Schienennetz: Zufahrten zur Neat reichen nicht aus

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SchienennetzZufahrten zur Neat reichen nicht aus

Im Gegensatz zur Neat-Baustelle kommen die Arbeiten an den Gotthard-Zufahrtsstrecken kaum vorwärts. Mehrere Projekte wurden auf Eis gelegt – manche wohl für immer.

Mit den Basistunnels am Gotthard und am Ceneri werden auf dem Weg durch die Alpen alle Steigungen plattgedrückt. Statt den Bergen verhindern jedoch diverse Flaschenhälse im Schienennetz, dass die Züge durch die Schweiz freie Fahrt haben.

Die Zufahrten zum Gotthard waren einst Bestandteil der Neat-Vorlage. Aus Spargründen wurden aber inzwischen etliche der Bauprojekte zurückgestellt. Und einige drohen sogar, für immer in der Versenkung zu verschwinden.

Auf der Nordzufahrt wird ein dritter Durchstich durch den Jura zwischen Basel und Olten vorerst nicht gebaut. Der Wisenbergtunnel wird allenfalls im Rahmen des Projekts Bahn 2030 realisiert und mit Sicherheit nicht gleichzeitig mit dem Gotthardbasistunnel für den Verkehr bereitstehen.

Ebenfalls zurückgestellt ist der Zimmerberg-Basistunnel II zwischen Thalwil und Zug. Er hätte einerseits die Kapazitäten auf der Strecke sicherstellen sollen. Andererseits wäre dank kürzerer Reisezeit zwischen Zürich und Mailand die Einbindung in den Taktfahrplan möglich geworden.

Kaum Chancen gibt es für den Hirzeltunnel zwischen Wädenswil ZH und Baar ZG. Er hätte den Anschluss der Ostschweiz an die Neat sichern sollen. An seiner Stelle müssen nun punktuelle Verbesserungen auf der bestehenden Strecke zwischen Pfäffikon SZ und Arth-Goldau SZ ausreichen.

Auf alten Trasseen

Auch im Tessin könnte es eng werden für die Züge, denn zwischen Chiasso und Lugano ist bis heute nicht einmal geklärt, wo eine Neubaustrecke einmal durchführen würde. Zurückgestellt ist auch eine Umfahrung von Bellinzona. Dies hat zur Folge, dass sich die Züge im Süden über die derzeit bestehenden alten Bahntrasseen zwängen müssen.

Für Alf Arnold, Geschäftsführer der Alpeninitiative, wird es sich rächen, dass man sich wegen der Finanzierungsprobleme auf die zentralen Elemente der Neat beschränkt habe. Um die für die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene notwendigen Kapazitäten bereitstellen zu können, müssten die aufgeschobenen Projekte unbedingt noch realisiert werden.

«Die Neat bringt der Schweiz nur einen zusätzlichen Nutzen, wenn auch die Zufahrtsstrecken zu den Tunnels den Verkehr schlucken können», sagt Arnold. Da nicht auf einen Schlag alle Kapazitäten des Gotthardbasistunnels benötigt würden, könne der Ausbau der Zufahrten auch schrittweise erfolgen.

Er verweist darauf, dass schon mit relativ günstigen punktuellen Massnahmen an Nadelöhren die Kapazität bedeutend gesteigert werden könne. Solche Massnahmen sehen der Bund und die SBB im Rahmen des Projekts der zukünftigen Entwicklung der Bahninfrastruktur, kurz ZEB, vor.

(sda)

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