Aktualisiert 02.12.2011 23:01

National League AZug ist Leader dank geglückter Aufholjagd

Von 5:2 zum 5:6 im letzten Drittel: Der EV Zug zeigt in Bern eine ultimative Aufholjagd und stürmt an die Tabellenspitze. Servette besiegt Langnau diskussionslos, Lugano gewinnt das Tessiner Derby.

Zug wendete im Spitzenspiel in Bern im letzten Drittel ein 2:5 in ein 6:5 und feierte den vierten Sieg in Serie. Für die Gastgeber ging eine sechs Partien dauernde Siegesserie zu Ende. Das Game-Winning-Goal schoss Björn Christen 34 Sekunden vor dem Ende; der Stürmer lenkte im Powerplay einen Schuss von Damien Brunner unhaltbar ab. Bereits beim 1:2 von Fabian Sutter (18.) hatten die Zuger bei einer Strafe gegen den Berner Verteidiger Philippe Furrer getroffen. Die Gäste reüssierten in zwei von vier Überzahlsituationen und unterstrichen eindrücklich, weshalb sie im Powerplay die Nummer 1 der NLA sind.

Auch beim 1:2 hatte Liga-Topskorer Brunner seinen Stock im Spiel - wie auch beim 2:4 von Josh Holden (34.). Damit hat der Nationalstürmer in den letzten sieben Partien unglaubliche 17 Skorerpunkte (total 44) erzielt. Zuvor hatten Andy Wozniewski (42.), erneut Sutter (45.) sowie Timo Helbling, der erstmals im Dress der Zuger traf und damit seinen Fehler beim 1:3 von Pascal Berger (25.) wieder gutmachte, die Zentralschweizer bis zur 50. Minute ins Spiel zurückgebracht. Das 4:5 war allerdings ein Eigentor von Martin Höhener.

Partie entschieden? Von wegen!

Nach zwei Dritteln schien die Partie vorentschieden. Die in der Verteidigung ersatzgeschwächten Berner führten 5:2 und präsentierten sich bis dahin äusserst effizient - für die fünf Treffer benötigten sie bloss 19 Schüsse. Beim 2:0 in der 15. Minute schoss der erst 17-jährige Christoph Bertschy den Puck aus der Luft ins Tor; es war bereits dessen vierter Treffer in der NLA. Zudem liess er sich einen Assist beim 4:1 von Joel Kwiatkowski (27.) gutschreiben. 161 Sekunden nach dem 2:4 von Holden reagierte Ivo Rüthemann mit dem 5:2.

Mit diesem Sieg gelang Zug die Revanche für die 3:4-Niederlage nach Penaltyschiessen im ersten Auswärtsspiel in dieser Saison gegen Bern. Damals hatte der SCB eine Sekunde vor dem Ende der regulären Spielzeit zum 3:3 ausgeglichen.

Tigers - Servette: Langnauer Hoffnung auf Playoffs schwindet

Die SCL Tigers nähern sich im kapitalen Heimspiel gegen den Genève-Servette HC den Playoffs gewaltig an. Nach dem 0:4 gegen die Genfer beträgt der Rückstand auf Platz 8 bereits 13 Verlustpunkte. Es ist aber die Masse an Indizien, welche im Emmental die Hoffnungen auf die Playoffs schwinden lassen. Die Offensive bereitet dem Gegner keine Angst mehr. Seit 207:50 Minuten erzielten die Langnauer kein Tor mehr. Zur offensiven Impotenz gesellt sich Verletzungspech. Für Verteidiger Simon Lüthi, der vor einem Monat sein zwölftes Länderspiel bestritt, ist die Saison wegen einer Rückenverletzung zu Ende. Anton Gustafsson, der letzte Langnauer Torschütze, musste nach dem Einlaufen Forfait erklären. Und Captain Pascal Pelletier schied nach 31 Minuten und einem rüden Foul von Flurin Randegger verletzt aus (Knie).

