bürgerprotest Fluglärm Ost stellt sich die Frage, wieso der Zürcher Regierungsrat 2,45 Milliarden Franken Steuergeldern für den Ausbau des Flughafens investieren wolle, nur damit Süddeutschland vom Fluglärm entlastet werde, den es gar nicht habe. Der SIL-Prozess müsse in neue Wege geleitet werden.

Für die Bürgerorganisation IG Nord zeigt die Analyse einmal mehr auf, dass der Norden die Hauptlast des Fluglärms trägt. Die Organisation will sich weiterhin konsequent gegen jegliche Bestrebungen stellen, den Fluglärm über dem Norden zu kanalisieren.

(sda)

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