Zürcher Niederdorf: «Zum M***tanz» verschwindet bald von Fassade
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Zürcher Niederdorf«Zum M***tanz» verschwindet bald von Fassade

Der Zürcher Stadtrat geht aktiv gegen rassistische Zeitzeichen im öffentlichen Raum vor. Zwei Inschriften verschwinden, eine Plakette wird angepasst.

von
Thomas Mathis
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Diese rassistische Inschrift verschwindet bald aus dem Zürcher Niederdorf.

Diese rassistische Inschrift verschwindet bald aus dem Zürcher Niederdorf.

Archäologie 2020
Auch die Inschrift «Zum M***kopf» soll weg.

Auch die Inschrift «Zum M***kopf» soll weg.

Archäologie 2020
Diese Plakette wird angepasst.

Diese Plakette wird angepasst.

Archäologie 2020

Darum gehts

  • Zwei rassistische Inschriften im Niederdorf werden bald entfernt, wie der Zürcher Stadtrat entschieden hat.

  • Er will auch auf private Hauseigentümer zugehen und sie auf das Thema sensibilisieren.

  • Andere Objekte werden nicht entfernt, sondern kontextualisiert.

«Rassismus darf nicht toleriert werden» – das ist für den Zürcher Stadtrat klar. Er will deshalb rassistische Zeitzeichen im öffentlichen Raum entfernen, wie es am Donnerstag in einer Mitteilung heisst. Man folge damit den Empfehlungen einer Projektgruppe unter Einbezug der Denkmalpflege und des Stadtarchivs. Diese fasste im Sommer 2020 den Auftrag, eine Auslegeordnung zum Thema zu entwickeln, nach zahlreichen Schreiben aus der Bevölkerung.

Der Stadtrat will die Zeitzeichen im Einzelfall prüfen. Wenn die rassistische oder diskriminierende Wirkung nicht verhindert werden könne, sollen diese entfernt werden. Das ist bei zwei Liegenschaften im Niederdorf der Fall. «Zum M***tanz» und «Zum M***kopf» sollen noch dieses Jahr verschwinden. Zudem soll eine Plakette mit dem Titel «Zum kleinen M***kopf» an der Predigergasse angepasst werden.

Aktiv auf Eigentümer zugehen

Bei Liegenschaften in privatem Besitz habe die Stadt keine direkten Eingriffsmöglichkeiten. Die Stadt will aber aktiv auf die Eigentümer zugehen. Nicht entfernt, aber kontextualisiert werden die Darstellungen in der denkmalgeschützten Aula im Schulhaus Hirschengraben. Die Darstellungen repräsentieren die im 19. Jahrhundert weit verbreitete exotisierende Zurschaustellung fremder Völker. Nun wird geprüft, welche Massnahmen es braucht, damit die Darstellungen nicht als unhinterfragte Normalität dastehen. Das nehme allerdings etwas Zeit in Anspruch.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Rassismus betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Beratungsnetz für Rassismusopfer

GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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