Gastronomen freuts: Zürichsee-Fischer haben volle Netze
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Gastronomen freutsZürichsee-Fischer haben volle Netze

In verschiedenen Schweizer Gewässern leiden die Fische zurzeit. Nicht so im Zürichsee. Die Fischer freuts.

von
wed
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Eine Tonne tote Fische wurden in den letzten Tagen aus dem Rhein gezogen. Die Fische kommen mit der hohen Wassertemperatur nicht klar.

Eine Tonne tote Fische wurden in den letzten Tagen aus dem Rhein gezogen. Die Fische kommen mit der hohen Wassertemperatur nicht klar.

Keystone/Melanie Duchene
Man Tag und Nacht für die Fische im Einsatz, an Schlaf sei im Moment nicht zu denken – die Probleme in der ganzen Schweiz seien riesig, sagt Samuel Gründler vom Schweizerischen Fischereiverband.

Man Tag und Nacht für die Fische im Einsatz, an Schlaf sei im Moment nicht zu denken – die Probleme in der ganzen Schweiz seien riesig, sagt Samuel Gründler vom Schweizerischen Fischereiverband.

Keystone/Melanie Duchene
Nicht so im Zürichsee wie Urs Philipp, ­Leiter Fischerei- und Jagdverwaltung bestätigt: «Hier können die Fische ins tiefe und kältere Wasser ausweichen.»

Nicht so im Zürichsee wie Urs Philipp, ­Leiter Fischerei- und Jagdverwaltung bestätigt: «Hier können die Fische ins tiefe und kältere Wasser ausweichen.»

Keystone

In diversen Schweizer Gewässern sind die Fische einer Notsituation ausgesetzt. «Momentan sind die Probleme in der ganzen Schweiz riesig. Seit Wochen sind Fischer daran, Tiere zu evakuieren und Kaltwasserbecken zu bauen», sagt Samuel Gründler vom Schweizerischen Fischereiverband. Man sei Tag und Nacht für die Fische im Einsatz, an Schlaf sei zurzeit nicht zu denken. Im Rhein sind allein in den letzten Tagen zwischen dem Bodensee und dem Rheinfall rund eine Tonne tote Fische aus dem Wasser gezogen worden.

Die Stürme im Winter sorgen für glückliche Fischer

Anders ist die Situation im Zürichsee, wie Urs Philipp, ­Leiter Fischerei- und Jagdverwaltung, bestätigt: «Hier können die Fische ins tiefe und kältere Wasser ausweichen.» Begeistert über die aktuellen Verhältnissen im Zürichsee sind die Fischer, wie zum Beispiel Adrian Gerny, Inhaber eines Fischereibetriebs in Zürich Wollishofen: «Die Stürme im letzten Winter haben die verschiedenen Wasserschichten im See komplett umgewälzt und durchmischt. So wurde Phosphat, das sich im Tiefenwasser befand, freigesetzt und in die lichtdurchfluteten Wasserschichten befördert.»

Deshalb und dank des schönen Wetters konnte sich dieses Jahr viel Plankton im See entwickeln. Das üppige Nahrungsangebot lockt die Fische an – und ins Netz der Fischers, da sie aktiver sind. «Die Erträge sind besser als in den vergangenen zwei Jahren», sagt Gerny. Von einer Fischschwemme könne man allerdings nicht sprechen. 2017 habe man beim Fischfang im Zürichsee ein Rekordtief verzeichnet.

Zürichsee-Gastronom schreibt rekordverdächtige Zahlen

Einer der Profiteure von Gernys Fängen ist der Zürcher Gastronom Michel Péclard, der acht Restaurants in unmittelbarer Nähe des Zürichsees hat: «Das dauerhaft schöne Wetter beschert uns einen mega Sommer, wir haben rekordverdächtige Zahlen und können trotzdem wir die hohe Nachfrage nach Fischknusperli ausschliesslich mit Zürichsee-Fisch abdecken.»

Das sei in den vergangenen Jahren nicht immer der Fall gewesen. «Oftmals mussten wir Fische von anderen Schweizer Seen wie etwa dem Vierwaldstättersee dazukaufen.»

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