National League A: Zug schnappt sich den Sieg in Davos mit Umweg
Aktualisiert

National League AZug schnappt sich den Sieg in Davos mit Umweg

Der HC Davos verliert eine hochklassige Partie gegen Zug trotz spielerischer Überlegenheit mit 3:2 nach Verlängerung.

Davos holte gegen Zug einen 0:2-Rückstand auf, drückte im Schlussdrittel auf den Siegtreffer – und verlor in der Verlängerung trotzdem. Der EVZ gewann zum dritten Mal in Serie, der HCD verlor das dritte Heimspiel hintereinander.

In der Verlängerung fand der EV Zug urplötzlich nochmals eine zweite Luft. Nachdem die Davoser in der Schlussphase vehement auf das 3:2 gedrückt und bei zwei Pfostenschüssen viel Pech gehabt hatten, waren die Zentralschweizer in der Overtime wieder ebenbürtig. 35 Sekunden vor dem Ende entwischte Lino Martschini und liess sich nicht zweimal bitten. Samuel Guerra verletzt sich beim Rückwärtslaufen ohne gegnerisches Verschulden und konnte Martschini nicht mehr stören.

Führung entgegen des Spielverlaufs

Die 2:0-Führung des EV Zug nach zwei Dritteln muss allen Davosern wie ein Hohn vorgekommen sein. Während 25 Minuten hatten die Bündner die Partie dominiert, die Tore schossen jedoch innerhalb von drei Minuten die Zuger Reto Suri und Yannick Blaser. Im Schlussabschnitt rückten der neue HCD-Kanadier Devin Setoguchi mit seinem zweiten Tor im zweiten Spiel und Andres Ambühl mit einem seiner unnachahmlichen Sololäufen in Unterzahl die Fakten wieder zurecht. Auch in den verbleibenden 14 Minuten stand Davos dem K.o.-Schlag näher als die Gäste aus Zug.

Die Partie wurde nach dem frühen Aus von Félicien Du Bois nach einem Check im ersten Drittel äusserst hart und giftig geführt. Der beste Davoser Verteidiger, der erst vor knapp zwei Wochen nach einer Hirnerschütterung zurückgekehrt war, erlitt erneut eine Kopfverletzung.

Zürcher Blitzstart

Die ZSC Lions feierten gegen Ambri-Piotta mit 5:2 den sechsten Sieg hintereinander. Die Basis zum Sieg legten die Zürcher mit einem Startfurioso. Der kanadische Jungstar Auston Matthews skorte für einmal nicht. Die ZSC Lions legten gegen Ambri los wie die Feuerwehr. Schon nach zehn Minuten und Goals von Severin Blindenbacher, Fabrice Herzog und Mike Künzle führten die Zürcher im sehr gut gefüllten Hallenstadion (9544 Zuschauer) 3:0. Eine Viertelstunde lang gelang den Lions fast alles. Das Heimteam hätte zu diesem Zeitpunkt 5:0 oder 6:0 führen können. In den Zürcher Spielfluss hinein fiel aber Ambris Anschlusstreffer durch Alexandre Giroux. Und danach gestaltete sich für die ZSC Lions der Rest des Abends viel komplizierter.

Zwei Rollenspieler schlüpften für einmal in Hauptrollen. Mark Bastl, der im Sommer vom ZSC zu Ambri gewechselt hat, wurde vor der Partie für 457 NLA-Spiele, acht Saisons und fünf Titel (3x Meister, Champions League, Victoria Cup) mit den ZSC Lions geehrt. Ausgerechnet Bastl verkürzte für Ambri in der 24. Minute auf 2:3. Und danach verpassten Benjamin Chavaillaz (25.) und Zach Hamill (30.) zweimal den Ausgleich nur ganz knapp. Zum Matchwinner für die Zürcher avancierte in der zweiten Spielhälfte schliesslich der erst 19-jährige Pius Suter. Suter erzielte die siegsichernden Tore zum 4:2 (43.) und 5:2 (52.). Es waren erst seine NLA-Treffer Nummer 2 und 3.

