Tiny House : «Zum Leben braucht man nicht viel»
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Tiny House «Zum Leben braucht man nicht viel»

Für die Thurgauer Sandro und Cornelia Huber bedeutet grösser nicht gleich besser. Sie erfüllten sich zwar den Traum vom eigenen Heim – aber auf die etwas andere Art.

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sav
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In diesem Tiny House leben Sandro und Cornelia Huber seit diesem Sommer.

In diesem Tiny House leben Sandro und Cornelia Huber seit diesem Sommer.

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«Wir sind hier zufrieden», sagen sie, «zum Leben braucht es nicht viel.»

«Wir sind hier zufrieden», sagen sie, «zum Leben braucht es nicht viel.»

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Das Tiny House wurde auf den Namen «Klein Appenzell» getauft. «Mich haben die alten Appenzeller Häuschen inspiriert», so Sandro Huber.

Das Tiny House wurde auf den Namen «Klein Appenzell» getauft. «Mich haben die alten Appenzeller Häuschen inspiriert», so Sandro Huber.

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Das Privatleben von Cornelia (47) und Sandro Huber (59) spielt sich zu einem grossen Teil auf 25 Quadratmetern ab. Seit diesem Sommer lebt das Paar in seinem sogenannten Tiny House in Affeltrangen TG. «Wir waren in den letzten Jahren viel unterwegs», erzählt Sandro Huber. «Irgendwann stiessen wir im Internet auf das Konzept Tiny House und wussten sofort, dass wir das wollen.» Der Sohn war inzwischen ausgezogen, also stand dem Projekt nichts mehr im Wege. Fündig wurden die Hubers im Allgäu, wo das Familienunternehmen Richter solche Minihäuser baut.

Anders als ein Wohnmobil lässt das Tiny House Raum für individuelle Gestaltung und hat ein eigenes Flair. «Alles hier drinnen hat eine Geschichte», sagt Sandro Huber. Zudem sei es bezahlbar. Unabhängigkeit ist den Hubers wichtig: «Es gehört nur uns», sagen sie stolz.

Anders als wenn man eine Hypothek aufnimmt oder eine Wohnung mietet, kann man sich ein Tiny House meist selber leisten: 110'000 Franken kostete das Haus der Hubers. Es wäre sogar noch günstiger gegangen: «Wir haben eher eine luxuriöse Variante mit voll ausgestatteter Küche und handverlesenen Einrichtungsstücken», so Sandro Huber.

So lebt es sich im Tiny House

Für Sandro und Cornelia Huber bedeutet grösser nicht gleich besser. Sie leben im kleinsten Haus im Thurgau.

So lebt es sich im Tiny House. (Video: sav)

Minimalismus gegen Konsum

Minimalismus als Gegenbewegung zum gängigen Konsumverhalten scheint im Trend zu liegen: «Das Interesse nach alternativen Wohnformen ist gross. Neugierige rennen uns die Bude ein», so Huber. Es lebe sich auch nachhaltiger als in einer herkömmlichen Wohnung.

Für Sandro und Cornelia Huber ist weniger mehr. «Wir hatten alles: mehrere Autos, einen riesigen Kleiderschrank. Aber zum Leben braucht man nicht viel. Jetzt haben wir mehr Freizeit, weil es weniger zu tun gibt: weniger Wäsche, weniger Geschirr, weniger Aufwand beim Putzen.»

So sieht es im kleinen Haus aus

Für Sandro und Cornelia Huber bedeutet grösser nicht gleich besser. Sie leben im kleinsten Haus im Thurgau.

So sieht es im kleinen Haus aus. (Video: sav)

Haus auf Rädern

Ihr kleines Haus, das sie auf den Namen «Klein Appenzell» getauft haben, ist lediglich 9,2 Meter lang und 2,55 Meter breit – bei einer Höhe von 3,95 Metern und einem Gewicht von gerade mal 3375 Kilo. «Das sind Standardmasse wegen der Verkehrsregeln», so Huber.

Obwohl das Haus mobil ist, brauchte es eine Baubewilligung für den Wohnsitz der Hubers. «Hier waren die Gemeinde Affeltrangen und der Kanton Thurgau sehr offen und grosszügig», sagt Cornelia Huber. Strom und Wasser beziehen sie über das Nachbarhaus.

Die Hubers sind vom Minimal-Wohnen so angetan, dass sie inzwischen Vertriebspartner für die Allgäuser Tiny Houses sind. Ein fixfertiges Wohnhaus gibt es bei ihnen ab 55'000 Franken. «Man lebt bewusster, wenn der Platz beschränkt ist», so Cornelia Huber. «Und man ist ungebundener als andere Hausbesitzer.» Geplant ist, dass die Hubers ihr Heim dereinst am Bodensee aufstellen.

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