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BillettpreiseÖV wird für Hunde billiger, für Studenten teurer

Zwar rechnen die Schweizer ÖV-Unternehmen mit Ertragseinbussen von 25 bis 30 Prozent wegen der Corona-Krise. Auf eine Preiserhöhung verzichten sie trotzdem. Und ab 2021 gibts bei Verspätungen Geld zurück.

von
Joel Probst
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Mit dem Hund in den Zug zu steigen wird billiger. Der Hunde-Pass ersetzt das Hunde-GA.

Mit dem Hund in den Zug zu steigen wird billiger. Der Hunde-Pass ersetzt das Hunde-GA.

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An einer Medienkonferenz informierte die ÖV-Branchenorganisation «Alliance SwissPass» heute über die neuen Ticketpreise.

An einer Medienkonferenz informierte die ÖV-Branchenorganisation «Alliance SwissPass» heute über die neuen Ticketpreise.

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Der öffentliche Verkehr erhöht die Preise 2021 nicht. Im Bild Präsident und BLS-Chef Bernard Guillelmon.

Der öffentliche Verkehr erhöht die Preise 2021 nicht. Im Bild Präsident und BLS-Chef Bernard Guillelmon.

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Darum gehts

  • Die ÖV-Unternehmen rechnen dieses Jahr mit Ertragseinbussen von knapp einem Drittel.
  • Die Ticketpreise bleiben 2021 gleich. Zudem gibt es neue Sparbillette.
  • Das Studenten-GA wird abgeschafft, für Hunde wird es hingegen günstiger.
  • Neu gibt es Geld zurück bei Verspätungen.

Die Corona-Krise beschert den ÖV-Unternehmen Ertragseinbussen von bis zu 30 Prozent gegenüber dem letzten Jahr. Damit rechnet die Branchenorganisation der ÖV-Unternehmen «Alliance SwissPass», wie sie heute Morgen an einer Medienkonferenz bekanntgab. Die Corona-Krise habe tiefe Spuren im öffentlichen Verkehr hinterlassen, erläutern Präsident Bernard Guillelmon und Geschäftsführer Helmut Eichhorn.

Allein in den vergangenen drei Monaten hätten die Transportunternehmen und Tarifverbünde fast zwei Drittel ihrer Umsätze eingebüsst. Vor allem der Verkauf von Einzelbilletten sei zeitweise fast komplett eingebrochen und liege auch jetzt noch rund 60 Prozent unter dem Vorjahresniveau. «Die Nachfrage im öffentlichen Verkehr wird sich in diesem Jahr höchstwahrscheinlich nicht wieder vollständig erholen», so die Vertreter.

Neuerungen am Sortiment

Trotzdem können sich Zugreisende freuen – nächstes Jahr gibt es keine Preiserhöhung. «Somit ist das Preisniveau seit vier Jahren im Durchschnitt stabil geblieben, dank verschiedenen Sparangeboten konnte es punktuell sogar gesenkt werden», teilt die Branchenorganisation mit.

Im Billettsortiment gibt es hingegen zahlreiche Neuerungen. Sie sollen laut der «Alliance SwissPass» die Attraktivität des ÖV «weiter erhöhen» – bringen aber nicht nur Preisvorteile mit. Finanziell besonders treffen die Änderungen Inhaber eines «GA für Studierende».

Studenten-GA wird abgeschafft

Dieses war bis anhin für Studenten zwischen 25 und 30 Jahren erhältlich. Im Vergleich zum regulären GA sparten sie rund 1200 Franken. Damit ist jetzt Schluss, das Angebot wird eingestampft. Das Abonnent habe zu einer Ungleichbehandlung innerhalb der Altersgruppe geführt, so die Argumentation. Die Kunden erhalten beim Wechsel zum regulären GA lediglich im ersten Jahr einen Rabatt von 500 Franken. Von diesem Rabatt sollen künftig auch alle 25-Jährigen GA-Nutzer profitieren, um den Übergang vom Junior- zum Erwachsenen-GA abzustufen.

Kinder reisen ab 2021 bis zum 6. Geburtstag zudem immer gratis, neu auch ohne Begleitung. Der Nachfolger des «Gleis 7», das «seven25»-Abo für unter 25-Jährige ist bald auch an Samstagen, Sonntagen sowie Feiertagen bis 7 Uhr morgens gültig. Mit der Kinder-Tageskarte dürfen Jugendliche bis 16 Jahren neu auch unbegleitet für 19 Franken (2. Klasse) in der ganzen Schweiz herumfahren.

Sparbillette und Verspätungs-Entschädigung

Ebenfalls ausgebaut wird per 2021 das Sortiment der Sparangebote. Der neue Sparklassenwechsel wird bei Verfügbarkeit einen günstigeren Wechsel in die 1. Klasse ermöglichen. Das Angebot der «Sparkleingruppe», welches im Verlauf des kommenden Jahres eingeführt werden soll, richtet sich an Gruppen von drei bis neun Personen. So können kleinere Gruppen günstig dieselbe Verbindung nutzen.

Bald gibt es zudem Entschädigungen bei Verspätungen. Ab 2021 werden die Transportunternehmen ab Verspätungen von über einer Stunde zur Kasse gebeten. Dann erhalten Reisende mit Einzel- und Streckenbilletten ab 20 Franken 25 Prozent des Fahrpreises zurück. Bei einer Verspätung über zwei Stunden und mit einem Ticket ab 10 Franken sind es sogar 50 Prozent. Auch für GA-Inhaber gibts eine Entschädigung, die sich am Tageswert ausrichten soll.

Hunde-Pass günstiger als Hunde-GA

Auch für Hündeler ändert einiges: Das Hunde-GA zum Preis von 805 Franken wird abgeschafft. Stattdessen gibt es ab 2021 einen Hunde-Pass für 350 Franken. Neu wird der Hund auf seinen Besitzer eingetragen und gilt damit nur für einen Halter mit einem bestimmten Hund. Gleichzeitig wird auch der Preis der Hundetageskarte um 10 Franken reduziert.

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236 Kommentare
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Hundehalterin und Mutter

25.06.2020, 05:46

Da die Hunde meistens unter der Bank liegen müssen, finde ich es nur richtig, dass nicht mehr so viel bezahlt werden muss. Mit dem Abo wird es schwierig wenn der Hund mehrere Besitzer hat... Schön, dass Kinder bis sechs auch ohne Erwachsen Begleitung Gratis reisen können.

Familienfrau

24.06.2020, 13:37

Frechheit das Hunde noch weniger bezahlen müssen dem. diese benötigen gleich viel Platz wir ein Normalreisenser also sollten sie auch den ganzen Preisbezahlen. Fahre aus diesem Grund kein OV mehr weil Hundebesitzer viel Platz beanspruchen und es unhygienisch 8st

Vala

24.06.2020, 13:28

Ein Bernhardiner kostet gleich viel wie ein Puddel?