Aktualisiert 03.11.2009 23:09

Matt Damon«Zürich war grossartig, aber speziell»

«Teigig» sollte Matt Damon für die Rolle des Mark Whitacre in Steven Soderberghs Satire «The Informant!» aussehen. Wie er das schaffte, und wie ihm die Dreharbeiten in der Schweiz gefielen, verrät er im 20 Minuten Exklusiv-Interview.

von
Raya AbiRached

Matt Damon, für die Dreharbeiten (Video) zu «The Informant!» wart ihr auch zwei Tage in Zürich. Wie gefiel dir die Stadt?

Es war grossartig. Wir haben diese Szenen gedreht, nachdem der Film eigentlich schon fertig war. Wie Steven (Soderbergh) halt so ist, wurde alles schon geschnitten und fertig gemacht, bis auf diese beiden kleinen Szenen. Die waren dann nur als Panoramabilder drin, eines aus Paris und eines aus Zürich. Wir gingen also dahin, ungefähr drei Monate, nachdem der Rest gemacht worden war. Wir mussten schauen, wem es wann passt. Dabei haben wir uns auch nach den Stundenplänen meiner Kinder gerichtet. Wir haben dann einen passenden Zeitpunkt gefunden und es war schlussendlich sehr schnell abgedreht. Wie eigentlich alles, was Steven dreht.

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Du spielst eine Rolle (Video), bei dem man dich äusserlich fast nicht wiedererkennt. Die Vorbereitung darauf hat doch sicher sehr viel Spass gemacht, oder?

Ja, das war wirklich spassig! Ich habe einfach nur gegessen... Ich hatte Steven ein paar Monate vor Drehbeginn eine E-Mail geschickt und ihn gefragt, wie er sich den Typen überhaupt vorstelle. Er hat nur ein Wort zurückgeschrieben: teigig. Das wars! Ich habe zu meiner Frau nur gesagt: «Ich glaube, ich hole mir jetzt mal eine Pizza. Ich muss teigig sein!» Ich habe etwa 15 Kilo zugenommen, ich habe mich aber nie gewogen. Es ging ja nicht um eine Zahl, sondern darum, eben teigig auszusehen. Alles, was wir mit meinem Gesicht gemacht haben, die Perücke, der Schnurrbart, die ausgepolsterten Wangen. Und dann hatte ich so etwas an der Nase. Wenn ich den Film anschaue, denke ich da gar nicht dran, weil es so gut gemacht ist. Diese Figur durfte äusserlich einfach keine Ecken und Kanten haben. Das Licht durfte keine einzige Ecke aufdecken bei ihm. Da war also dieses kleine Stück, das meine Nase viel runder gemacht hat. All das hat einfach Spass gemacht. Ich meine, ich konnte mich im Spiegel anschauen und habe ja schon wie eine Täuschung ausgesehen. Das war grossartig.

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Die Preisabsprachen (Video), wie sie im Film thematisiert werden, beruhen auf wahren Begebenheiten und die Figur des Mark Whitacre hat es tatsächlich gegeben. Was hältst du von seinen Taten?

Er hat natürlich noch viel mehr als das gemacht, und ist dafür auch ins Gefängnis gegangen. Was er aber in Hinblick auf die Freilegung der Preisabsprachen gemacht hat, war unglaublich tapfer. Da ich ihn im Film gespielt habe, habe ich natürlich auch irgendwie Mitgefühl für ihn entwickelt. Und er hat das ja jetzt auch hinter sich gelassen. Das, was sie getan hatten, war höchst illegal und unmoralisch. Es war also gut, dass er sie hat auffliegen lassen.

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Gibt es eigentlich Figuren, in die du dich sehr gerne verwandelst? Wie vielleicht diejenige von Mark Whitacre? Auch wenn du natürlich nicht immer gutheisst, was sie machen.

Filme mit einem so guten Skript zu drehen ist immer eine Freude. Es kommt aber leider viel zu selten vor. Ich habe kürzlich ein Interview mit Jude Law gelesen, der ja den Hamlet spielt. Da hat er auch erzählt, wie sehr er es geniesst, solch gut geschriebene Rollen zu spielen und wie die Angebote, die wir erhalten, sich immer wieder unterscheiden. Ich kann das wirklich nachvollziehen! Es ist sehr schwierig, gutes Material zu finden. Und es wird immer schwieriger. Eine Rolle wie diese zu spielen war also wirklich grossartig. Raya AbiRached

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