27.09.2018 03:48

Polizei unter Strom

Zuger pimpen E-Golf für Churer Stadtpolizei

Eine Zuger Spezialfirma hat einen Elektro-Golf voll als Streifenwagen ausgestattet und an die Stadtpolizei Chur geliefert. Auch in Zug interessiert man sich für Elektro-Autos.

von
Daniela Gigor
1 / 6
Bei der Stadtpolizei Chur ist der erste E-Golf als Patrouillenfahrzeug im Einsatz.

Bei der Stadtpolizei Chur ist der erste E-Golf als Patrouillenfahrzeug im Einsatz.

Stadtpolizei Chur
Der E-Golf verfügt wie andere Patrouillenfahrzeuge auch über Blaulicht.

Der E-Golf verfügt wie andere Patrouillenfahrzeuge auch über Blaulicht.

Die Fahrzeugausbauer
Matthias Wipfli (l) und Patrick Häuselmann mit dem ausgebauten E-Golf.

Matthias Wipfli (l) und Patrick Häuselmann mit dem ausgebauten E-Golf.

Die Fahrzeugausbauer

Einen nicht alltäglichen Auftrag hat das Neuheimer Unternehmen Die Fahrzeugausbauer im Auftrag der Stapo Chur ausgeführt. Die Spezialisten bauten einen E-Golf zu einem elektrisch betriebenen Streifenwagen aus. «Wir haben den Wagen als ziviles Serien-Auto mit 136 PS erhalten», sagt Geschäftsführer Matthias Wipfli. Dann wurde der E-Golf mit der Beschriftung der Polizei und dem Blaulicht versehen sowie ein Heckausbau vorgenommen.

«Im Heck bauten wir Schubladen ein, damit die Polizei ihr Material versorgen kann», so Wipfli. Dazu gehörten etwa Verkehrsleitkegel, faltbare Signale oder ein Defibrillator. Eingebaut wurde auch die Steuerung für die Blaulichtanlage. «Eine spezielle Herausforderung war die Integration der ganzen Technik mit der Batterie des Autos», sagt Wipfli weiter. Die Fahrzeugausbauer haben mit dem Auftrag aus Chur erstmals einen E-Streifenwagen ausgestattet. Es handelt sich laut Mitteilung um eines der ersten vollelektrisch betriebenen Patrouillenfahrzeuge der Schweiz.

Hersteller entwickeln Geräuschmodule

Wipfli ist überzeugt, dass Ausbau sehr gut gelang. Weitere Aufträge für E-Streifenwagen von anderen Polizeikorps liegen ihm zwar derzeit nicht vor, ansonsten arbeite man aber oft für Blaulichtorganisationen. Auf die Frage, ob der E-Wagen wegen seiner Geräuschlosigkeit im Betrieb nicht zur Gefahr für Fussgänger werden könne, sagt Wipfli: «Im Verkehr ist die Aufmerksamkeit aller Beteiligten gefordert. Aber im Notfall könnte die Stadtpolizei mittels Aussenlautsprecher auf eine mögliche Gefahr aufmerksam machen.» Weil den E-Autos die Zukunft gehöre, gebe es bereits Hersteller, die sogenannte Geräuschmodule entwickelten, die Motorebngeräusche ersetzen.

Für die Stadtpolizei Chur ist der E-Golf ein Ersatz für einen Benziner. «Wir finden es aus ökologischer Sicht prüfenswert, einen E-Streifenwagen einzusetzen», sagt Sprecher Roland Hemmi auf Anfrage. Der Wagen könne mit einer Ladung etwa 400 Kilometer weit fahren.

Die Anschaffungskosten seien zwischen 20 und 25 Prozent teurer als bei einem Benziner gewesen. Die Höhe der Unterhalts- und Betriebskosten sei noch unbekannt. Pro Tag soll der E-Golf etwa 20 Stunden im Betrieb sein. Tagsüber werde der Wagen in der Verkehrstechnik eingesetzt, etwa zur Kontrolle der Signalisation von Baustellen. Hemmi: «Am Abend wird der E-Golf an der Steckdose geladen, bevor er in der Nacht von der Verkehrspolizei für die Patrouillentätigkeit eingesetzt wird.»

Zuger Polizei setzt auf alternativen Antrieb

Ob die Stadtpolizei Chur künftig stärker auf E-Autos setzen wird, werde sich in zwei bis drei Jahren zeigen. «Auch bei guten Erfahrungen werden wir nicht alle Benziner ersetzen können, weil andere Streifenwagen noch viel mehr Material mitführen müssen, die für die Polizeiarbeit nötig sind», sagt Hemmi weiter.

Bei der Luzerner Polizei ist die Anschaffung von E-Fahrzeugen im Moment nicht geplant. Anders bei der Zuger Polizei, wie Sprecher Frank Kleiner sagt: «Ab nächstem Jahr werden wir kontinuierlich Fahrzeuge durch Autos mit alternativem Antrieb ersetzen. Ausgenommen sind in naher Zukunft aber noch Einsatzfahrzeuge.» Der Grund ist wie bei der Stadtpolizei Chur unter anderem das viele Equipment.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.