Unfall in Chemiestunde: «Zuerst gab es eine grosse Flamme, dann knallte es»
Aktualisiert

Unfall in Chemiestunde«Zuerst gab es eine grosse Flamme, dann knallte es»

Ein Lehrer in Muri AG hat bei einer Magnesium-Verpuffung im Chemieunterricht Brandverletzungen erlitten. Sieben Schüler mussten ins Spital gebracht werden.

von
mch
1 / 2
Atembeschwerden: Die Schüler vor dem Schulhaus in Muri. (30. März 2017) Bild: Beat Kälin, newspictures

Atembeschwerden: Die Schüler vor dem Schulhaus in Muri. (30. März 2017) Bild: Beat Kälin, newspictures

kein Anbieter
Der Zwischenfall löste einen Grosseinsatz der Stützpunktfeuerwehr Muri und der Rettungsdienste aus. (30. März 2017) Bild: Beat Kälin, newspictures

Der Zwischenfall löste einen Grosseinsatz der Stützpunktfeuerwehr Muri und der Rettungsdienste aus. (30. März 2017) Bild: Beat Kälin, newspictures

kein Anbieter

In einem Schulzimmer in Muri im Aargauer Freiamt ist es am Donnerstagnachmittag während des Chemieunterrichts zu einer Verpuffung von Magnesium gekommen. Der Lehrer erlitt Brandverletzungen und sieben Schüler klagten über Atembeschwerden. Der Zwischenfall an der Oberstufenschule Bachmatten ereignete sich kurz vor 14.15 Uhr.

Es entstand dabei starke Rauchentwicklung. Der Lehrer und die rund 20 Schüler mussten das betroffene Zimmer sofort verlassen, wie die Aargauer Kantonspolizei mitteilte. Der 62-jährige Lehrer erlitt Brandverletzungen an den Extremitäten. Eine Ambulanz transportierte den Mann ins Spital. Sieben Jugendliche der Schulklasse wurden zur Kontrolle ebenfalls ins Spital geführt. Mehrere klagten über Atembeschwerden.

«Viele glaubten, der Lehrer hätte den Brand bald unter Kontrolle»

«Der Lehrer führte gerade einen chemischen Versuch vor, als ein Funke eines Streichholzes ins Magnesium übersprang. Dann gab es plötzlich eine grosse Flamme und daraufhin einen Knall», erzählt eine Schülerin, die im Unterricht sass. Der Lehrer hätte das brennende Glas sofort in ein Waschbecken gestellt und es mit einer Löschdecke abgedeckt. Doch diese habe auch Feuer gefangen.

«Einige Schüler bekamen Panik. Andere nahmen es gelassen, weil sie dachten, der Lehrer könne den Brand rasch unter Kontrolle bringen», beschreibt die 15-Jährige die Situation. Die Schüler hätten dann sofort das Zimmer verlassen, schliesslich habe das ganze Schulhaus evakuiert werden müssen. Sie ist froh, dass die Klasse mit dem Schrecken davon kam und alle wohlauf sind: «Wenn der Lehrer nicht so schnell und vorbildlich reagiert hätte, hätte es wohl viel schlimmer kommen können, denn im hinteren Raum gab es noch viel mehr Chemikalien», glaubt die Schülerin.

Grosseinsatz der Rettungskräfte

Der Zwischenfall löste einen Grosseinsatz der Stützpunktfeuerwehr Muri und der Rettungsdienste aus. Fünf Ambulanzen fuhren bei der Schule vor. Auch die Kantons- und Regionalpolizei standen im Einsatz, der bis kurz nach 16 Uhr dauerte.

Die Polizei leitete Ermittlungen ein zur Klärung der Verpuffung. Wegen der Rauchentwicklung entstand im Schulzimmer und im Korridor Russschaden. Die Schulpflege richtete eine Hotline für Angehörige der Schülerinnen und Schüler ein. (mch/sda)

Deine Meinung