Aktualisiert 12.05.2020 11:58

«Grossartig», «Ehre», «Danke»

Zum Abschied gibts für Vettel plötzlich nur noch lobende Worte

Trotz der zuletzt nicht mehr einfachen Beziehung haben Ferrari-Kollegen Binotto und Leclerc nur anerkennende Worte für den Vettel-Abschied übrig. Wer wird Nachfolger des Deutschen?

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Vettel muss sich einen neuen Arbeitgeber suchen.

Vettel muss sich einen neuen Arbeitgeber suchen.

Foto: Fabian Sommer/Keystone
Der Deutsche wird Ferrari am Jahresende verlassen.

Der Deutsche wird Ferrari am Jahresende verlassen.

Foto: Diego Azubel/Keystone
Der vierfache Weltmeister war zuletzt nicht mehr in absoluter Topform und beendete die WM 2019 auf dem fünften Rang.

Der vierfache Weltmeister war zuletzt nicht mehr in absoluter Topform und beendete die WM 2019 auf dem fünften Rang.

Foto: Rudy Carezzevoli/Getty Images

«Ich habe noch nie so viel gelernt wie mit dir», schreibt Charles Leclerc auf Instagram. Der 22-jährige Stallkollege von Sebastian Vettel, der Ferrari am Saisonende verlassen wird, würdigt den Deutschen in den Sozialen Medien. «Es war eine grosse Ehre für mich, dein Teamkollege zu sein», verabschiedet sich der Monegasse.

Das obwohl zwischen dem Nachwuchsstar und dem vierfachen Weltmeister mehr als nur einmal Unfrieden geherrscht hatte. Leclerc kam erst im vergangenen Jahr zu Ferrari und überflügelte Vettel sportlich sogleich. In den Boliden gab es harte Duelle – Unfälle und Streit um den Status der internen Nummer eins inklusive.

«Wir hatten einige angespannte Momente auf der Strecke», gibt Leclerc zu. Trotzdem spricht er nur positiv vom 32-Jährigen: «Es gab immer Respekt, auch wenn es von aussen nicht so wahrgenommen wurde.»

Auch Ferrari-Teamchef Mattia Binotto verabschiedet sich in der offiziellen Mitteilung betont positiv von Vettel, der die Erwartungen der Scuderia aber nie erfüllen konnte. «Er ist bereits Teil der Geschichte von Ferrari, seine 14 GP-Siege machen ihn zum dritterfolgreichsten Fahrer des Teams», so Binotto. Er wolle dem Wahlschweizer für seine Professionalität und seine menschlchen Qualitäten während der vergangenen Jahre danken, in denen sie so grossartige Momente geteilt hätten.

«Es ist uns noch nicht gelungen, gemeinsam einen WM-Titel zu gewinnen, aber wir glauben, dass wir noch viel aus dieser ungewöhnlichen Saison 2020 herausholen können», zeigt sich der Teamchef optimistisch.

Hört Vettel auf?

Vettel selbst bedankt sich ebenfalls für die schöne Zeit, sagt aber auch: «Um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen, ist es wichtig, in perfekter Harmonie zu arbeiten. Das Team und ich haben gemerkt, dass es nicht mehr den gemeinsamen Wunsch gab, über das Ende dieser Saison zusammenzubleiben

Mit seinen Worten verunsichert er zudem viele Fans, und es wird gar über seinen Rücktritt spekuliert. Denn der 32-Jährige sagt: «Was in den letzten Monaten passiert ist, hat viele von uns dazu gebracht, über unsere echten Prioritäten im Leben nachzudenken. Ich werde mir die Zeit nehmen, um darüber nachzudenken, was für meine Zukunft wirklich wichtig ist.»

Während sich alle noch brav von Vettel verabschieden (obwohl er ja noch bis Ende Saison für die Scuderia fährt), wird natürlich auch schon heiss über den Nachfolger im roten Cockpit diskutiert. Als Kronfavorit gilt der spanische McLaren-Pilot Carlos Sainz junior. Der Vertrag des 25-jährigen Sohnes der Rallye-Ikone Carlos Sainz beim britischen Team läuft ebenfalls Ende dieses Jahres aus. Er wird schon seit Wochen immer wieder mit der Scuderia in Verbindung gebracht war in der Vorsaison mit starken Leistungen WM-Sechster geworden.

Folgt Carlos Sainz (rechts, fährt derzeit bei McLaren) auf Vettel? Oder doch Daniel Ricciardo (links, fährt derzeit bei Renault)?

Folgt Carlos Sainz (rechts, fährt derzeit bei McLaren) auf Vettel? Oder doch Daniel Ricciardo (links, fährt derzeit bei Renault)?

Foto: Dan Mullan/Getty Images

Neben Sainz wird Daniel Ricciardo als möglicher Ferrari-Fahrer gehandelt. Der Australier fährt seit 2019 für Renault und war zuvor unter anderem einige Jahre bei Red Bull – auch als Teamkollege von Vettel (2014) – angestellt.

Racing Point perplex

Von den Teams hat sich kaum eines konkret zu Vettels Abgang oder vor allem zu seiner Zukunft in der Formel geäussert. McLaren will sich zu Spekulationen über eine mögliche Verpflichtung nicht äussern. Mercedes-Teamchef Toto Wolff sagte: «Mit Blick auf die Zukunft sind wir in erster Linie gegenüber unseren aktuellen Fahrern zu Loyalität verpflichtet, aber wir können diese Entwicklung natürlich nicht ausser Acht lassen.» Racing Point zeigte sich auf Twitter indes auf humorvolle Weise perplex und gespannt.

(lai/dpa)

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30 Kommentare
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Ferrari-Fan

29.05.2020, 06:30

Wäre ja auch nicht sehr anständig und wenig respektvoll, sich nicht zu bedanken und lobend zu äussern. Immerhin hat Vettel für Ferrari nach Schumacher und Lauda am meisten Siege für Ferrari geholt.

Bedenklich

13.05.2020, 15:46

Was ist nur aus 20 Minuten geworden wird nur noch Peinlich was Sie sich Leisten, die Hälfte der Kommentare werden gar nicht aufgeschaltet. Bei einer Skala von 1-10 müsste man noch eine von minus 10 einbauen.

Francesco S.

13.05.2020, 09:30

Vettel hätte theor. den einen oder anderen Titel holen können, hätte er nicht mehrmals die Nerven verloren und mit einem Fehler nach dem anderen die Chancen verpasst. Auch die Rennstrategen von Ferrari haben katastrophale, nicht nachvollziebare Entscheidungen getroffen, die zu Niederlagen führten. Frage: Welches Team würde Vettel aufnehmen? Keines denke ich. Der gehört bereits zum alten Eisen in der Formel 1. Vettel wird die Formel 1 verlassen.