Langnau ebenso harmlos wie zahnlos

Schnell erzählt ist die Geschichte des Spiels gegen Servette. Langnau agierte nicht nur im Angriff harmlos, sondern auch vor dem eigenen Gehäuse zahnlos. Bei den Toren zum 1:0 (Petr Vampola), 2:0 (Brian Pothier) und 4:0 (Daniel Rubin) konnten Genfer Spieler unbedrängt den Puck ins offene Langnauer Tor einschieben. Die entscheidenden Szenen spielten sich nach 36 Minuten ab: Zuerst traf der Langnauer Federico Lardi bloss den Innenpfosten; mit dem Gegenangriff gelang zehn Sekunden später dem Genfer Rico Fata das siegsichernde 3:0. Servette skorte aus drei Powerplaychancen zwei Tore, derweil Langnau sechs Mal in Überzahl spielte, aber nicht einmal während der Fünfminutenstrafe gegen Flurin Randegger ein Tor zu Stande brachte, obwohl in dieser Zeit auch Genfs Abwehrturm Goran Bezina auf der Strafbank sass.

Natürlich bleiben den Langnauern noch 21 Runden, um wie vor einem Jahr zum ersten Mal die Playoffs doch noch zu erreichen. Dazu müssten die Emmentaler aber wieder zur alten Heimstärke zurückfinden. Seit dem 4. November und einem äusserst glückhaften 6:4 gegen Bern haben sie in der Ilfishalle nicht mehr gewonnen. Ausserdem reicht es nicht, die sieben Plus- und 13 Verlustpunkte auf Biel wettzumachen. Die SCL Tigers müssten mit Biel (8.), Genève-Servette (9.) und Ambri-Piotta (10.) gleich drei Teams noch überholen.

Ambri - Lugano: Luganesi siegen erneut

Lugano hat auch das vierte Tessiner Derby in dieser Saison gegen Ambri-Piotta für sich entschieden. Das Team von Larry Huras siegte auswärts vor nur 4893 Zuschauern 4:1. Lugano sorgte im letzten Drittel mit zwei Powerplay-Toren innerhalb von 47 Sekunden zum 4:1 für die Vorentscheidung - es trafen Steve Hirschi (49.) und Raffaele Sannitz (50.). Bereits beim 1:1 in der 15. Minute hatte Kevin Romy in Überzahl reüssiert - Ambris Verteidiger Adrian Trunz lenkte den Schuss ins eigene Tor ab. Der von einer Verletzung wiedergenesene Romy - er hatte fünf Partien pausieren müssen - zeichnete auch für das 2:1 (32.) verantwortlich.

Ambri hatte schon in den ersten zwei Saisonduellen gegen Lugano in Führung gelegen. Daniele Grassi erwischte Luganos Torhüter Benjamin Conz in der 11. Minute mit einem Schuss aus spitzem Winkel. Damit gelang den Leventinern immerhin ein Tor, nachdem sie das erste Heimspiel in dieser Saison gegen die Bianconeri 0:3 verloren hatten. Für Ambri war es die achte Niederlage in den letzten neun Spielen.

Bern - Zug 5:6 (2:1, 3:1, 0:4)

PostFinance-Arena. - 15'456 Zuschauer. - SR Kämpfer/Massy, Abegglen/Schmid.

Tore: 13. Froidevaux (Scherwey, Philippe Furrer) 1:0. 14. Bertschy (Gardner, Plüss/Ausschluss Oppliger) 2:0. 18. Sutter (Lindemann, Brunner/Ausschluss Philippe Furrer) 2:1. 25. Berger 3:1. 27. Kwiatkowski (Plüss, Bertschy) 4:1. 34. Holden (Damien Brunner) 4:2. 36. Rüthemann (Gardner, Hänni/Ausschluss Christen) 5:2. 42. Wozniewski (Metropolit, Lammer) 5:3. 45. Sutter 5:4 (Eigentor Höhener). 50. Helbling (Casutt) 5:5. 60. (59:26) Christen (Damien Brunner, Lindemann/Ausschluss Philippe Furrer) 5:6.

Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Bern, 5mal 2 Minuten gegen Zug.

PostFinance-Topskorer: Gardner; Damien Brunner.

Bern: Gigon; Kwiatkowski, Philippe Furrer; Höhener, Hänni; Meier, Gerber; Dumont, Ritchie, Déruns; Bertschy, Plüss, Rüthemann; Vigier, Gardner, Berger; Adrian Brunner, Froidevaux, Scherwey.

