Gotthard-Basistunnel: Zug verliert bei Testfahrt mit 220 km/h Abdeckung
Aktualisiert

Gotthard-BasistunnelZug verliert bei Testfahrt mit 220 km/h Abdeckung

Bei einer Highspeed-Fahrt mit dem neuen SBB-Superzug im Gotthard-Basistunnel ist eine Verschalung weggeschleudert worden. Die SBB muss im Tunnel regelmässig Teile einsammeln.

von
mme
1 / 11
Ein Giruno auf einer Testfahrt beim Gotthardbasistunnel. Bei einer solchen Fahrt verlor ein Giruno ein Teil der Verschalung.

Ein Giruno auf einer Testfahrt beim Gotthardbasistunnel. Bei einer solchen Fahrt verlor ein Giruno ein Teil der Verschalung.

Dario Haeusermann
Schaden richtete das Teil keinen an. Es kommt aber immer wieder vor, dass Züge im Tunnel Dinge verlieren, berichtete die Fachzeitschrift «Schweizer Eisenbahn Revue».

Schaden richtete das Teil keinen an. Es kommt aber immer wieder vor, dass Züge im Tunnel Dinge verlieren, berichtete die Fachzeitschrift «Schweizer Eisenbahn Revue».

Dario Haeusermann
Bis zu 170 Güterzüge können den Tunnel pro Tag passieren. Gefunden werden im GBT laut SBB dann und wann (Abdeck-)Blachenteile, (Abdeck-)Netze, Befestigungen wie Spannseile, Beschriftungen oder auch mal Schuhe oder Plastikrohre.

Bis zu 170 Güterzüge können den Tunnel pro Tag passieren. Gefunden werden im GBT laut SBB dann und wann (Abdeck-)Blachenteile, (Abdeck-)Netze, Befestigungen wie Spannseile, Beschriftungen oder auch mal Schuhe oder Plastikrohre.

Keystone/Gaetan Bally

Kürzlich flog im Gotthardbasistunnel bei einem Giruno, dem neuen Zug der SBB, auf einer Testfahrt mit bis zu 220 km/h eine Lüfterabdeckung weg: Dies berichtet die «Schweizer Eisenbahn Revue» in ihrer aktuellen Ausgabe. Später sei das Verschalungsteil von Mitarbeitern gefunden worden, Schaden sei keiner entstanden. Die Ursache sei ermittelt worden, sämtliche Girunos wurden kontrolliert und der Schadenpunkt wo nötig angepasst.

Offenbar verlieren Züge im mit 57 Kilometer längsten Eisenbahntunnel der Welt, durch den täglich 170 Güter- sowie 50 Personenzüge fahren, «immer wieder Ladungs- oder Fahrzeugteile», wie die «Eisenbahn Revue» berichtet: «Sie werden von den Erhaltungsteams gefunden und in Erstfeld und Biasca gesammelt.»

Sicherheit ist laut SBB gewährleistet

Die SBB bestätigt auf Anfrage, dass im Tunnel manchmal Züge Dinge verlieren: «Gefunden werden im Tunnel dann und wann Abdeck-Blachenteile und Abdecknetze, Befestigungen wie Spannseile, Beschriftungen oder auch mal Schuhe oder Plastikrohre.» Wie viele Gegenstände gefunden und in Erstfeld und Biasca gelagert werden, darüber werde keine Statistik geführt. «Wichtig ist aber: Es sind keine sicherheitsgefährdenden Teile darunter, auch dank der Zugkontrolleinrichtungen (ZKE)», betont SBB-Sprecher Daniele Pallecchi.

«Wir gehen keine Kompromisse ein»

Die Güterverkehrsstrecken in der Schweiz gehörten zu den bestüberwachten Strecken überhaupt: «Bei der Sicherheit geht die SBB keine Kompromisse ein.» Die verlorenen Teile im Tunnel seien kein Sicherheitsproblem. Pallecchi: «Züge, welche ein Sicherheitsproblem darstellen würden, werden bereits an der Schweizer Grenze durch die ZKE gestoppt. Die ZKE kontrollieren automatisch die Güterzüge an mehreren Standorten entlang der ganzen Strecke durch die Schweiz.» Zwischenfälle wegen verlorenen Teilen im Gotthardbasistunnel habe es noch nie gegeben.

Zudem gebe es auch im Gotthardbasistunnel tägliche Kontrollen, die visuell und elektronisch durchgeführt werden. Und: «Nicht zuletzt haben die Lokführer im Minutenabstand immer ein scharfes Auge auf unsere Strecken überall.»

Der Gotthardbasis-Tunnel ist nun seit bald einem Jahr im Fahrplanbetrieb. In Kürze werden die SBB ein offizielles Fazit ziehen, wie der Betrieb bisher funktioniert.

Zentralschweiz-Push

Wenn Sie in der 20-Minuten-App auf Ihrem Smartphone die Benachrichtigungen des Zentralschweiz-Kanals abonnieren, werden Sie regelmässig über Breaking News aus Ihrer Region informiert. Hier können Sie den Zentralschweiz-Push von 20 Minuten abonnieren. (funktioniert in der App)

Deine Meinung