National League A: Zug besiegt Bern - Biel überrascht gegen Davos
Aktualisiert

National League AZug besiegt Bern - Biel überrascht gegen Davos

Der EV Zug hat den Meister aus Bern dank der besseren Chancenauswertung mit 4:3 geschlagen und hat den Anschluss an die Spitze gehalten. Einen Ausrutscher leistete sich der HCD, der in Biel mit 1:3 verlor.

von
pre

Der SC Bern kassierte gegen den EV Zug mit 3:4 die dritte Heimniederlage in dieser Saison und droht den Kontakt zur Spitze zu verlieren. Schlecht spielten die Berner in der Allmendhalle durchaus nicht. Die Effizienz liess aber gewaltig zu wünschen übrig. Erst in den letzten 90 Sekunden verkürzte der SCB noch von 1:4 auf 3:4. Vorher hatte Bern nur bei einem Penalty durch Martin Plüss getroffen (1:1). Jussi Markkanen (29 Paraden) entpuppte sich als Zuger Matchwinner.

Die Vorentscheidung fiel im zweiten Abschnitt innerhalb von sieben Minuten. Zweimal zog Bern ein druckvolles, aber erfolgloses Powerplay auf; beide Male skorte aber der EV Zug wenige Sekunden nach Ablauf der Strafen. Josh Holden (30.) und Damien Brunner (37.) erzielten die wegweisenden Tore vom 1:1 zum 3:1; beide sammelten bei den Toren vom 1:1 zum 4:1 drei Skorerpunkte.

Bei Halbzeit der Qualifikation beträgt Berns Rückstand auf die Spitze 17 Punkte. Der SCB belegt Platz 4; selbst das drittplatzierte Zug verfügt schon über neun Punkte mehr auf dem Konto. In den letzten drei Saisons gewann der SC Bern die Qualifikation jeweils.

Biel - Davos: Erster Bieler Sieg gegen HCD seit 1993

Mehr als das 1:2 von Petr Sykora (56.) liess Biel im Heimspiel gegen den HC Davos nicht zu. Nach vier zuletzt höchst bitteren Niederlagen sandte der NLA-Drittletzte der Konkurrenz in Strichnähe mit dem 3:1-Sieg ein Signal.

Dass Biel 24 Stunden zuvor in Kloten der Ertrag in den letzten Minuten entglitten war, hinterliess im Team von Kevin Schläpfer keine Spuren. Ausgerechnet gegen Davos - mit acht Siegen in den letzten neun Spielen in Topform - erzwangen die Berner einen veritablen Coup; seit ihrem Aufstieg 2008 hatten sie gegen diesen Kontrahenten den Rink nie als Gewinner verlassen.

Die Basis zum überraschenden Erfolg legte Ahren Spylo mit seinem 11. Saisontor in der 5. Minute. Rico Fata legte ein erstes Mal nach und setzte seiner Torflaute nach über vier Wochen im besten Moment ein Ende (34.). Die Reaktion der Bündner kam mit reichlich Verspätung. Erst in den letzten zehn Minuten geriet Reto Berra unter Dauerbschuss.

So knapp das Resultat war, so sehr hatten sich die Bieler den ersten Erfolg gegen die Bündner seit 1993 (!) verdient. Sie investierten bedeutend mehr als die satte Nummer 2 der Liga. Speziell in Überzahl enttäuschte der HCD erneut: Fünfmal überstand der EHCB das «Powerplay» von Reto von Arx und Co. unbeschadet - der frühere Davoser Goalie Berra parierte grossartig.

Lakers - Davos: Lakers rutschen immer tiefer

Rapperswil-Jona unterlag Kloten vor eigenem Publikum 3:4. Das Resultat fiel zwar wie fast immer in dieser Saison knapp zu Ungunsten der St. Galler aus, täuschte aber gewaltig: Die Flyers kamen zu einem imposanten Schussverhältnis von 45:19.

Erst als Kloten 4:0 führte und das Tempo nach einer 40-minütigen Hockey-Lektion drosselte, drehten die Einheimischen dank drei Powerplay-Toren auf. Niklas Nordgren und Stacy Roest mit einer «Blitz-Doublette» (zwei Treffer innert 20 Sekunden) trugen die Hoffnung ins Team zurück, den sechsten Fehltritt in Serie abzuwenden.

Gegen die Flyers manövrierten sich die Rapperswiler wieder einmal selber in eine ungemütliche Lage. Nach neun höchst einseitigen Minuten führten die Gäste 2:0. Die Formation mit den Ausländern hatte zweimal getroffen. DuPont und Santala, die beiden Torschützen, sowie Rintanen sorgten für die Differenz. Das Trio ist mittlerweile bei 75 Skorerpunkten angelangt.

