Aktualisiert 25.08.2015 15:40

FCB-RegisseurZuffi gegen Maccabi mit «etwas Wut» im Bauch

Der FC Basel braucht im CL-Playoff-Rückspiel gegen Maccabi Tore. Die treibende Kraft im offensiven zentralen Mittelfeld soll in Tel Aviv Luca Zuffi heissen.

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Eva Tedesco, Tel Aviv

Luca Zuffi vor dem Playoff-Rückspiel zur Champions League gegen Maccabi Tel Aviv. (Video: 20 Minuten)

Es geht um die Teilnahme am attraktivsten Clubwettbewerb Europas. Es geht für die Spieler darum, im strahlendsten Schaufenster im Clubfussball zu stehen. Und schliesslich geht es für den FC Basel um 22 Millionen Franken. Dafür muss der FCB das Playoff-Rückspiel gegen Maccabi Tel Aviv gewinnen oder mindestens 3:3 spielen. Das heisst: Er muss vor allem Tore schiessen.

Am Montagmorgen hat sich der rotblaue Tross nach Tel Aviv aufgemacht, wo er schliesslich um 14.30 Uhr Ortszeit gelandet ist. Für einmal muss sich der FCB ohne seinen Chef in ein Europacup-Abenteuer stürzen. Präsident Bernhard Heusler meldete sich vor dem Abflug krank. Schwerer, als ohne den Boss zu reisen, wiegen die Absenzen der verletzten Leistungsträger Marc Janko (Zerrung) und Zdravko Kuzmanovic (Muskelfaserriss). Und auch der Chef auf dem Platz fehlt: Captain Matías Delgado laboriert an einer Rippenprellung und muss für das wichtige Spiel in Israel passen. «Er hatte enorme Schmerzen und musste am Sonntag schon beim Aufwärmen abbrechen», sagt Trainer Urs Fischer.

Die Nummer 7 in der Rolle des Zehners

Für den verletzten Captain wird wohl Luca Zuffi in die Rolle des Spielmachers schlüpfen. Er soll im offensiven zentralen Mittelfeld das Tempo bestimmen, den «tödlichen Pass spielen», Bälle, die die Abwehr des Gegners überraschen und zum Beispiel Breel Embolo in eine gute Abschlussposition bringen. Er soll für Kreativität und Freiräume in der Offensive sorgen. Für den Winterthurer, der zuletzt schon Kuzmanovic auf der Sechs ersetzt hat, ist das eine Aufgabe, die ihm mittlerweile behagt, auch wenn er sagt, die klassische Nummer 10 gebe es heutzutage kaum noch. Zuffi: «Die beste Waffe im modernen Fussball führt über die Aussenbahnen.»

Mit wie viel Wut im Bauch geht er nach dem Heimremis im Hinspiel, das sich mit dem Ausgleich in letzter Sekunde eher wie eine Niederlage angefühlt hat – in das so wichtige Duell in Tel Aviv? «Es ist sicher ein wenig Wut da, aber vielleicht ist die Ausgangslage, die wir jetzt haben, gar nicht so schlecht. Ein 2:1-Sieg wäre genauso gefährlich gewesen wie das 2:2, das wir jetzt haben. Jetzt gehen wir auf den Platz und wissen, dass wir gewinnen müssen. Von der Einstellung her ist es nicht so schlecht, wie es jetzt ist», sagt Zuffi.

FCB-Fehler eiskalt bestraft

Ruft der FCB eine ähnlich starke Leistung ab wie im Hinspiel, dürfte einer Teilnahme in der Gruppenphase der Champions League nichts im Weg stehen. Zuffi: «Wir müssen versuchen, wenige Fehler zu machen und vor allem so schwerwiegende wie im Hinspiel zu vermeiden. Denn für diese hat uns Maccabi eiskalt bestraft.» Im Rückspiel will der FCB versuchen, möglichst sein Spiel zu spielen, viel Ballbesitz zu haben und zu guten Chancen zu kommen. «Was wir unbedingt besser machen müssen, ist die Chancenauswertung.»

Der erste grosse Test für Trainer Fischer

Das frenetische Heimpublikum in Tel Aviv beeindruckt Zuffi nicht: «Ich freue mich darauf, in so einem Stadion spielen zu können. Das macht doch den Fussball aus. Es ist ein kleines Stadion, aber es soll ziemlich laut werden, weiss ich vom Hörensagen.» Der Platz sei, so der Winterthurer, in einem hervorragenden Zustand, und das motiviere einen Spieler immer.

Mindestens 90 Minuten trennen Zuffi und den FC Basel von der Königsklasse und den Honigtöpfen der Champions League. Es wird ein harter Kampf für die Mannschaft und eine erste grosse Prüfung für Trainer Urs Fischer, seit er den Schweizer Serienmeister übernommen hat.

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