Zug: Kritik an Eisstadion-Neubau und Landverkauf
Aktualisiert

Zug: Kritik an Eisstadion-Neubau und Landverkauf

Am 24. Februar wird in der Stadt Zug über ein neues Eisstadion mit erweitertem Dienstleistungsangebot abgestimmt.

Zur Finanzierung des 60,96 Millionen Franken teuren Vorhabens will die Stadt Bauland verkaufen. Das Projekt stösst auch auf Kritik.

Denn nach Ansicht der Gegner sind die Baukosten zu hoch und das geplante Hochhaus überdimensioniert. Und dies nach einer Planung von fünf Jahren. 2005 haben die Stimmberechtigten mit 63 Prozent Ja-Stimmen einen Projektierungskredit für ein in einem Wettbewerb ausgewähltes Projekt von 45,5 Millionen Franken gutgeheissen.

Der Bebauungsplan für das Vorhaben im Herti-Quartier, das unterdessen knapp 61 Millionen Franken kosten soll, ist durch den Zuger Regierungsrat bereits genehmigt. Er umfasst nebst dem Eisstadion mit 7050 Plätzen ein Ausseneisfeld, einen «Stadtplatz» vor dem Stadion, Dienstleistungsbetriebe, öffentliche unterirdische Parkplätze sowie Wohnbauten für 170 Wohnungen.

Die Stadt will zur Finanzierung des Vorhabens in einer gemischtwirtschaftlichen Zusammenarbeit für 34,25 Millionen Franken Bauland an einen Totalunternehmer verkaufen, der die gesamte Bebauung erstellen und die öffentlichen Anlagen der Stadt schlüsselfertig übergeben wird.

Damit kostet das Vorhaben die Stadt Zug netto 22,51 Millionen Franken. 4,2 Millionen Franken steuern der Kanton Zug und umliegende Gemeinden bei. Das Stadtparlament hat die Vorlage mit 31 zu 5 Stimmen gutgeheissen.

EV Zug kontra Nachbarschaft

Der Eissportverein Zug, der in der Nationalliga A spielt, setzt sich lautstark für den Neubau ein. Bis 2012 verlangt die Nationalliga vom EV Zug die Anpassung an aktuelle Sicherheitsanforderungen. Dies sei nach Meinung der Sportvereinsführung nur mit einem neuen Stadion möglich.

Widerstand erwächst dem Bauvorhaben aus der Nachbarschaft und von der «Interessengemeinschaft für ein faires Herti-Projekt». Als Hauptargumente werden die gegenüber dem Vorprojekt viel höheren Baukosten genannt und die Dimension des 18-geschossigen Wohnhauses.

Das Gebäude mit 70 Wohnungen direkt neben der Stadionanlage und einem öffentlichen Bereich im Dachgeschoss soll 62 Meter hoch werden. In der Nachbarschaft stehen verschiedene Wohnbauten mit einer Höhe bis 45 Meter.

Von den Zuger Stadtparteien empfehlen die FDP, CVP, SVP, SP und CSP die Ja-Parole. Nur die Alternative empfiehlt ein Nein. Bei einem Ja soll im Sommer 2009 mit dem Bau begonnen werden.

(sda)

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