5G: Zukünftiges Handynetz weist grobe Mängel auf

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5GZukünftiges Handynetz weist grobe Mängel auf

2019 führen die grössten Telekommunikationsunternehmen einen neuen Netzwerkstandard ein – trotz Sicherheitsmängel.

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fss
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Das neuste Netzwerk, dass ab 2019 von den grössten Mobilfunk-Unternehmen der Schweiz eingesetzt wird, kämpft mit erheblichen Sicherheitsmängel.

Das neuste Netzwerk, dass ab 2019 von den grössten Mobilfunk-Unternehmen der Schweiz eingesetzt wird, kämpft mit erheblichen Sicherheitsmängel.

AP/Mark Schiefelbein
Dies zeigt eine neue Studie der ETH.

Dies zeigt eine neue Studie der ETH.

Keystone/Walter Bieri
Trotz der Mängel führen Sunrise und Swisscom das Netz bald ein.

Trotz der Mängel führen Sunrise und Swisscom das Netz bald ein.

Aladin Klieber

Bereits nächstes Jahr stellen die grössten Schweizer Mobilfunk-Anbieter ihre Antennen auf 5G um. Die Swisscom verspricht, dass bis 2020 sämtliche Schweizer, mit Ausnahme einiger Alpentäler, auf das schnelle Netz zugreifen dürfen.

Doch in einer neuen Studie, die dem «Tages-Anzeiger» vorliegt, haben Forscher der ETH gezeigt, wie das Netztwerk manipuliert werden kann. Mit der richtigen Ausrüstung können Cyberkriminelle das Netzwerk hacken.

Standortdaten werden ohne Probleme aufgezeichnet

Das neuste Netzwerk sollte eigentlich die Sicherheitslücken schliessen, doch das Versprechen kann die Technologie nicht einlösen. Es ist sogar möglich, dass die Mobilfunknutzung anderer Personen in Rechnung gestellt wird. Ausserdem dürften Cyberkriminelle ohne Probleme Standortdaten aufzeichnen. Ein Problem, das vor der Einführung nicht mehr gelöst werden kann.

Wie der «Tages-Anzeiger» schreibt, verzichtet Salt auf eine vorzeitige Einführung, sollte die Technologie unsicher sein. Bei Swisscom und Sunrise gibt es dagegen kein Zurück. Die Sunrise setzt auf einen abweichenden Standard, der von den entdeckten Lücken nicht betroffen sein soll, während die Swisscom daraufhin wies, dass die ETH-Studie auf Annahmen basiere, die nicht validiert seien.

Update vom 10. Oktober, 10.00 Uhr: Die Swisscom hat auf den Artikel des «Tages-Anzeigers» reagiert. «Es wird der Eindruck erweckt, dass Swisscom unabhängig von Sicherheitsbedenken den von der ETH analysierten Authentifizierungs-Mechanismus 1:1 einsetzen wird. Das ist falsch. So wie der Authentifizierungs-Mechanismus jetzt beschrieben ist, wird er von Swisscom nicht eingesetzt werden», heisst es in einer Stellungnahme der Swisscom. Es sei noch ein langer und anspruchsvoller Weg vom Standardisierungspapier bis zur technischen Umsetzung und es bleibe noch viel Raum für Verbesserung. Die Analyse würde aber wertvolle Hinweise für das Standardisierungs-Gremium, die Swisscom und deren Technologiepartner bieten, heisst es weiter.

Zum Zeitrahmen schreibt die Swisscom, dass 5G bis 2020 nicht landesweit ausgerollt sein wird. Zwar sei dieser Termin in der Vergangenheit genannt worden. Da sich der Ständerat aber mit knapper Mehrheit gegen eine Anpassung der NISV-Grenzwerte entschieden habe, dauere der Ausbau nun deutlich länger. Wie lange, will das Unternehmen nicht prognostizieren.

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