Dritte Auswärtsniederlage von Fribourg

Zuhause eine Macht, auswärts seit ein paar Wochen mit Problemen: Leader Fribourg verlor beim 1:3 in Kloten zum dritten Mal hintereinander auf fremdem Eis. Die Kloten Flyers kehrten nach zwei Niederlagen verdient wieder auf die Siegerstrasse - und über den Strich - zurück. Fribourg machte einen matten Eindruck und schaffte es nie, Druck auf das Tor von Oldie Martin Gerber auszuüben. Die Klotener Treffer fielen dennoch eher glücklich.

Das 2:1 erzielte Matthias Bieber drei Minuten vor dem Ende des Mitteldrittels zwar in Überzahl, es war jedoch nicht herausgespielt, sondern ein brillantes Dribbling des Zürchers, der zu wenig gestört wurde. Und beim 3:1 unterlief dem 18-jährigen Youngster Yannick Rathgeb, einem der positiven Überraschungen dieser Saison, für einmal ein grober Fehler. Er verlor den Puck an Bieber, der James Sheppard bediente. Der Kanadier verbuchte in seinem zweiten Spiel für die Flyers sein erstes Tor und egalisierte damit bereits die Marke, die sein überzähliger und ungenügender Landsmann Mark Olver in den ersten acht Partien der Saison erzielt hatte. Fribourgs einziger offensiver Output war im ersten Drittel zu sehen, als Benny Plüss und Ryan Gardner nach einem Pfostenschuss Alexandre Picards energisch nachsetzten und nur zweieinhalb Minuten nach dem Führungstreffer Tommi Santalas ausglichen.

Bern gewinnt zweites Derby

Der SC Bern verlor in der Doppelrunde nur ein Derby: 24 Stunden nach der unerwarteten Niederlage in Langnau (2:4) besiegten die Berner den EHC Biel 4:1. Nach drei Partien mit bloss zwei gewonnenen Punkten sicherte sich Bern wieder einmal drei Punkte. Das Team von Guy Boucher gewann zum vierten Mal hintereinander ein Heimspiel. Nicht alles überzeugte aber beim SC Bern. Die Siegsicherung gelang Martin Plüss mit dem 4:1 erst in der 45. Minute. In Anbetracht der Überlegenheit hätten die Berner schon vorher mehr Goals erzielen müssen.

Im Gegensatz zu Bern muss Biel das Überzahlspiel üben, obwohl Daniel Steiner den einzigen Treffer des EHC (zum 1:2) im Powerplay erzielte. Die Seeländer beanspruchten indessen mehrmals grosses Glück, dass sie um einen Shorthander herumkamen. Biel kassierte letzte Woche zwei Gegentore mit einem Mann mehr auf dem Eis und tat sich am Samstag bei drei Überzahlchancen äusserst schwer, sich überhaupt in der Berner Zone zu installieren.

Lugano verschafft sich etwas Luft

Dem HC Lugano gelang mit einem 2:0 gegen Lausanne der erste Sieg nach zuletzt vier Niederlagen in Serie und dem Fall ans Tabellenende. Die Tore schossen Fredrik Pettersson und Damien Brunner. Patrick Fischer liess nichts unversucht, um sein verunsichertes Starensemble wieder in die Erfolgsspur zu führen. So wechselte er auf der Goalieposition von Daniel Manzato wieder zu Elvis Merzlikins zurück und gruppierte seine Schweden Fredrik Pettersson, Tony Martensson und Linus Klasen in einer Linie. Die Massnahme zahlte sich aus. Das entscheidende Tor gelang in der 37. Minute nach einem Pass Klasens durch eine schöne Einzelaktion von Pettersson.

Die Verunsicherung konnten die Bianconeri nicht vollends abschütteln, doch zumindest stand man gegen die offensiv eher harmlosen Lausanner defensiv solide und liess nur wenige Chancen zu. Zudem zeigte sich Merzlikins mit 28 Paraden sehr stilsicher. Die Waadtländer konnten erst im dritten Drittel etwas mehr Druck entwickeln, blieben in einer hektischen Schlussphase aber ohne Erfolg. PostFinance-Topskorer Damien Brunner, der am Freitag bei der Niederlage in Zug noch zwei Drittel lang die Wolldecke auf der Ersatzbank gefasst hatte, traf 45 Sekunden vor Schluss noch zum 2:0 ins leere Tor. Der überbordende Jubel von Brunner und seinen Teamkollegen sagte alles darüber aus, wie sehr die Tessiner aktuell unter Druck stehen.

