Fake-Briefe verschickt: Zuger Bevölkerung erhält gefälschte Quarantäneanordnungen
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Fake-Briefe verschicktZuger Bevölkerung erhält gefälschte Quarantäneanordnungen

Im Kanton Zug kursieren Briefe, in denen die Bevölkerung informiert wird, dass sie sich in Quarantäne begeben soll. Es handelt sich um Fälschungen. Der Kanton bittet um Mithilfe.

von
Gianni Walther
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Mehrere Personen im Kanton Zug haben gefälschte Briefe mit Quarantäneanordnungen erhalten.

Mehrere Personen im Kanton Zug haben gefälschte Briefe mit Quarantäneanordnungen erhalten.

20Min/ Martin Messmer
«Eine Anordnung einer einschneidenden Massnahme wie der Quarantäne via Brief ohne Bitte um eine persönliche Kontaktaufnahme kommt für uns nicht in Frage», sagt der Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri.

«Eine Anordnung einer einschneidenden Massnahme wie der Quarantäne via Brief ohne Bitte um eine persönliche Kontaktaufnahme kommt für uns nicht in Frage», sagt der Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri.

BAG
In den letzten Monaten habe man alle Personen per Telefon oder E-Mail erreichen können und keinen einzigen Brief verschickt.

In den letzten Monaten habe man alle Personen per Telefon oder E-Mail erreichen können und keinen einzigen Brief verschickt.

20 min/Celia Nogler

Darum gehts

  • Im Kanton Zug sind gefälschte Briefe mit Quarantäneanordnungen im Umlauf.

  • Der Kantonsarzt stellt klar: «In den letzten Monaten haben wir alle Personen per Telefon oder E-Mail erreichen können und keinen einzigen Brief verschickt.»

  • Wer einen solchen Brief erhalten hat, soll sich bei der Corona-Auskunftsstelle melden.

  • Briefe würden nur in Ausnahmefällen verschickt.

  • Die Gesundheitsdirektion hat rechtliche Schritte eingeleitet.

«Mehrere Zugerinnen und Zuger haben sich in den letzten Tagen bei der Gesundheitsdirektion gemeldet, da sie via Brief über eine angeordnete Quarantäne informiert worden sind», heisst es in einer Medienmitteilung der Zuger Gesundheitsdirektion. Gemäss Brief sei dies nötig, da die Betroffenen Kontakt zu einer am Coronavirus infizierten Person gehabt hätten. Aber: «Bei diesen Briefen handelt es sich eindeutig um Fälschungen. Die Gesundheitsdirektion hat rechtliche Schritte eingeleitet und eine Meldung an die Zuger Polizei getätigt», heisst es weiter.

«Eine Anordnung einer einschneidenden Massnahme wie der Quarantäne via Brief ohne Bitte um eine persönliche Kontaktaufnahme kommt für uns nicht in Frage», sagt der Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri. Und weiter: «In den letzten Monaten haben wir alle Personen per Telefon oder E-Mail erreichen können und keinen einzigen Brief verschickt.» Nur in Ausnahmefällen würden E-Mails oder Briefe verschickt, wenn Personen, die sich in Quarantäne begeben müssen, auch «nach mehrmaligen Versuchen telefonisch nicht erreicht werden können.»

Wer einen solchen Brief erhalten hat, soll sich bei der Corona-Auskunftsstelle melden (041 728 39 09 / auskunft.corona@zg.ch). Auch bei einem blossen Verdacht solle man sich dort melden. So könne das Ausmass der Verbreitung abgeschätzt werden. «Wir bedauern ausserordentlich, dass die Zuger Bevölkerung in dieser herausfordernden Zeit durch solche Aktionen verunsichert wird», sagt der Gesundheitsdirektor Martin Pfister.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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