National League A: Zug geschlagen - Fribourg grüsst wieder als Leader
Aktualisiert

National League AZug geschlagen - Fribourg grüsst wieder als Leader

Dem EV Zug misslingt der Auftakt ins 2012. Als Folge der 1:2-Niederlage bei den ZSC Lions geben die Innerschweizer den Leaderposten an das siegreiche Fribourg-Gottéron ab.

Der vor Weihnachten in extremis erzielte Penaltysieg bei Genève-Servette löste bei den Zürchern möglicherweise eine mentale Blockade. So initiativ und dynamisch wie über weite Strecken gegen den EV Zug am Berchtoldstag waren die Lions in der aktuellen Spielzeit noch kaum je zu sehen gewesen. Symptomatisch für den aktuellen Aufschwung steht der Gamewinner von 2:0 von Thibaut Monnet (36.). Für den Nationalstürmer war es erst das dritte Saisontor.

Als die Lions im Mitteldrittel etwas den Faden verloren, sorgte ein ungeahndetes Foul mit Gesichtsverletzung bei ZSC-Back Severin Blindenbacher für eine Rückkehr zur Dominanz beim Heimteam. Die Zürcher agierten wieder mit mehr Entschlossen- und Zielstrebigkeit in ihren Aktionen. Einzig die Effizienz liess bei den ZSC Lions noch Wünsche offen. Dass der EV Zug bis zum Schluss noch auf einen Punktgewinn hoffen durfte, war in erster Linie auf die unzureichende Chancenauswertung der Zürcher zurückzuführen.

Fribourg-Gottéron - Lugano : Gottéron gewinnt Torfestival

In der Freiburger BCF-Arena kamen die 6800 Zuschauer in den Genuss eines Torspektakels mit 14 Treffern. Fribourg-Gottéron entschied das NLA-Saison-Torrekordspiel gegen Lugano mit 8:6 zu seinen Gunsten. Simon Gamache ragte mit vier Treffern heraus. Der Kanadier Gamache realisierte damit seinen dritten NLA-Hattrick, den ersten im Dress von Gottéron. Den vierten Treffer realisierte der frühere SCB-Stürmer mit dem Tor zum zwischenzeitlichen 6:6-Ausgleich. Post-Finance-Topskorer Julien Sprunger steuerte seine Saisontore Nummer 20 und 21 zum Erfolg des Romands bei. Für den Gamewinner zum 7:6 sorgte der Tscheche Pavel Rosa acht Minuten vor Spielende.

Lugano machte in einer verrückten Partie zunächst einen 0:3-Rückstand wett. Anschliessend gingen die Tessiner gar zweimal in Führung (5:4 und 6:5). Doch Gottéron fand nach einem katastrophalen Mitteldrittel (1:4) im letzten Abschnitt wieder den Rank (4:1) und siegte verdient. Offensiv ausgerichtete Spielanlagen und Schnitzer in der Defensive sorgten dafür, dass zwei so renommierte Keeper wie der frühere Stanleycup-Champion Cristobal Huet (Gottéron) und Benjamin Conz (Lugano) so viele Gegentore kassierten.

Luganos Aufholjagd

Lugano, für das der künftige Servette-Stürmer Kevin Romy zweimal erfolgreich war, machte innerhalb von neuneinhalb Minuten bis zur 29. Minute aus einem 0:3-Rückstand ein 3:3. Die erste Reaktion der Tessiner erfolgte nicht nach dem frühen Timeout von Trainer Larry Huras (6. Minute beim Stande von 2:0 für Gottéron), sondern erst durch den ersten Saisontreffer und dem insgesamt zweiten NLA-Tor von Leandro Profico eine Minute vor Ende des ersten Abschnitts. Schliesslich verkürzte Sebastien Reuille im Mitteldrittel mit seinem dritten Saisontor auf 2:3, ehe Jaroslav Bednar zum 3:3 ausglich.

Simon Gamache sorgte zwar für eine Blitzantwort und komplettierte mit dem Tor zum 4:3 seinen dritten NLA-Hattrick. Doch auch Lugano reagierte prompt; Romy realisierte im Powerplay den 4:4-Ausgleich, und Kimmo Rintanen mit seinem 14. Saisontor sorgte mit dem 5:4 gar für die erstmalige Führung der Gäste. Bei drei von vier Gegentoren im Mitteldrittel stand bei Gottéron Verteidiger Franco Collenberg auf dem Eis, der am Spengler Cup als Verstärkungsspieler für Vitkovice noch Top-Leistungen abgeliefert hatte.

Bern - Servette: Berner Fehlstart ins Jahr 2012

Für den SC Bern begann das Jahr 2012, wie er das alte beendet hatte: ohne Erfolgserlebnis. Gegen Servette (1:2) kassierte das Team von Antti Törmänen monatsübergreifend die vierte Niederlage in Folge. Während gut 25 Minuten hatte der SCB, der die letzten zehn Direktduelle mit den Genfern seit April 2010 stets für sich entschieden hatte, das Geschehen weitgehend im Griff. Weil der Partie, vor allem zum Ärger der beiden Trainer, ab diesem Zeitpunkt so etwas wie ein «roter Faden» fehlte, wogte sie hin und her. Die entscheidenden Vorteile erarbeitete sich Servette, das nach miserablem Saisonstart in fremden Stadien immer besser in Fahrt kommt.

