Aktualisiert 20.10.2011 23:15

YB-Fanarbeiter«Zugschäden konnten halbiert werden»

Geldnot und immer neue Negativschlagzeilen: Adrian Werren, Co-Präsident der Fanarbeit, nimmt Stellung zu den aktuellen Problemen.

von
Nora Camenisch
In Bern wollen Fanarbeiter mit diversen Projekten den Ruf der YB-Anhänger verbessern. (Foto: keystone)

In Bern wollen Fanarbeiter mit diversen Projekten den Ruf der YB-Anhänger verbessern. (Foto: keystone)

Herr Werren, was bewirkt die Fanarbeit?

Adrian Werren: Die Fanarbeit ist aus der Fanszene entstanden, weshalb wir auch gut akzeptiert sind. Darum gelingt es uns auch immer wieder, brisante Situationen durch Dialog zu entschärfen.

Welches sind die grössten Erfolge der YB-Fanarbeit?

Dazu gehört sicher die Auswärtsfahrtenregelung. Die Schäden in den Zügen konnten in den letzten beiden Jahren jeweils halbiert werden. 2010 betrugen sie noch 13 000 Franken bei 16 000 Reisenden.

Was sind die grössten Herausforderungen Ihrer Arbeit?

Nebst dem angekratzten Image der Fussballfans sind die Finanzen ein Problem: Für einzelne Projekte fehlt die Manpower. Wir hoffen nun auf die Politik.

Was ist mit der Sicherheit?

Das Konfliktpotenzial hat sich grösstenteils vor die Stadien verlagert. Dies auch, weil Polizei und private Sicherheitskräfte für manche zum Feindbild geworden sind.

Wie reagiert die Fanarbeit in solchen Situationen?

Wir versuchen immer mittels Dialog die Situation zu entschärfen. Aber gewisse Leute können wir nicht erreichen. Und diese darf man nicht mit normalen Fans in einen Topf werfen!

Jugendprojekt und Stadionführungen

Immer wieder schaden Negativschlagzeilen wie über die Ausschreitungen am Zürcher Derby dem Image der Fussballfans. In Bern wollen die Fanarbeiter deshalb mit diversen Projekten den Ruf der YB-Anhänger verbessern. Einiges tut sich im Bereich Fan-Nachwuchs. «Wir wollen junge Anhänger ab 12 Jahren, die gerne ohne Begleitung der Eltern an die Matches gehen möchten, begleiten», so Adrian Werren, Co-Präsident der Fanarbeit. Das Jugendprojekt sieht unter anderem vor, dass die Kids in rauch- und alkoholfreien Waggons an die Auswärtsspiele reisen. Der Startschuss soll spätestens nächsten Sommer fallen.

Auch die Publikumsführungen durchs Stade de Suisse werden um den Aspekt Fankultur ausgebaut. Die Teilnehmer erfahren auf den Touren künftig mehr über die Fankurve und die Sicherheit im Stadion.

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