Granit Xhaka: «Zürich wird ein Heimspiel»
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Granit Xhaka«Zürich wird ein Heimspiel»

Borussia Mönchengladbach kommt in die Schweiz. Was sagt Lucien Favre, egal, ob der Gegner FC Bayern, FC Zürich oder DSC Wanne-Eickel heisst? «Sie sind sehr gefährlich!»

von
S. Compagno & M. Allemann

Pressekonferenz einmal ganz anders: Zwei Tage vor dem Gruppenspiel der Europa League zwischen dem FC Zürich und Borussia Mönchengladbach lud Gladbachs Medienchef Markus Aretz seine drei Schweizer Lucien Favre, Granit Xhaka und Yann Sommer in den Medienclub im Borussia-Park und stellte Fragen, die ihm Schweizer Medienvertreter vorgängig zugestellt hatten. Ein nicht alltäglicher Medienservice und eine nette Geste vom fünffachen deutschen Meister.

Den Anfang machte Granit Xhaka, mittlerweile 22-jährig und im 4-2-3-1 von Trainer Lucien Favre im Maschinenraum als einer von zwei «Sechsern» gesetzt.

Xhaka über ...

... den Gegner FC Zürich: «Als Basler Junge ist das für mich ein Derby. Gegen den FCZ waren wir immer sehr heiss, und soviel ich weiss, habe ich noch nie eine Partie gegen die Zürcher verloren. Drei Siege und zwei Unentschieden waren das, wenn ich mich richtig erinnere. Das soll natürlich so bleiben. Ich freue mich extrem, in die Schweiz zurückzukehren, auch weil es im Letzigrund ja ein Heimspiel für uns sein wird, weil mehr Fans von uns da sein werden.» (Es werden rund 8000 Fans aus Mönchengladbach erwartet, Anm. d. Red.)

... seine Entwicklung seit dem Wechsel nach Mönchengladbach im Sommer 2012: Am Anfang habe ich einige Fehler gemacht, aus denen ich meine Lehren gezogen habe. Heute rede ich weniger, zeige dafür mehr auf dem Platz.

... die Ausgangslage in der Europa League: «Die Gruppe mit Villarreal, dem FC Zürich und Apollon Limassol ist machbar. Unser Ziel ist ganz klar, die K.-o.-Phase zu erreichen. Aber ich kenne den FC Zürich, das ist eine gute Mannschaft.»

Sommer über ...

... den Empfang, der ihn als Ex-Basler in Zürich erwartet: «Ich lasse mich überraschen. Wir Spieler hatten untereinander ja nie irgendwelche Probleme. Ich freue mich auf die Schweiz, das ist meine Heimat. Ich kenne viele Spieler beim FCZ, es werden viele Freunde ins Stadion kommen. Die Affiche als solche ist kein spezielles Spiel. Es ist ein Gruppenspiel in der Europa League, das wir gewinnen wollen. Ob der Gegner nun Villarreal, Limassol oder Zürich heisst, ist egal.»

... seinen Stil, ein mitspielender Goalie zu sein: «Ich hatte in meiner Karriere immer Trainer, die von mir verlangten mitzuspielen. Und Lucien Favre legt hier sehr, sehr, sehr viel Wert darauf, dass ein Goalie einen guten ersten Pass spielen kann.»

... über die Unterschiede zwischen der Super League und der Bundesliga: «Ich mag solche Vergleiche nicht. Für mich ist in Mönchengladbach alles neu. Die gegnerischen Mannschaften, die Spieler, auch das Tempo, das 90 Minuten lang sehr hoch ist. Daran muss man sich erst gewöhnen.»

Favre über ...

... seine Rückkehr zum Klub, mit dem er 2005 den Cup, 2006 und 2007 die Schweizer Meisterschaft gewonnen hat: «Ich freue mich sehr, das ist klar. Ich hatte in Zürich vier phantastische Jahre, die ich nie vergessen werde. Ich freue mich, ein paar Leute wiederzusehen. Und ich freue mich auf den FCZ. Das ist eine sehr, sehr gute Mannschaft und ein seriöser Konkurrent für den FC Basel in der Schweizer Meisterschaft. Sie sind sehr gut organisiert und gefährlich im Spiel nach vorne.»

... die Bedeutung des FCZ für seine persönliche Karriere: «Der FCZ war sehr wichtig. Ich hatte als Spieler ja nur in der Romandie und in Frankreich gespielt. Es war das erste Mal, dass ich in der Deutschschweiz arbeitete. Der Anfang war sehr schwer, nicht nur wegen der Sprache. Wir waren Letzter nach sechs Monaten, nach einem Jahr waren wir Vierter. Peu à peu kam der Erfolg, wir gewannen 2005 den Pokal, 2006 und 2007 wurden wir Meister, beide Male am letzten Spieltag. Ohne den Erfolg beim FCZ wäre ich nicht in die Bundesliga gekommen.»

... über das Niveau in der Super League: «Das Niveau ist sehr gut. Man darf nicht vergessen, dass die Schweiz nur 8 Millionen Einwohner hat. Die Nati spielt hervorragend, ist an der WM nur mit 0:1 an Argentinien gescheitert. Und der FC Basel beweist seit Jahren, dass das Niveau in der Meisterschaft gut ist. Die Basler spielen jedes Jahr international und sie sind in der Champions League ja nicht nur dabei, sondern sie haben Erfolg. Die Nummern 1, 2 und 3 der Schweiz sind nicht zu unterschätzen.»

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