Aktualisiert 18.05.2005 21:38

Zuger Vermittler hat immer mehr zu tun

Hochbetrieb beim Zuger Vermittler: 2004 musste Beat Gsell in 102 Fällen zwischen Verwaltung und Privatpersonen vermitteln – im Vorjahr waren es noch 75 Fälle.

Ob bei Problemen wegen der Baubewilligung, den Steuern oder dem entzogenen Ausweis: Wer im Clinch mit der Zuger Behörde steht, kann sich seit zwei Jahren an Beat Gsell (54) wenden. 2004 nahm die Zahl seiner Fälle um über einen Viertel zu. «Die Leute wissen inzwischen, dass es einen ‹Vermittler› gibt und schätzen diese Anlaufstelle», erklärt Gsell den Anstieg. Seine Stelle ist nach dem Amoklauf von 2001 geschaffen worden. Friedrich Leibacher, der im Zuger Parlamentssaal 14 Menschen erschoss, stand während Jahren im Rechtsstreit mit den Zuger Behörden.

Seit Februar 2003 ist Beat Gsell als Ombudsmann im Amt. Dass ein solcher das Attentat hätte verhindern können, sei fraglich. «Ich vermittle, damit die Kommunikation zwischen Privatpersonen und Behörden wieder in Gang kommt», sagt der Zürcher Rechtsanwalt und Mediator. Zuerst führt er Einzelgespräche, und wenn keine Lösung gefunden wird, sitzen alle Beteiligten zusammen. Wichtig sei, dass die Leute ihren Groll loswerden können. «Oft geht es den Ratsuchenden nicht darum, Recht zu bekommen», so Gsell, «sondern von der Verwaltung ernst genommen zu werden.»

(ewi)

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