Aktualisiert 13.04.2007 23:44

«Zum Glück ging dem Täter die Munition aus»

Beim Amoklauf mit dem Sturmgewehr in der Pizzeria La Cappella in Baden AG sind ein 71-jähriger Mann getötet und vier Personen verletzt worden. Die Aargauer Kantonspolizei sprach von grossem Glück, dass es nicht zu einer noch grösseren Katastrophe kam.

Beim verhafteten Täter handelt es sich um einen 26-jährigen Schweizer mit Irakischen Wurzeln. Der Amokschütze feuerte mit einem Sturmgewehr der Schweizer Armee um 21.40 Uhr vor und im Hotel «La Cappella» wahllos um sich, wie Urs Winzenried, Kripochef der Aargauer Kantonspolizei, am Freitag an einer Medienkonferenz in Aarau sagte.

Völlig unvermittelt geschossen

Vor dem Hotel schoss der Täter völlig unvermittelt auf zwei Jugendliche im Alter von 15 und 16 Jahren, teilte die Kapo Aargau weiter mit. Der 16-jährige befindet sich in kritischem Zustand. Er hatte mindestens zwei Bauchdurchschüsse und schwerste Verletzungen erlitten. Der 15-Jährige erlitt einen Oberarmdurchschuss und einen Streifschuss am Bauch.

Trotz Bauchdurchschuss ins Spital gefahren

Der Täter begab sich danach in die Hotelbar, und schoss wahllos um sich. Der 71-Jährige, ein unbeteiligter Gast des Hotels und Restaurants, war sofort tot. Er wurde von insgesamt vier Schüssen in den Kopf sowie in den Oberkörper und die Beine getroffen. Zwei weitere Männer im Alter von 50 und 54 Jahren, die an der Bar sassen, wurden ebenfalls getroffen. Der 50-jähriger Mann war mit einem Bauchdurchschuss selbst ins Spital gefahren. Der der 59-Jährige kam mit Streifschüssen an Bauch und Oberarm davon.

Täter und Opfer aus dem Raum Baden

Beim Täter handelt es sich um einen 26-jährigen Schweizer Bürger irakischer Herkunft. Er ist in der Schweiz aufgewachsen und hier zur Schule gegangen. Täter und Opfer stammten aus dem Grossraum Baden. Der Täter wurde von Winzenried als intelligenter Mann geschildert, der als Bankangestellter in Zürich arbeitet. Er hatte für den Amoklauf seine persönliche Armeewaffe verwendet, ein Sturmgewehr 90. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar. Der 26-Jährige war der Polizei aber bekannt. Vor einigen Tagen wurde die Polizei wegen häuslicher Gewalt vorstellig. Es handelte sich dabei allerdings um eine «nicht gravierende» Form von Gewalt, teilte die Polizei mit.

Keine Serienschüsse

Winzenried sprach von grossem Glück, «dass nicht eine noch grössere Katastrophe passiert ist» und der Schütze nicht mehr als ein mit 20 Schüssen geladenes Magazin bei sich gehabt habe. Dem Täter sei in der Bar des Hotels die Munition ausgegangen. Das Sturmgewehr sei auf Einzel- nicht auf Serienschuss gestellt gewesen.

Die Polizei hatte den Täter am Donnerstagabend um 21.55 Uhr überwältigt und verhaftet. Er sitzt in Untersuchungshaft. Die Meldung über den Amoklauf war gemäss Polizeiangaben um 21.46 Uhr bei der Einsatzzentrale eingegangen.

Das Hotel und Restaurant «La Cappella», ehemals «Kappellerhof», liegt an der Bruggerstrasse im Westen der Stadt Baden.

(sda/ap/meg)

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