Aktualisiert 30.11.2011 22:18

Neue Methode

Zürich wird zur Laborratte

Streusalz hat vielleicht bald ausgedient: Ein Traubenkern-Salz-Gemisch verspricht, Schnee umweltfreundlich zu schmelzen. Politiker fordern, dass Zürich das neue Produkt testet.

von
Deborah Sutter
Seine Erfindung soll getestet werden: Florent Théotiste. (Foto: s. iuncker-Gomez)

Seine Erfindung soll getestet werden: Florent Théotiste. (Foto: s. iuncker-Gomez)

Im letzen Winter verstreute die Stadt Zürich über 2800 Tonnen Salz – dank eines neuen Schmelzmittels könnte dies bald ein Ende haben: Der Waadtländer Unternehmer Florent Théotiste stellte gestern seine Erfindung SnowFree vor, ein Gemisch aus Traubenkelter und Salz. «Der Salzverbrauch kann so um 70 Prozent gesenkt werden, da die Traubenabfälle Wärme freisetzen», so Théotiste. Durch die Verarbeitung stelle das Produkt anders als unverarbeiteter Trester keinerlei Gefahr für Hunde oder andere Kleintiere dar. «Vor allem aber ist SnowFree im Gegensatz zu Streusalz vollständig biologisch abbaubar und keine Gefahr für unser Ökosystem.» Das Produkt wird diesen Winter im Burgund ­getestet – danach wolle man auch die Schweiz beliefern, so Théotiste.

Das Zürcher Parlament kritisiert den immensen Salzverbrauch der Stadt seit längerem lautstark: Mehrere Postulate, die eine Einschränkung des Winterdienstes oder die Prüfung von alternativen Möglichkeiten fordern, sind noch ­hängig. «Die vorgeschlagene Methode ist prüfenswert – denn vom Salz müssen wir dringend wegkommen», sagt Martin Abele, Gemeinderat der Grünen. Auch SVP-Gemeinderat Martin Bürlimann fordert, dass die Idee geprüft werden muss: «Man könnte das Mittel etwa in einem Quartier testen, dann zeigt sich schnell, ob es auch für die ganze Stadt angewendet werden könnte.»

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