Davos - Zug 2:3 (0:0, 0:2, 2:0, 0:1) n.V.

4705 Zuschauer. – SR Fischer/Massy, Abegglen/Tscherrig.

Tore: 25. Suri (Holden, Martschini) 0:1. 28. Blaser (Bouchard) 0:2. 42. Setoguchi (Schneeberger, Dino Wieser) 1:2. 46. Ambühl (Forster, Dino Wieser/Ausschluss Sciaroni!) 2:2. 65. (64:25) Martschini 2:3.

Strafen: 7mal 2 plus 10 (Forster) Minuten plus Spieldauer (Forster) gegen Davos, 8mal 2 Minuten plus Spieldauer (Morant) gegen Zug.

PostFinance-Topskorer: Lindgren; Bouchard.

Davos: Genoni; Du Bois, Guerra; Heldner, Forster; Schneeberger, Paschoud; Brejcak; Sciaroni, Ambühl, Dino Wieser; Setoguchi, Lindgren, Axelsson; Marc Wieser, Aeschlimann, Ryser; Simion Walser, Jörg; Sieber.

Zug: Stephan; Ramholt, Grossmann; Schlumpf, Sondell; Morant, Alatalo; Blaser; Lammer, Immonen, Bouchard; Martschini, Holden, Suri; Zangger, Senteler, Schnyder; Thibaudeau, Peter, Marchon.

Bemerkungen: Davos ohne Corvi, Kindschi und Paulsson, Zug ohne Bürgler, Lüthi, Diem (alle verletzt) und Erni (krank). 15. Du Bois verletzt ausgeschieden. 28. Timeout Davos. Pfostenschüsse: 53. Lindgren, 57. Walser.

Bern - Biel 4:1 (1:0, 2:1, 1:0)

15'903 Zuschauer. – SR Prugger/Vinnerborg, Kovacs/Mauron.

Tore: 9. Jobin (Blum/Ausschluss Huguenin) 1:0. 24. Pascal Berger (Conacher, Beat Gerber) 2:0. 27. Daniel Steiner (Huguenin, Arlbrandt/Ausschluss Bergenheim) 2:1. 34. Conacher (Flurin Randegger) 3:1. 46. Martin Plüss (Pascal Berger, Blum/Ausschluss Wetzel) 4:1.

Strafen: je 4mal 2 Minuten.

PostFinance-Topskorer: Conacher; Stapleton.

Bern: Schwendener; Jobin, Beat Gerber; Helbling, Untersander; Kreis, Blum; Flurin Randegger, Gian-Andrea Randegger; Reichert, Ruefenacht, Scherwey; Simon Moser, Martin Plüss, Bodenmann; Alain Berger, Smith, Bergenheim; Conacher, Derek Roy, Pascal Berger.

Biel: Rytz; Dave Sutter, Huguenin; Maurer, Fey; Jecker, Wellinger; Dufner, Nicholas Steiner; Tschantré, Wetzel, Joggi; Rossi, Macenauer, Arlbrandt; Holdener, Herburger, Stapleton; Daniel Steiner, Fabian Sutter, Fabian Lüthi.

Bemerkungen: Bern ohne Ebbett, Kobasew und Krueger, Biel ohne Berthon, Ehrensperger, Gaetan Haas, Jelovac, Olausson und Spylo (alle verletzt). Pfostenschuss Rossi (39.).

Kloten Flyers - Fribourg-Gottéron 3:1 (1:1, 1:0, 1:0)

4054 Zuschauer. – SR Kurmann/Wehrli, Peter Küng/Progin.

Tore: 6. Santala (Praplan) 1:0. 8. Plüss (Gardner, Picard) 1:1. 37. Bieber (Ausschluss Schilt) 2:1. 42. Sheppard (Bieber) 3:1.

Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Kloten, 4mal 2 Minuten gegen Fribourg.

PostFinance-Topskorer: Kolarik; Bykow.

