Aktualisiert 13.02.2009 17:13

«Time-out» mit Klaus ZauggZug ist bereit für den Playoff-Final 2011

Wie reagieren die Zuger, wenn sie in die Playouts müssen? Wenn sie das Richtige tun, dann stehen sie 2011 im Playoff-Final.

von
Klaus Zaugg

Die Lakers haben schon den dritten Trainer und müssen doch in die Playouts. Weil nicht der Trainer das Problem ist. Sondern das Management und die miserable Qualität des Kaders. Ambri bestreitet trotz des Trainerwechsels die Playouts. Weil die Verletzung von Torhüter Thomas Bäumle Trainer John Harrington um den Job brachte. Anders beim EV Zug: Trotz zeitweise heftiger Polemik ist Doug Shedden immer noch im Amt.

Die Zuger haben immer noch die Chance, die Playoffs zu erreichen. Wenn sie die letzten fünf Partien gegen Lugano, Ambri, Biel, Langnau und Kloten gewinnen. Und dann ist alles möglich.

Wahrscheinlicher ist indes der Sturz in die Playouts. Mit der teuersten Mannschaft der Klubgeschichte. Mit einer Mannschaft, die gut genug ist für den Playoff-Final. Trotzdem sagt Sportchef Patrick Lengwiler gegenüber 20 Minuten Online: «Der Trainer steht nicht zur Diskussion. Auch dann nicht, wenn wir in die Playouts müssen.»

Die Nerven nicht verloren

Das sagt jeder Sportchef. Logo. Und doch ist diese Aussage anders zu gewichtigen und bemerkenswert. Das Management hat während der ganzen Qualifikation nie die Nerven verloren. Es ist unwichtig, ob Doug Shedden im Amt geblieben ist, weil: 1. die Entlassung aus dem noch bis Ende nächster Saison laufenden Vertrag zu teuer gewesen wäre (rund eine Million), 2. der Mut zur Entlassung fehlte und 3. Lengwiler tatsächlich davon überzeugt ist, dass die Schuld nicht beim Trainer liegt.

Entscheidend ist: Shedden steht in Zug noch immer an der Bande.

Der verflixte Herbst

Der Sportchef sagt auch, dass die Playoffs womöglich im Herbst verspielt worden sind. Der Herbst ist die Zeit der leichtfertig vergeigten Punkte. Eine Niederlage wiegt nicht schwer. Es sind gibt ja immer noch soooo viele Spiele. Da lässt sich alles korrigieren. Nur keine Panik. Erst im Januar wird jeder Zähler wichtig und im Februar jedes Spiel ein Drama.

Bei einer Tabelle aus den letzten 15 Runden steht der EV Zug auf Rang 6. Nur acht Punkte hinter Leader Kloten. Keine Frage: Die Zuger spielen längst gut genug, um locker in die Playoffs zu kommen. Aber es ist wahrscheinlich zu spät. In einer Tabelle der letzten 15 Runden liegt dafür Lugano unter dem Strich. Die Tessiner haben den Trainer gewechselt.

Ist der Sturz in die Playouts mal definitiv und damit das Undenkbare doch Wirklichkeit geworden, wird Lengwiler seine Meinung vielleicht ändern. Aber ein Blick zurück zeigt: Er hat gute Gründe, seinen Trainer weiterhin zu stützen. Servette stürzte im Frühjahr 2006 in die Playouts. Trainer Chris McSorley blieb im Amt (als Mitbesitzer und Manager verzichtete er darauf, sich selber zu feuern) - und zwei Jahre später stand er im Finale gegen die ZSC Lions. Den Klassenerhalt hatte sich Servette in der ersten Playout-Runde gegen die ZSC Lions gesichert.

Die Zürcher wechselten nach diesem Debakel drei Ausländer und den Trainer. Servette gleich alle vier Ausländer und behielt dafür den Trainer.

Ausländer mit Ladehemmungen

Damit kommen wir dem Problem der Zuger auf die Spur. In der Liga-Skorerliste der Ausländer liegen die Zuger auf Position 11 (Holden), 28 (Du Pont), 48 (McTavish), 51 (Isbister) und 55 (Harrison). Die Langnauer hingegen auf den Rängen 9 (Kariya), 19 (Setzinger), 23 (Toms) 46 (Murphy) und 49 (Niinimaa).

Die Zuger haben durch das Festhalten am Trainer viel Geld gespart. Wenn sie Doug Shedden behalten und das gesparte Geld in die ausländischen Arbeitnehmer investieren und bis spätestens in einem Jahr nach dem Vorbild von Servette gleich alle vier Ausländer auswechseln, dann kann die Mannschaft im Frühjahr 2011 das Finale bestreiten.

Seit drei Jahren hat der EV Zug die Schweizer Spieler, um Meister zu werden. Aber die Ausländer für die Playouts. Sportchef Patrick Lengwiler ist gefordert.

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