Lenzerheide – «Zum Glück hat es niemanden auf der Piste getroffen!»
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Lenzerheide«Zum Glück hat es niemanden auf der Piste getroffen!»

Ein News-Scout wurde auf einem Sessellift in der Lenzerheide von einer losgelösten Feder des Schliessbügels getroffen. Diese ist in der Folge auf die viel befahrene Skipiste gefallen. Laut dem News-Scout gefährlich. Die Bergbahnen relativieren.

von
Jeremias Büchel
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Diese Feder, rund 20 Zentimeter lang, fiel …

Diese Feder, rund 20 Zentimeter lang, fiel …

News-Scout/Edi Gämperli
… vom Sesselift Stätzertäli in der Lenzerheide. 

… vom Sesselift Stätzertäli in der Lenzerheide.

News-Scout/Edi Gämperli
Sie landete darauf auf der Skipiste. 

Sie landete darauf auf der Skipiste.

News-Scout/Edi Gämperli

Darum gehts

  • Einem News-Scout ist am Silvestertag auf einem Sessellift eine Feder auf das Snowboard gefallen.

  • Er findet das bedenklich.

  • Die Bergbahnen relativieren.

  • Es handelt sich laut den Verantwortlichen nicht um ein sicherheitsrelevantes Teil.

Am Freitagvormittag sass News-Scout Edi Gämperli (47) auf dem Sessellift Stätzertäli, als dieser im unteren Drittel plötzlich stoppte. «Wahrscheinlich hatte jemand Probleme beim Aussteigen», vermutet der Zürcher Oberländer. «Der Sessel begann zu schwanken und dann gab es einen Knall.» Darauf sei eine Sprungfeder erst auf sein Snowboard, dann auf sein Knie und schliesslich auf die Piste gefallen, welche zu dem Zeitpunkt voller Schneesporttreibender war. «Zum Glück hat es niemanden auf der Piste getroffen!»

Den Vorfall hat Gämperli, oben angekommen, sofort dem Personal gemeldet. Auch bei weiteren Skiliften sei er vorstellig geworden, doch er sei nirgends ernst genommen worden. «Im Gegenteil. Man sagte, das könne mal passieren. Als ich insistierte, dass es gefährlich sei und ein Kind zum Beispiel am Kopf getroffen werden könne, sagte man mir nur, dass die Skifahrer ja Helme tragen.» Dann sei das Personal auch beleidigend geworden und sagte, wenn er weiter reklamieren würde, könnte man ihm das Ticket entziehen. «Das geht gar nicht. Ich bin Kunde und erwarte eine andere Behandlung», so der 47-Jährige. Die Reaktion der Angestellten habe ihn verwundert. Er sei Stammgast im Skigebiet und das Personal sei sonst jeweils freundlich.

Kleines Verletzungspotenzial

Thomas Küng, CEO der Bergbahnen Lenzerheide AG, gibt Entwarnung. «Bei der Feder handelt es sich um ein Teil, das nicht sicherheitsrelevant ist.» Die Feder erleichtert das Öffnen des Schliessbügels des Sessellifts. «Die Flugdistanz der halben Feder kann höchstens anderthalb Meter betragen haben», so Küng. Es werde immer möglich verhindert, dass etwas auf die Skipiste runter fallen kann. Auch sei die Feder mit einem Kunststoffteil gegen einen Absturz gesichert gewesen. «Wieso sie trotzdem runter gefallen ist, ist Gegenstand von Abklärungen», so Küng. Es können grundsätzlich Gegenstände von einem Sessellift runter fallen. «Es fallen ja leider auch ab und zu Skistöcke oder Getränkeflaschen auf die Piste.» In diesem Fall war das Verletzungspotential eher gering.

Zum Vorwurf, dass sich die Angestellten der Lifte beleidigend gegenüber dem Snowboarder geäussert haben, sagt Küng: «Ich nehme meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stets als hilfsbereit und freundlich wahr.» Hätte es eine Verletzung oder eine Sachbeschädigung gegeben, hätte man sich bestimmt um den Kunden gekümmert, ist sich Küng sicher. Es sei gut, dass der Snowboarder den Wegfall der Feder gemeldet habe. Für die Ursachenermittlung weniger gut ist, dass er die gebrochene Feder offenbar mitgenommen hat. Möglicherweise habe man sich zu wenig Zeit genommen, um mit dem Kunden zu sprechen, da wegen der Festtage im Skigebiet gerade sehr viel los ist und die Bedienstete alleine bei der Talstation war. «Der Gast darf sich aber gerne bei mir melden, wir werden uns bei ihm für den Schrecken entschuldigen und eine für ihn zufriedenstellende Lösung finden», so Küng weiter. Zudem: Einem reklamierenden Gast habe man noch nie ein Ticket entzogen.

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