Kloten Flyers: Gerber; Frick, von Gunten; Harlacher, Gustafsson; Collenberg, Stoop; Schelling; Praplan, Santala, Hollenstein; Kolarik, Sheppard, Bieber; Hartmann, Kellenberger, Casutt; Lemm, Liniger, Studer.

Fribourg-Gottéron: Conz; Kamerzin, Ngoy; Rathgeb, Picard; Maret, Schilt; Camperchioli; Neukom, Gardner, Plüss; Mauldin, Pouliot, Mottet; Sprunger, Bykow, Salminen; Fritsche, Schmutz, Rivera; Vauclair.

Bemerkungen: Kloten Flyers ohne Olver (überzähliger Ausländer), Back, Boltshauser, Guggisberg, Hasani, Obrist und Leone, Fribourg ohne Abplanalp, Loichat und Pivron (alle verletzt). 59:10 Timeout Fribourg, danach ohne Torhüter.

ZSC Lions - Ambri-Piotta 5:2 (3:1, 1:1, 1:0)

9544 Zuschauer. – SR Eichmann/Mollard, Bürgi/Kohler.

Tore: 3. Blindenbacher (Cunti, Seger/Ausschluss Mäenpää) 1:0. 7. Herzog (Nilsson, Matthews/Ausschluss Trunz) 2:0. 11. Künzle (Suter, Jonas Siegenthaler) 3:0. 14. Giroux (Pestoni) 3:1. 24. Bastl (Hamill, Emmerton/Ausschluss Schäppi) 3:2. 34. Suter (Künzle, Shannon) 4:2. 52. Suter (Seger/Strafe angezeigt) 5:2.

Strafen: 3mal 2 Minuten gegen ZSC Lions, 2mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta.

PostFinance-Topskorer: Matthews; Mäenpää.

ZSC Lions: Schlegel; Geering, Bergeron; Blindenbacher, Jonas Siegenthaler; Seger, Phil Baltisberger; Hächler; Ryan Keller, Cunti, Wick; Nilsson, Matthews, Herzog; Patrik Bärtschi, Trachsler, Schäppi; Künzle, Shannon, Suter; Jan Neuenschwander.

Ambri-Piotta: Zurkirchen; Fora, Zgraggen; Birbaum, Mäenpää; Trunz, Chavaillaz; Sven Berger; Grassi, Bastl, Lauper; Lhotak, Emmerton, Monnet; Pestoni, Hamill, Giroux; Duca, Fuchs, Elias Bianchi; Oliver Kamber.

Bemerkungen: ZSC Lions ohne Chris Baltisberger, Flüeler, Dan Fritsche und Daniel Schnyder (alle verletzt). Pfostenschuss Wick (37.). Timeout Ambri-Piotta (7.).

Lugano - Lausanne 2:0 (0:0, 1:0, 1:0)

5534 Zuschauer. – SR Koch/Stricker, Espinoza/Pitton.

Tore: 37. Pettersson (Klasen) 1:0. 60. (59:15) Brunner 2:0 (ins leere Tor).

Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Lugano, 3mal 2 Minuten gegen Lausanne.

PostFinance-Topskorer: Brunner; Danielsson.

Lugano: Merzlikins; Furrer, Ulmer; Chiesa, Vauclair; Kparghai, Hirschi; Kienzle, Sartori; Klasen, Martensson, Pettersson; Hofmann, Sannitz, Brunner; Reuille, Romanenghi, Morini, Fazzini, Steinmann, Bertaggia.

Lausanne: Huet; Gobbi, Leeger; Trutmann, Stalder; Lardi, Genazzi; Nodari; Danielsson, Hytönen, Froidevaux; Louhivaara, Miéville, Pesonen; Walsky, Conz, Déruns; Antonietti, Savary, Simon Fischer.

Bemerkungen: Lugano ohne Filppula (private Gründe) und Walker, Lausanne ohne Bang, Jannik Fischer, Rytz und Herren (alle verletzt). Pfosten-/Lattenschüsse: Pettersson (32.); Pesonen (27.). 40. Tor von Hytönen wegen Goaliebehinderung nicht anerkannt. 40. Steinmann verletzt ausgeschieden. 60. Timeout Lausanne. Lausanne von 58:45 bis 59:15 ohne Torhüter. (si)

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