Zug: Markkanen; Helbling, Fischer; Oppliger, Wozniewski; Andreas Furrer, Erni; Blaser; Damien Brunner, Holden, Schnyder; Casutt, Ruefenacht, Lindemann; Christen, Metropolit, Corsin Camichel; Lüthi, Sutter, Duri Camichel; Lammer.

Bemerkungen: Bern ohne Bührer, Reichert, Jobin, Morant, Vermin, Roche und Lötscher. Zug ohne Chiesa (alle verletzt) und Pirnes (überzählig). - 32. Gardner scheitert mit Penalty an Markkanen.

Timeouts: Bern (45.); Zug (59.). - Bern ab 59:42 ohne Torhüter.

Langnau - Genève-Servette 0:4 (0:1, 0:2, 0:1)

Ilfis. - 4793 Zuschauer (Saisonminusrekord). - SR Eichmann/Kurmann, Mauron/Tscherrig.

Tore: 16. Vampola (Bezina, Dan Fritsche/Ausschluss Genazzi) 0:1. 26. Pothier (Vampola, Fata) 0:2. 37. Fata (Gautschi) 0:3. 45. Rubin (Fata, Gautschi/Ausschluss Adrian Gerber) 0:4.

Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Langnau, 5mal 2 plus 5 Minuten (Flurin Randegger) plus 10 Minuten (Bezina) plus Spieldauer (Flurin Randegger) gegen Genève-Servette.

PostFinance-Topskorer: Simon Moser; Bezina.

Langnau: Esche; Reber, Popovic; Schilt, Christian Moser; Stettler, Rytz; Lardi; Simon Moser, McLean, Pelletier; Sandro Moggi, Claudio Moggi, Haas; Tobias Bucher, Genazzi, Rexha; Adrian Gerber, Kim Lindemann.

Genève-Servette: Tobias Stephan; Vukovic, Bezina; Pothier, Gautschi; Schneeberger, Gian-Andrea Randegger; Antonietti; Fata, Paul Savary, Rubin; Dan Fritsche, Vampola, Salmelainen; Simek, Trachsler, Samuel Friedli; John Fritsche, Flurin Randegger, Roland Gerber; Leonelli.

Bemerkungen: Langnau ohne Simon Lüthi (verletzt), Leblanc (krank) und Neff (rekonvaleszent), Genève-Servette ohne Walsky, Pivron, Mercier, Berthon (alle verletzt) und Rivera (gesperrt). Gustafsson (im Einspielen) und Pelletier (32.) verletzt ausgeschieden.

Pfostenschüsse: Lardi (37.); Vampola (8.), Pothier (45.).

Ambri-Piotta - Lugano 1:4 (1:1, 0:1, 0:2)

Valascia. - 4893 Zuschauer. - SR Popovic/Stricker, Arm/Küng.

Tore: 11. Grassi 1:0. 15. Romy 1:1 (Ausschluss Perrault) 1:1 (Eigentor Trunz). 32. Romy (Rintanen, Kienzle) 1:2. 49. Hirschi (Rintanen, Nummelin/Ausschluss Kobach) 1:3. 50. Sannitz (Hirschi, Romy/Ausschluss Hofmann) 1:4.

Strafen: 8mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta, 6mal 2 Minuten gegen Lugano.

PostFinance-Topskorer: Noreau; Bednar.

Ambri-Piotta: Schaefer; Noreau, Kutlak; Trunz, Schulthess; Casserini, Kobach; Müller; Pestoni, Perrault, Elias Bianchi; Raffainer, Schlagenhauf, Demuth; Botta, Mattia Bianchi, Grassi; Duca, Hofmann, Stucki; Lachmatow.

Lugano: Conz; Nummelin,Hirschi; Ulmer, Hendry; Kienzle, Profico; Nodari, Blatter; Steiner, Kamber, Domenichelli; Simion, Conne, Reuille; Murray, Romy, Rintanen; Kostner, Sannitz, Burki.

Bemerkungen: Ambri-Piotta ohne Westrum, Meier, Murovic, Kariya, Landry und Walker. Lugano ohne Niedermayer, Schlumpf und Vauclair (alle verletzt) und Bednar (krank). - 12. Tor von Kamber aberkannt (Goalie-Behinderung). - 52. Pfostenschuss Steiner. (si)

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