Nachtleben: Zuger entdecken die Zwischennutzung

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NachtlebenZuger entdecken die Zwischennutzung

«Chez Nussbaumer» heisst ein neuer Kulturtreffpunkt mit Bar in Zug: Er ist temporär an bester Lage eingemietet. Vorbild für die Zuger Zwischennutzungen ist die Stadt Luzern.

von
msa

Die Initiative für die Zwischennutzung der ehemaligen Elektrowerkstatt kommt von der Zuger Balkan-Brassband «blehmuzik». «Wir haben für unser nächstes Konzert eine spezielle Lokalität gesucht», sagt Beat Holdener auf Anfrage. Der Organisator wohnt in der Nähe der Werkstatt Nussbaumer in Zug und hörte, dass diese für einen Monat leer stehen würde. Die Besitzerfamilie gab das Einverständnis, das Gebäude bis zum geplanten Umbau als Kulturtreffpunkt zwischenzunutzen. Neben den vielen Veranstaltungen, die im Monat Oktober stattfinden, wurde auch eine Bar in die Werkstatt eingebaut. Das Gebäude steht an der Pilatusstrasse direkt neben dem Bahnhof Zug.

«Chez Nussbaumer» will urbanes Publikum anlocken

«Da wir für unsere zwei Konzerte aufwändige Bühnen- und Tontechnik installieren, kam uns die Idee, mehr aus der Lokalität zu machen», so Holdener zum Treffpunkt «Chez Nussbaumer». Mit dem Programm solle ein urbanes und neugieriges Publikum angesprochen werden, das keine Berührungsängste hat: «Es ist uns wichtig, einen kulturellen Treffpunkt zu schaffen und die Leute zu animieren. Die schöne Ambiance der Werkstatt steht im Mittelpunkt.» Die Veranstaltungen reichen von Konzerten bis hin zu Lesungen. Auch gemeinsames Tatortschauen wird organisiert.

Der Verein will auch nach dem Kulturtreffpunkt «Chez Nussbaumer» aktiv bleiben. «Wir haben ein weiteres Angebot einer Lokalität in Zug bekommen, die wir in Zukunft ähnlich nutzen könnten», sagte Holdener.

Auch bei der Post geht die Post ab

«Chez Nussbaumer» ist nicht die einzige Zwischennutzung in der Stadt Zug: Kürzlich wurde die alte Hebebühne bei der ehemaligen Päcklipost in Zug in eine Event-Bühne umgewandelt. In der «Hebe Bühni» finden nun bis Ende Jahr Konzerte, Lesungen, Kleinkunst und Talks statt. Betrieben wird sie von Fabian Schmid, der vormals das «Aige» am Koliplatz führte.

Vorbild für solche kulturelle Zwischennutzungen ist laut Holdener vom «Chez Nussbaumer» die Stadt Luzern: «Das Beispiel des Neubad in Luzern macht jetzt auch in Zug Schule», stellt er fest. Das Neubad in Luzern war früher ein Hallenbad, heute wird es für einige Jahre für kulturelle Zwecke zwischengenutzt. Solche Institutionen sind für Holdener auch in Zug wichtig: «In der Stadt Zug sind solche Brachen und Freiräume, die experimentierfreudige Kultur zulassen, selten, deshalb ist das Interesse für das Projekt Chez Nussbaumer gross.»

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