Der englische Namenszusatz «Lakers» erhält in Rapperswil-Jona für verschiedene Exponenten wohl bald eine neue Bedeutung. Dem glücklosen Coach Christian Weber steht das (See-)Wasser nach der 26. NLA-Runde bis zum Halsansatz. Er verliert nun bald seit Wochen. Die negativen Ergebnisse führten zum Stillstand. Ein Platz im Playoff der besten acht ist unter den aktuellen Umständen schon fast utopisch.

Lugano - Ambri: Ambri erwachte zu spät

Nach fünf Niederlagen in Serie kehrte Lugano wieder auf die Siegesstrasse zurück. Souverän fiel Luganos Derbysieg über den HC Ambri-Piotta aber ganz und gar nicht aus (4:2).

6:1 und 6:0 hatte Lugano die ersten zwei Derby der Saison gewonnen. 46 Minuten lang deutete vieles auf ein weiteres deutliches Verdikt hin. Mit zwei Toren innerhalb von 25 Sekunden durch Yannick Lehoux (in doppelter Überzahl) und Mattia Bianchi vom 0:3 zum 2:3 hauchte Ambri dem Tessinerderby aber neue Spannung ein. 70 Sekunden vor Schluss vergab Yannick Lehoux den Ausgleich bei einem vergebenen Penalty; 22 Sekunden später traf Hnat Domenichelli zum 4:2 ins leere Tor.

Ein bemerkenswerter Schachzug gelang Luganos Coach Philippe Bozon: David Aebischer erhielt den Vorzug gegenüber Neuzuzug Sébastien Caron, dadurch schaffte es Colby Genoway, der am Freitag in Davos überzählig gewesen war, zurück in die Formation. Aebischer spielte mit einer Ausnahme (Gegentor zum 2:3) souverän und hielt kurz vor Schluss Lehoux' Penalty; Genoway erzielte nach 32 Minuten in Überzahl das wegweisende 1:0. Chris Bourque (2:0) und Mauro Jörg (3:0) erzielten die weiteren Tore. Lugano verdiente den Sieg; Ambri kam während der 60 Minuten lediglich zu 15 Torschüssen.

Telegramme:

Biel - Davos 3:1 (1:0, 1:0, 1:1)

Eisstadion. - 4838 Zuschauer. - SR Mandioni, Fluri/Müller.

Tore: 5. Spylo (Nüssli, Ehrensperger/Ausschluss Reto von Arx) 1:0. 34. Fata (Gloor, Spylo) 2:0. 56. Sykora (Bednar) 2:1. 60. (59:25) Fata (Bell, Wetzel) 3:1 (ins leere Tor).

Strafen: je 5mal 2 Minuten.

PostFinance-Topskorer: Spylo; Bednar.

Biel: Berra; Schneeberger, Steinegger; Bell, Wellinger; Gossweiler, Kparghai; Trunz; Fata, Gloor, Nüssli; Lötscher, Miéville, Spylo; Ehrensperger, Brown, Bärtschi; Zigerli, Schlagenhauf, Wetzel; Haas.

Davos: Genoni; Guerra, Forster; Ramholt, Grossmann; Back, Jan von Ax; Tallarini, Untersander; Sciaroni, Reto von Arx, Taticek; Sykora, Marha, Bednar; Marc Wieser, Rizzi, Dino Wieser; Reymondin, Steinmann, Joggi.

Bemerkungen: Biel ohne Fröhlicher, Bordeleau, Tschantré, Peter (alle verletzt) und Seydoux (überzählig), Davos ohne Guggisberg, Bürgler, Sejna und Stoop (alle verletzt). Timeouts: Biel (60.), Davos (50.). HCD von 59:13 bis 59:25 ohne Goalie.

Bern - Zug 3:4 (1:1, 0:2, 2:1)

PostFinance. - 16 272 Zuschauer. - SR Rawodin/Reiber (Russ/Sz), Kehrli/Kohler.

Tore: 10. Fabian Sutter (Di Pietro, Duri Camichel) 0:1. 17. Martin Plüss 1:1 (Penalty). 30. Holden (Fabian Schnyder, Damien Brunner) 1:2. 37. Damien Brunner (Corsin Camichel, Holden) 1:3. 50. Diaz (Damien Brunner, Holden) 1:4. 59. (58:30) Rüthemann (Neuenschwander, Froidevaux) 2:4. 60. (59:21) Martin Plüss (Rüthemann, Dubé) 3:4 (ohne Torhüter).

Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Bern, 6mal 2 Minuten gegen Zug.

PostFinance-Topskorer: Gardner; Holden.

