SVP-Präsi mit Neonazi-Shirt: «Zuerst muss abgeklärt werden, ob er das T-Shirt bewusst getragen hat» 

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SVP-Präsi mit Neonazi-Shirt«Zuerst muss abgeklärt werden, ob er das T-Shirt bewusst getragen hat» 

Der neue SVP-Parteipräsident aus Ebikon ist in die Schlagzeilen geraten, weil er ein Bild von sich gepostet hat, auf dem er ein Shirt eines Herstellers trägt, der für seine Nazisymbolik bekannt ist. Die kantonale Partei will dies direkt mit ihm klären und ein SVP-Nationalrat stützt dieses Vorgehen.  

von
Daniela Gigor
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Der SVP-Ortsparteipräsident von Ebikon Christian Huber wird auf Twitter für sein T-Shirt kritisiert.

Der SVP-Ortsparteipräsident von Ebikon Christian Huber wird auf Twitter für sein T-Shirt kritisiert.

Twitter
Das Logo der Marke SvaStone ist unter anderem dafür bekannt, dass die Kleider einen offensichtlichen Neonazi-Bezug haben. 

Das Logo der Marke SvaStone ist unter anderem dafür bekannt, dass die Kleider einen offensichtlichen Neonazi-Bezug haben. 

Twitter 

Darum gehts 

Nachdem der neue SVP-Präsident aus Ebikon, Christian Huber ein Bild von sich auf Twitter veröffentlicht hat, auf dem er in einem Wald mit einem T-Shirt des Kleidungsherstellers SvaStone zu sehen ist, hagelt es Kritik. Grund: Auf dem Ärmel prangt das Logo der Marke SvaStone, einem Bekleidungshersteller aus der Ukraine. Dieser ist unter anderem dafür bekannt, dass die Kleider einen offensichtlichen Neonazi-Bezug haben. 

Angela Lüthold-Sidler, Präsidentin der kantonalen Luzerner SVP war über die Diskussion um das betroffene Bild nicht informiert. Sie teilt schriftlich mit: «Grundsätzlich hat sich die SVP Kanton Luzern in der Vergangenheit immer schon klar vom Nazigedankengut distanziert.» Weiter schreibt sie, dass Christian Huber ein Mitglied der SVP ist somit für sein Tun und Handeln in der eigenen Verantwortung steht und die Ortspartei Ebikon ein eigenständiger Verein ist. «Das benannte T-Shirt beim Pilzesammeln ist auf dem Markt frei käuflich. Ich kenne die Marke SvaStone nicht. Auf jeden Fall ist diese nicht auf einer schwarzen Liste», so Lüthold-Sidler weiter. Ausserdem möchte sie den Sachverhalt mit Huber bilateral klären. 

«Zuerst muss der Sachverhalt abgeklärt werden, ob er das T-Shirt bewusst getragen hat, bevor ein Riesenwirbel gemacht wird.»

Marcel Dettling, Schwyzer SVP-Nationalrat 

Ein persönliches Gespräch innerhalb der Kantonalpartei wird auch vom Schwyzer Nationalrat Marcel Dettling begrüsst, wenn ein problematisches Verhalten eines Mitglieds vorliegen sollte. Den konkreten Fall kennt auch er nicht. Er sagt aber auf Anfrage: «Zuerst muss der Sachverhalt abgeklärt werden, ob er das T-Shirt bewusst getragen hatte, bevor ein Riesenwirbel gemacht wird.» Nicht auf diesen spezifischen Fall bezogen geht es laut Dettling nicht, rechtsextreme Symbole zur Schau zu stellen. Würden Kandidaten für Ämter vorgeschlagen, hält Dettling die Ortsparteien für gute Filter, weil sie die Kandidaten kennen würden. «Genau geröntgt werden Personen, die etwa für ein Amt als Nationalrat oder Bundesrat kandidieren möchten», so Dettling weiter.  

Gemeindepräsident verurteilt rechtsextremes Gedankengut  

Genmeindepräsident Daniel Gasser schreibt auf Anfrage, dass die Gemeinde Ebikon rechtsextremes Gedankengut deutlich und in jeglicher Form verurteilt. «In seiner Funktion als Präsident der Kommission für Gesellschaftsfragen ist Christian Huber der Gemeinde gegenüber bisher nicht durch gesetzeswidriges oder rechtsextremes Gedankengut aufgefallen», so Gasser weiter. Die Gemeinde bestimme nicht über die Besetzung der politischen Ämter in Kommissionen. Gasser: «Dafür sind die Orts- und Kantonalparteien zuständig, in diesem Fall die Ortspartei der SVP-Ebikon. Die Parteien stellen Kandidatinnen und Kandidaten zur öffentlichen Wahl durch die Bevölkerung.» 

Huber distanzierte sich auf Anfrage von Gewalt und dahin gehendem Extremismus. Er sei rund sechs Jahre lang Mitglied bei der Partei National Orientierter Schweizer (PNOS) gewesen: «Das Shirt habe ich in dieser Zeit vor mehr als zehn Jahren gekauft. Er sei nicht davon ausgegangen, dass das Bild so hohe Wellen schlagen wird. Das T-Shirt habe er getragen, da es schon alt sei und er im Wald jeweils nicht die neusten Kleider trage. 

 

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