Tanz mit Obama: «Zuerst einmal, wie gut sieht meine Frau aus?»
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Tanz mit Obama«Zuerst einmal, wie gut sieht meine Frau aus?»

Beschwingter Ausklang eines langen Tages voll staatstragender Würde: Barack Obama und seine Frau Michelle haben bei den Bällen zur Amtseinführung sichtlich Spass gehabt.

«Zuerst einmal, wie gut sieht meine Frau aus?» fragte der neue Präsident die Gäste auf dem «Neighborhood Ball», der Festveranstaltung für die Washingtoner Gesellschaft. Dann fasste er sie in ihrem schulterfreien weissen Abendkleid und eröffnete den Ball zu dem getragenen Etta-James-Klassiker «At Last», gesungen von Beyoncé.

Etwas flotter wurde es bald danach mit einem Groove, zu dem sich Shakira, Mary J. Blige, Faith Hill, Mariah Carey und Stevie Wonder vereinten – ihr Lied «Sign, Sealed, Delivered» war ein Ohrwurm bei fast jeder Wahlkampfveranstaltung Obamas im vergangenen Jahr.

Der Präsident trug weisse Fliege, und das muss ihn irgendwie abenteuerlustig gestimmt haben. Jedenfalls zog er Michelle auf dem zweiten Ball schon sehr viel enger an sich. Eine kurze Zeit schloss er beide Arme um ihre Hüfte, bis ihm seine Frau nachsichtig lächelnd an die Schulter fasste. Schliesslich waren ja auch noch ein paar staatsmännische Ansprachen zu halten.

«Ich hoffe, ihr alle werdet immer daran denken, um was es bei diesem Wahlkampf gegangen ist und was hoffentlich auch diese Präsidentschaft bestimmt», sagte Obama. «Es geht um euch, dass ihr euch einbringt, zusammenarbeitet und versucht, unsere Differenzen zu überwinden, um die Art von Welt zu schaffen, die wir unseren Kindern und Amerika weitergeben wollen.»

Feldwebelin zum Weinen gebracht

Auf dem «Commander in Chief Ball» grüsste Vizepräsident Joe Biden die anwesenden Soldaten, Offiziere und Angehörigen, ehe er versuchte, sich vor dem Tanzen zu drücken. «Was mich am meisten schreckt, ist, dass ich in einer Minute in diesem Kreis stehen und tanzen muss», bekannte Biden, lachte und schlug schnell ein Kreuzzeichen.

Die Obamas gaben sich auch auf dem Ball der Streitkräfte tanzfreudiger. Er entschied sich für Feldwebelin Margaret Herrera, die daraufhin in seinen Armen in Tränen aufging. Sie tanzte mit Bootsmann Selidio Guillen, auch wenn dieser kleiner war als sie selbst.

Beim Eastern States Ball warteten die Gäste mehr als eine Stunde lang am Eingang an der Union Station. Trotz Eintrittspreisen ab 75 Dollar (85 Franken) mussten die Gäste Getränke extra zahlen: ein Bier für sechs Dollar, Cocktails für neun und Sekt für zwölf Dollar. «Das ist es, was in der Wirtschaftskrise passiert», meinte Ballbesucher Brig Lawson aus Las Vegas, «keine Stühle und Plastikbecher.»

Wenig angetan von der Show war zunächst auch Sheryl Crow, die ihrer Band zwischen zwei Songs sagte, dass sie Heimweh habe: «Ich habe mein Kind vier Tage nicht gesehen, ich bin ganz elend.» Aber kurz darauf liess sie sich dann doch von den Ballgästen feiern, die ihren symbolträchtigen Titel «A Change Would Do You Good» bejubelten.

Besonders brav angezogen wirkten die Besucher des Jugendballs, wo Kid Rock aufspielte. Recht locker ging es hingegen auf dem Mid-Atlantic Ball zu, als Hip-Hop-Star Wyclef Jean die männlichen Besucher aufforderte, ihre Anzugsjacken auszuziehen und zur Unterstützung von Obama in der Luft zu schwenken. Die Herren unter den 7.000 Ballgästen gehorchten bereitwillig.

Die Obamas tanzen zu Beyoncé

(dapd)

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