Bern: Bührer; Jobin, Kwiatkowski; Philippe Furrer, Stettler; Krueger, Beat Gerber; Roland Gerber; Vigier, McLean, Reichert; Gardner, Martin Plüss, Rüthemann; Neuenschwander, Dubé, Gamache; Vermin, Froidevaux, Scherwey; Schaad.

Zug: Markkanen; Diaz, Oppliger; Wozniewski, Patrick Fischer II; Chiesa, Snell; Rossi; Damien Brunner, Holden, Fabian Schnyder; Sven Lindemann, Rüfenacht, Casutt; Christen, Metropolit, Corsin Camichel; Di Pietro, Fabian Sutter, Duri Camichel; Zubler.

Bemerkungen: Bern ohne Dominic Meier, Hänni, Berger und Roche, Zug ohne Blaser und Fabian Lüthi (alle verletzt). - Pfostenschuss Gamache (27.). - Timeout Bern (59:21).

Rapperswil-Jona - Kloten Flyers 3:4 (0:2, 1:2, 2:0)

Diners-Club-Arena. - 4255 Zuschauer. - SR Kurmann, Mauron/ Schmid.

Tore: 4. DuPont (Santala, Rintanen) 0:1. 9. Santala (Rintanen, DuPont) 0:2. 25. Bodenmann (Liniger, Hollenstein) 0:3. 35. Kellenberger (Winkler, Bodenmann) 0:4. 40. (39:16) Roest (Reid, Berger/Ausschluss Liniger) 1:4. 44. (43:36) Nordgren (Roest, Riesen/ Ausschlüsse Liniger, Blum) 2:4. 44. (43:55) Roest (Reid/Ausschluss Blum) 3:4.

Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona, 5mal 2 plus 10 Minuten (Liniger) gegen Kloten.

PostFinance-Topskorer: Roest; Santala.

Rapperswil-Jona: Manzato; Furrer, Blatter; Geyer, Gmür; Maurer, Berger; Parati; Reid, Sirén, Neff; Riesen, Burkhalter, Suri; Nordgren, Roest, Neukom; Rizzello, Hürlimann, Thibaudeau.

Kloten: Rüeger; DuPont, Blum; Dubois, Sidler; Winkler, Steiner; Welti; Bieber, Santala Rintanen; Jenni, Lemm, Bell; Bodenmann, Liniger, Hollenstein; Jacquemet, Kellenberger, Keller.

Bemerkungen: Rapperswil ohne Pöck, Grauwiler, Gailland, Friedli, Truttmann (alle verletzt), Kloten ohne Hamr, Stancescu, Von Gunten (alle verletzt). 20. Pfostenschuss von Bodenmann. Timeouts: Kloten (44.), Rapperswil-Jona (60.). Rapperswil ab 59:32 ohne Goalie.

Lugano - Ambri-Piotta 4:2 (0:0, 2:0, 2:2)

Resega. - 7243 Zuschauer (Saisonrekord). - SR Eichmann/ Rochette, Arm/Küng.

Tore: 32. Genoway (Hirschi, Bourque/ Ausschluss Walker) 1:0. 39. Bourque (Oliver Kamber, Domenichelli) 2:0. 44. Jörg (Kienzle) 3:0. 47. (46:30) Lehoux (Landry, Martin Kariya/Ausschlüsse Marcati, Kostovic) 3:1. 47. (46:55) Bianchi (Botta, Landry) 3:2. 60. (59:13) Domenichelli 4:2 (ins leere Tor).

Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Lugano, 5mal 2 plus 5 Minuten (Walker) plus Spieldauer (Walker) gegen Ambri-Piotta.

PostFinance-Topskorer: Domenichelli; Lehoux.

Lugano: Aebischer; Popovic, Hirschi; Oliver Kamber, Julien Vauclair; Nodari, Kienzle; Jörg, Romy, Domenichelli; Kostovic, Hennessy, Bourque; Bertaggia, Grassi, Tristan Vauclair; Profico, Genoway, Marcati.

Ambri-Piotta: Bäumle; Gautschi, Schulthess; Casserini, Denissow; Kobach, Gian-Andrea Randegger; Stirnimann; Lehoux, Landry, Walker; Duca, Martin Kariya, Pestoni; Raffainer, Bianchi, Demuth; Botta, Hofmann, Trevor Meier; Isabella.

Bemerkungen: Lugano ohne Conne, Murray, Nummelin, Reuille, Sannitz (alle verletzt) und Caron (überzähliger Ausländer), Ambri- Piotta ohne Adrian Brunner, Kutlak, Westrum und Bundi (alle verletzt). 32. Julien Vauclair verletzt ausgeschieden. 59. Lehoux scheitert mit Penalty. - Timeout Ambri (60.).

National League A

Deine Meinung