14.09.2020 14:38

Bahnhof Zweisimmen BEZug entgleist – Weiche mutmasslich manipuliert

Aufgrund einer wohl manipulierten Weiche, kam es am Montagmorgen zur Entgleisung zweier Zugwagons am Bahnhof Zweisimmen in Bern. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.

von
Sven Forster, Christian Holzer
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Am Bahnhof in Zweisimmen entgleisten zwei Wagen einer Zugkomposition.  (Symbolbild) 

Am Bahnhof in Zweisimmen entgleisten zwei Wagen einer Zugkomposition. (Symbolbild)

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Die Polizei vermutet eine manipulierte Weiche. 

Die Polizei vermutet eine manipulierte Weiche.

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Sie hat Ermittlungen aufgenommen. (Symbolbild) 

Sie hat Ermittlungen aufgenommen. (Symbolbild)

Keystone

Darum gehts

  • Zwei Wagen einer Zugskomposition entgleisten am Montagmorgen.
  • Die Polizei vermutet eine manipulierte Weiche und sucht Zeugen.
  • Verletzt wurde niemand, es entstand jedoch ein hoher Sachschaden.

Schlechter Wochenstart für die BLS: Am Montag Morgen sind auf einem Abstellgleis am Bahnhof Zweisimmen zwei Wagen einer Zugskomposition entgleist. Als der Lokführer gegen 7 Uhr den Zug für eine Personenfahrt in Position bringen wollte, sprangen die Zugwagen kurz nach der Weiche aus den Gleisen. «Zum Zeitpunkt des Ereignisses befanden sich ausser dem Lokführer keine weiteren Personen im Zug und es wurde niemand verletzt», sagt BLS-Sprecherin Helene Soltermann. Bei der betroffenen Zugskomposition handelt es sich um ein älteres Modell der Generation BLS RBDe.

Handweiche verstellt

Nach ersten Erkenntnissen muss davon ausgegangen werden, dass die Weiche, auf welcher die Zugskomposition stand, vorgängig manipuliert worden war. «Es handelt sich dabei um eine sogenannte Handweiche, welche nicht über Funk verstellt werden kann», so Soltermann. Der Zwischenfall wurde der Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle SUST und der Polizei gemeldet. Letztere sicherte vor Ort Spuren. Einen technischer Defekt wird derzeit ausgeschlossen. Anzeige hat die BLS bisher keine erstattet: Weil es sich bei «Störung des öffentlichen Verkehrs» um ein Offizialdelikt handelt, wurde die Kantonspolizei Bern dennoch bereits aktiv. Sie hat unter der Leitung der Regionalen Staatsanwaltschaft Oberland Ermittlungen aufgenommen.

Der entstandene Sachschaden beläuft sich ersten Schätzungen zufolge auf mehrere 100'000 Franken. «Der Zug erlitt einen Schaden, zudem wird derzeit untersucht, ob auch Gleise oder andere Infrastruktur beschädigt wurde», so Soltermann. Der betroffene Zug konnte noch im Verlauf des Tages zurück auf die Schienen gehoben werden. Auf den Bahnverkehr hatte der Zwischenfall keine grossen Auswirkungen.

Manipulation übers Wochenende

«Die grosse Frage ist, warum war diese Weiche umgestellt», so Soltermann. Zur Klärung der genauen Umstände sucht die Kapo Bern Zeugen gesucht. Sie geht offenbar davon aus, dass die Weiche übers Wochenende verstellt wurde. Die Kapo Bern bittet Personen, welche zwischen Freitagabend, 11. September und Montagmorgen, 14. September verdächtige Beobachtungen im Bereich des Abstellgleises gemacht haben, sich zu melden.

Funk- und Handweichen

Auf dem BLS-Netz werden heute fast ausschliesslich Funkweichen eingesetzt. Diese können von einer Zentrale per Funksignal angesteuert werden. Im Rangierbereich, wie etwa Abstellgleise, kommen vereinzelt noch Handweichen vor. Diese können ausschliesslich manuell bedient werden.

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