Zuger Amoklauf: Die Kosten
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Zuger Amoklauf: Die Kosten

Der Amoklauf im Zuger Kantonsparlament mit 14 Toten und 15 zum Teil Schwerverletzten hat dem Kanton direkte Kosten von 8,8 Millionen Franken verursacht.

Dazu kommen indirekte Kosten in fast derselben Höhe. Die administrative Bewältigung des Attentats ist laut der Zuger Staatskanzlei weitgehend abgeschlossen, Trauer und Schmerz blieben.

Das Vermögen des Täters von 800.000 Franken wurde zum grösseren Teil in die Staatskasse überführt, so dass Nettokosten von acht Millionen Franken anfielen. Gestützt auf das Opferhilfegesetz wurden Zahlungen im Betrag von über 4,9 Millionen Franken geleistet. Noch sind bei der Opferhilfe fünf Gesuche betreffend Genugtuung hängig. 750.000 Franken wurden gestützt auf einen Kantonsratsbeschluss als Härtebeiträge an Betroffene des Attentats bezahlt. Diverse Attentatsaufwendungen wie die Kosten für Gedenkanlässe, die Gedenkstätte und anderes werden auf 1,08 Millionen Franken beziffert. Der Umbau und die Instandstellung des Kantonsratssaals kostete nach Abzug der Versicherungsleistungen von 300.000 Franken 2,05 Millionen Franken.

Dazu kommen noch die so genannten indirekten Aufwendungen für die Gewährleistung der Sicherheit der kantonalen Behörden, der Verwaltung und der Gerichte. Für bauliche Massnahmen wurden rund 7,5 Millionen Franken ausgegeben. Für die neue Fachstelle Sicherheit kommt dazu ein jährlich wiederkehrender Betrag von 500.000 Franken. Zu diesen Beiträgen hinzugerechnet kommen nicht näher bezifferte Kosten der Kollektivunfallversicherung des Kantons, der Sozialversicherungen und der Pensionskassen. Insgesamt wurden 384.000 Franken für die Betroffenen gespendet.

Der Täter Friedrich Leibacher habe unmittelbar vor dem Attentat sein gesamtes Vermögen seiner damals minderjährigen Tochter geschenkt und es weitgehend auf eine Bank in Luxemburg transferiert. Der Kanton hat diese Schenkung gerichtlich angefochten, sich aber am 22. Juni 2004 mit der Tochter, vertreten durch die zuständige Vormundschaftsbehörde, auf einen gerichtlichen Vergleich geeinigt. Danach wird der Kanton Eigentümer aller Vermögenswerte der Tochter, jedoch nach Abzug eines angemessenen Beitrags für ihre Ausbildung. Die Tochter sei mittlerweise volljährig und habe den gerichtlichen Vergleich anerkannt. Die Luxemburger Bank hat 800.000 Franken der Zuger Staatskasse überwiesen. Über den Betrag, der der Tochter zu Ausbildungszwecken verbleibt, haben Kanton und Vormundschaftsbehörde aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes Stillschweigen vereinbart. Es seien aber weniger als die erhaltenen 800.000 Franken, heisst es.

Die administrative Bearbeitung des Attentats sei damit weitestgehend abgeschlossen, heisst es in der Mitteilung der Staatskanzlei. Die Trauer um die Verstorbenen, die Erinnerung an sie und das Mitfühlen mit den körperlich und seelisch Verletzten werde aber alle ein Leben lang begleiten. Zu der Bluttat war es am 27. September 2001 gekommen. Leibacher hatte damals während einer Sitzung des Kantonsparlaments im Zuger Grossratssaal 14 Menschen getötet und 15 zum Teil schwer verletzt. Anschliessend erschoss er sich selber. (dapd)

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