Aktualisiert 30.07.2019 22:11

Opfer lief Perron entlangZug-Schubser von Sissach kam mit Busse davon

Auch in der Schweiz gab es Fälle, in denen Personen aufs Gleis gestossen wurden. Die Strafen dafür fielen unterschiedlich aus.

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H. A. soll der Täter des tödlichen Vorfalls am Frankfurter Hauptbahnhof sein.

H. A. soll der Täter des tödlichen Vorfalls am Frankfurter Hauptbahnhof sein.

Der 40-Jährige wohnt in der Schweiz und hat bei den VBZ gearbeitet.

Der 40-Jährige wohnt in der Schweiz und hat bei den VBZ gearbeitet.

AFP/Christoph Reichwein
Am Dienstag, 30. Juli 2019, informierte die Kantonspolizei Zürich zum Fall. Der Mann war in der Woche zuvor polizeilich aufgefallen, als er seine Frau, die drei Kinder und eine Nachbarin in seiner Wohnung eingesperrt hatte.

Am Dienstag, 30. Juli 2019, informierte die Kantonspolizei Zürich zum Fall. Der Mann war in der Woche zuvor polizeilich aufgefallen, als er seine Frau, die drei Kinder und eine Nachbarin in seiner Wohnung eingesperrt hatte.

Der Eritreer H. A.* stiess eine Frau und deren Kind in Frankfurt auf das Gleis: Der Fall schockiert und sorgt weltweit für Schlagzeilen. Auch in der Schweiz gab es in der Vergangenheit mehrere Fälle, in denen Personen absichtlich auf das Gleis gestossen wurden.

In Affoltern am Albis stiess 2016 ein 32-Jähriger einen Rentner gegen die S-Bahn, weil er sich von ihm provoziert fühlte. Der Täter hatte zuvor eine Frau angesprochen, der Rentner ging dazwischen und sagte ihm, er solle die Frau ihn Ruhe lassen. Daraufhin folgte der Türke dem Rentner und stiess ihn, als die S-Bahn heranfuhr, aufs Gleis. Der Rentner wurde mitgeschleift und erlitt zahlreiche Brüche.

Versuchte Tötung

Der Türke habe hinterlistig gehandelt, der Stoss sei für das Opfer völlig überraschend gekommen, befand das Gericht und verurteilte ihn wegen versuchter Tötung. Da er jedoch wegen psychischer Probleme nicht schuldfähig war, kam er statt ins Gefängnis in eine psychiatrische Klinik. Gegen eine Abschiebung hatte er erfolgreich geklagt, da die Therapie Wirkung zeige und er keinen Bezug zur Türkei habe.

Glimpflich davon kam ein Zug-Schubser aus Sissach BL. Im Mai 2017 beförderte er einen 35-jährigen Mann ins Gleisbett. Die Tat passierte, als das Opfer mit Kollegen das Perron entlanglief. Der Mann konnte sich rechtzeitig vor einem herannahenden Zug in Sicherheit bringen.

Sissacher Schubser erhielt Busse

Da gerade kein Zug einfuhr, wurde er nur wegen einer Tätlichkeit, nicht wegen Gefährdung des Lebens verurteilt, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärt. Der 30-jährige Mann aus Sri Lanka wurde zu einer Busse verurteilt. Wie hoch diese ausfiel, wollten die Behörden nicht bekannt geben. Der Fall sei nicht mit dem Vorfall in Frankfurt vergleichbar, betont ein Sprecher.

Viereinhalb Jahre Gefängnis unbedingt kassierte indes ein 33-jähriger Deutscher, der 2015 in Zürich unter Alkohol- und Drogeneinfluss eine Frau vom Perron vor eine einfahrende S-Bahn schubste – dabei wurde ihr der linke Unterarm abgetrennt. Der Täter erklärte vor dem Bezirksgericht, die Frau habe gedroht, ihn zu schlagen. Die Tat zeichneten Kameras am Hauptbahnhof Zürich auf. Das Gericht befand: «Es ist unerträglich anzusehen, wie Sie mit vollem Körpereinsatz diese Frau gegen den Zug schmeissen.»

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