In der 37. Minute lenkte Tony Salmelainen einen Weitschuss von Marc Gautschi minim ab, in der 51. erhöhte der zukünftige SCB-Stürmer Daniel Rubin auf 2:0. Dem sechsten Auswärtssieg der Servettiens im siebten Spiel seit dem Ende der Negativserie stand danach nur noch Pascal Berger im Weg. Bergers neuntes Saisontor zum 1:2 (55.) war der Start zu einer wilden Schlussphase, deren Höhepunkt eine Chance wenige Sekunden vor Schluss darstellte. Der beste Berner Skorer mit Schweizer Pass lupfte den Puck zum Entsetzen der rund 16'000 Zuschauer aus bester Position über das völlig leere Tor.

Tigers - Biel: Biel nützte Langnauer Nachlassen

Der EHC Biel hält sich weiterhin mit Vehemenz über dem NLA-Trennstrich. Zu verdanken haben dies die Seeländer nicht zuletzt ihrer Ausbeute aus den Duellen mit den direkten Konkurrenten. Das 3:2 in Langnau kam ihnen deshalb wie gerufen. 30 der nunmehr 49 Punkte resultierten für Biel aus den Spielen gegen die Teams auf den Rängen 9 bis 12. Damit schafft der EHCB womöglich, wovon die SCL Tigers nach ihrer erstmaligen Playoff-Teilnahme im letzten Jahr heuer nur noch träumen können. Nach dem dritten Direktduell mit einer Niederlage für das Heimteam beträgt die Differenz zwischen dem achtklassierten Biel und dem Elften Langnau bereits 17 Zähler.

Der misslungene Auftakt ins Jahr 2012 war ein Langnauer Eigenverschulden. Die erstmals mit vier ausländischen Feldspielern angetretenen Tigers gingen dank zwei Powerplay-Treffern von Lukas Haas zwar zwei Mal in Führung. Nach 40 Minuten hätte das Resultat aus Sicht des Heimteams aber wesentlich deutlicher als 2:1 lauten müssen. Das Nachlassen sahen die effizienteren Bieler als ihre Chance - und nützten sie auch. Am Ende war es ein Überzahltor, das die Partie vor über 6000 Zuschauern entschied. Gianni Ehrensperger gelang in der 55. Minute gegen nur drei Langnauer Feldspieler der Gamewinner zum 3:2. Dazu hinterliess Spengler-Cup-Sieger Reto Berra zum wiederholten Mal in dieser Saison einen starken Eindruck. Der Bieler Keeper wehrte 33 Schüsse ab.

National League A, 36. Runde

ZSC Lions - Zug 2:1 (1:0, 1:0, 0:1)

Hallenstadion. - 9070 Zuschauer. - SR Mandioni, Bürgi/Marti. - Tore: 2. Cunti (Tambellini, Down) 1:0. 36. Monnet (Pittis, Bastl) 2:0. 46. Casutt (Lindemann) 2:1.

Strafen: 2mal 2 Minuten gegen ZSC Lions, 5mal 2 Minuten gegen Zug.

PostFinance-Topskorer: Tambellini; Damien Brunner.

ZSC Lions: Flüeler; McCarthy, Seger; Blindenbacher, Geering; Gobbi, Daniel Schnyder; Bastl, Pittis, Monnet; Down, Cunti, Tambellini; Patrik Bärtschi, Tambellini, Kenins; Ryser, Ziegler, Schommer.

Zug: Markkanen; Chiesa, Wozniewski; Helbling, Fischer; Andreas Furrer, Erni; Oppliger, Blaser; Christen, Pirnes, Casutt; Damien Brunner, Holden, Fabian Schnyder; Corsin Camichel, Rüfenacht, Lindemann; Lüthi, Fabian Sutter, Duri Camichel.

Bemerkungen: ZSC Lions ohne Schäppi, Bühler, Breitbach sowie Baltisberger (alle verletzt) sowie Cory Murphy (überzählig), Zug ohne Metropolit (überzählig).

Timeout: 58:51 Zug, von 59:02 bis 59:54 ohne Torhüter.

Fribourg-Gottéron - Lugano 8:6 (3:1, 1:4, 4:1)

BCF-Arena. - 6800 Zuschauer (ausverkauft). - SR Popovic, Espinoza/Huguet.

Tore: 4. Loeffel (Camache, Birbaum/Ausschluss Murray) 1:0. 6. Gamache (Collenberg) 2:0. 18. Gamache (Heins) 3:0. 19. Profico (Sannitz) 3:1. 26. Reuille (Sannitz, Profico) 3:2. 29. (28:07) Bednar (Romy, Profico) 3:3. 29:00 Gamache (Rosa, Heins) 4:3. 32. Romy (Sannitz, Bednar/Ausschluss Lüssy) 4:4. 36. Rintanen (Jörg) 4:5. 46. Sprunger (Benjamin Plüss, Abplanalp) 5:5. 48. Romy (Hendry) 5:6. 51. Gamache (Rosa/Ausschluss Jörg) 6:6. 52. Rosa (Gamache, Collenberg) 7:6. 53. Sprunger (Benjamin Plüss) 8:6.

