Gewagte Idee: Zug-Restaurant auf 2313 Metern über Meer
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Gewagte IdeeZug-Restaurant auf 2313 Metern über Meer

Ein Mailänder Architekt träumte von einem Zugwaggon-Restaurant auf einer Passhöhe. Der Zweite Weltkrieg beendete seinen Traum.

von
mst
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Ein Bild aus der Bauphase des Wagristoratore. Hier steht erst einer der zwei geplanten Zugwaggons.

Ein Bild aus der Bauphase des Wagristoratore. Hier steht erst einer der zwei geplanten Zugwaggons.

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Und das ist sein Erbauer: Der Mailänder Architekt Piero Portaluppi. Er ist vor allem für seine Wasserkraftwerke in Formazza bekannt.

Und das ist sein Erbauer: Der Mailänder Architekt Piero Portaluppi. Er ist vor allem für seine Wasserkraftwerke in Formazza bekannt.

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Der Plan für das Wagristoratore zeigt einen zusätzlichen Bau in der Mitte der beiden Zugwaggons.

Der Plan für das Wagristoratore zeigt einen zusätzlichen Bau in der Mitte der beiden Zugwaggons.

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Das Wagristoratore eröffnete 1930. Es ist ein Projekt des Mailänder Architekten Pietro Portaluppi. Seine Vision: Zwei Zugwaggons, aufgebaut auf mehreren Betonpfählen, sollten als Restaurant dienen. Aber nicht irgendwo.

Hoch hinaus

Piero Portaluppi wählte für sein Restaurant einen aussergewöhnlichen Ort: Auf einem unbebauten Stück Land auf dem Passo San Giacomo. Dieser verbindet das Val Formazza in Italien mit dem Val Bedretto im Tessin – und liegt auf 2313 Metern Höhe.

Ursprünglich war geplant, dass die beiden Zugwaggons mit einem mehrstöckigen Gebäude in der Mitte verbunden werden sollten. Das zeigen zumindest Zeichnungen von 1929. So weit sollte es aber nie kommen.

Verlassen und vergessen

Das Wagristoratore eröffnete 1930 und war Anlaufstelle für Reisende aus der Region. Man konnte dort nicht nur essen, sondern auch schlafen. Die beiden Wagen wurden aufwendig dekoriert und waren durchaus luxuriös.

Zu verdanken ist das der Società Anonima Alberghi della Formazza, einer Vereinigung, die Architekt Portaluppi selbst gegründet hat. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Wagristoratore verlassen und vergessen – heute stehen nur noch die Betonpfeiler.

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