Aktualisiert 25.03.2016 23:12

Schwache NatiZum Glück ist heute noch nicht EM

Die Schweizer Nati startet schlecht ins EM-Jahr. Gegen Irland setzt es für die Mannschaft von Vladimir Petkovic eine 0:1-Pleite ab.

«Steht man in Irland mit dem linken Bein auf den Platz, kann das ziemlich schnell wehtun.» Die Worte von Nationalcoach Vladimir Petkovic vor dem Spiel fanden auf dem Rasen rasch ihre Richtigkeit. Nicht einmal zwei Minuten waren gespielt, und schon lag die Schweiz im Rückstand. Nach einem Corner verlor Timm Klose das Kopfballduell gegen Shane Duffy, worauf Irlands Innenverteidiger Ciaran Clark den Ball aus wenigen Metern über die Linie lenkte. Es sollte die frühe Entscheidung sein für den EM-Teilnehmer, der in der Qualifikation Weltmeister Deutschland im gleichen Stadion mit dem gleichen Resultat geschlagen hatte.

Die Schweizer waren bei dieser entscheidenden Szene so wenig im Bilde wie oft im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit. Hinten hatten sie vor allem bei stehenden Bällen ihre Mühe, nach vorne brachten sie wenig zustande. Granit Xhaka war in der Rolle des Strategen bemüht, doch fehlten im Sturm die freien Mitspieler. Die beste Aktion vor der Pause hatten die Schweizer in der 8. Minute: Über Valon Behrami und Admir Mehmedi gelangte der Ball zu Blerim Dzemaili, der allerdings von der Strafraumgrenze deutlich über das Tor schoss.

Ideenlos in der Offensive

Nach der Pause dominierten die Schweizer das Geschehen. Das zumindest suggerierte ein Blick auf die Statistik. Die Mannschaft von Petkovic war meist am Ball, und das Spiel wickelte sich zusehends in der Platzhälfte der Iren ab. Doch was die Schweizer mit dieser Vorgabe machten, war enttäuschend. Sie fanden keine Lücken in den beiden irischen Vierer-Reihen.

Die SFV-Auswahl offenbarte einmal mehr Schwächen, als sie gefordert war, gegen einen tief in der Verteidigung stehenden Gegner das Spiel zu machen und kreativ zu sein. Ohne Xherdan Shaqiri, der geschont wurde und auf der Bank sass, fehlte in der Offensive ein Spieler, der mit einem Dribbling Unruhe in die Reihen der Gastgeber hätte bringen können.

Mehmedi verzog seinen einzigen Abschluss um Meter, Embolo wechselte in der letzten halben Stunde von der linken Seite zwar ins Zentrum, kam einem Treffer gleichwohl nicht nahe. Haris Seferovic wurde nach einer Stunde ausgewechselt; er hatte zuvor keine einzige Szene. Und so kam der eingewechselte Debütant Shani Tarashaj in der Schlussphase zur einzigen wirklich guten Ausgleichschance. Der GC-Stürmer setzte den Ball aus 17 Metern jedoch mit einem Flachschuss, den Embolo noch leicht abgefälscht hatte, wenige Zentimeter neben das Tor.

Viel Arbeit bis Albanien

Bis zur EM-Endrunde und dem Startspiel gegen Albanien am 11. Juni in Lens bleibt den Schweizer also noch viel Arbeit. Bereits am Dienstag können sie in Zürich einen Schritt nach vorne und den blutleeren Auftritt von Dublin vergessen machen. Sie treffen im Letzigrund auf Bosnien-Herzegowina. Die Auswahl vom Balkan hat die EM-Qualifikation in den Playoffs verpasst – gegen Irland. Am Freitag gewann sie ein Testspiel in Luxemburg 3:0.

Irland - Schweiz 1:0 (1:0)

Dublin. - 35'000 Zuschauer. - SR Zelinka (CZE).

Tor: 2. Clark (Duffy) 1:0.

Irland: Randolph; Coleman, Duffy, Clark, Brady; Judge, Meyler (61. O'Kane), Quinn (61. McCarthy), McGeady (61. Hayes); Long (84. McClean), Doyle (27. Murphy, 79. Hoolahan).

Schweiz: Sommer; Lang (82. Widmer), Schär, Klose, Rodriguez (78. Moubandje); Behrami (71. Fernandes), Xhaka; Embolo, Dzemaili (71. Kasami), Mehmedi (71. Tarashaj); Seferovic (62. Steffen).

Bemerkungen: Irland ohne Given, Keane, Hendrick, Walters und O'Shea (alle verletzt), Schweiz ohne Lichtsteiner, Shaqiri (beide angeschlagen/geschont) und Djourou (verletzt) sowie Elvedi (U21). 27. Doyle mit Knöchelverletzung ausgeschieden. 37. Lattenkopfball von Long. Verwarnungen: 40. Dzemaili (Unsportlichkeit). 60. Xhaka (Foul).

Zum Liveticker im Popup

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.