Strafen: 4mal 2 plus 10 Minuten (Dubé) gegen Fribourg-Gottéron, 3mal 2 Minuten gegen Lugano.

PostFinance-Topskorer: Sprunger; Bednar.

Fribourg-Gottéron: Huet; Ngoy, Abplanalp; Heins, Birbaum; Collenberg, Loeffel; Lukas Gerber; Rosa, Dubé, Gamache; Sprunger, Jeannin, Benjamin Plüss; Brügger, Lüssy, Knoepfli; Cadieux, Botter, Tristan Vauclair; Hasani.

Lugano: Conz; Nummelin, Hirschi; Julien Vauclair, Kienzle; Blatter, Hendry; Schlumpf, Nodari; Domenichelli, Kamber, Steiner; Bednar, Romy, Murray; Jörg, Conne, Rintanen; Reuille, Sannitz, Profico.

Bemerkungen: Gottéron ohne Afanasenkow, Barinka und Bykow (alle verletzt), Lugano ohne Kostner, Niedermayer und Ulmer (alle verletzt).

Timeouts: 6. Lugano, 29. Gottéron.

Bern - Genève-Servette 1:2 (0:0, 0:1, 1:1)

PostFinance-Arena. - 15'977 Zuschauer. - SR Rochette, Mauron/Micheli.

Tore: 37. Salmelainen (Gautschi, Vampola) 0:1. 51. Rubin (Salmelainen, Vampola) 0:2. 55. Berger (Kwiatkowski, Ritchie) 1:2.

Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Bern, 4mal 2 Minuten gegen Genève-Servette.

PostFinance-Topskorer: Ritchie; Goran Bezina.

Bern: Bührer; Höhener, Furrer; Kwiatkowski, Beat Gerber; Jobin, Hänni; Meier; Berger, Ritchie, Dumont; Neuenschwander, Froidevaux, Reichert; Deruns, Plüss, Rüthemann; Vigier, Gardner, Scherwey; Brunner.

Genève-Servette: Stephan; Vukovic, Goran Bezina; Pothier, Gautschi; Mercier, Gian-Andrea Randegger; Antonietti, Pivron; Rubin, Salmelainen, Vampola; Walsky, Flurin Randegger, Fata; Simek, Trachsler, Friedli; John Fritsche, Rivera, Roland Gerber.

Bemerkungen: Bern ohne Lötscher, Morant, Roche (alle verletzt), Bertschy und Vermin (beide U20-WM), Genève-Servette ohne Berthon, Hecquefeuille, Savary, Schneeberger (alle verletzt), Dan Fritsche (krank) und Vermeille (U20-WM). - 58. Timeout Genève-Servette. - Bern ab 58:35 ohne Goalie.

SCL Tigers - Biel 2:3 (1:1, 1:0, 0:2)

Ilfis. - 6058 Zuschauer (Saisonrekord). - SR Prugger, Dumoulin/Zosso.

Tore: 5. Lukas Haas (Gustafsson, Simon Moser/Ausschluss Ehrensperger) 1:0. 15. Bordeleau (Fröhlicher/Ausschlüsse Di Pietro; Spylo) 1:1. 24. Lukas Haas (Stettler, Simon Moser/Ausschluss Wellinger) 2:1. 43. Spylo 2:2. 55. Ehrensperger (Tschantré, Grieder/Ausschlüsse Stettler, Lukas Haas) 2:3.

Strafen: 4mal 2 plus 2mal 10 Minuten (McLean, Schilt) gegen die SCL Tigers, 7mal 2 Minuten gegen Biel.

PostFinance-Topskorer: McLean; Miéville.

SCL Tigers: Leimbacher; Popovic, Reber; Stettler, Schilt; Rytz, Lardi; Christian Moser, Lindemann; Gustafsson, Claudio Moggi, Bucher; Di Pietro, McLean, Pelletier; Polak, Lukas Haas, Simon Moser; Leblanc, Adrian Gerber, Genazzi.

Biel: Berra; Grieder, Wellinger; Preissing, Huguenin; Fröhlicher, Kparghai; Gossweiler; Beaudoin, Bordeleau, Tschannen; Spylo, Miéville, Lauper; Truttmann, Ehrensperger, Tschantré; Florin Gerber, Wetzel, Zigerli.

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Lüthi, Sandro Moggi (beide verletzt), Neff (krank) und Esche (überzähliger Ausländer), Biel ohne Gloor, Peter, Steinegger, Wieser (alle verletzt), Gaëtan Haas (U20-WM) und Sjusin (überzähliger Ausländer). - 1000. NL-Spiel von Jörg Reber (37). - 47. Wetzel verletzt out. - 52. Pfostenschuss Preissing. - Timeouts: 52. SCL Tigers, 60. Biel. - SCL Tigers ab 58:11 ohne Goalie. - 60:00 Tor von McLean aberkannt (Puck nach Sirene über der Linie).

National League A

(si)

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