Kino-Flatrate: Zum Pauschalpreis ein ganzes Jahr ins Kino
Aktualisiert

Kino-FlatrateZum Pauschalpreis ein ganzes Jahr ins Kino

Die Kinokette Cinemaxx hat die erste Kino-Flatrate Deutschlands vorgestellt. In der Schweiz ist eine Jahreskarte zum Fixpreis kein grosses Thema.

Inhaber der «Goldcard» können zum Preis von umgerechnet 376 Franken ein ganzes Jahr lang so oft in Cinemaxx-Kinos gehen wie sie wollen.

Damit sich die Karte lohnt, müsste ein Kinobesucher rund dreimal im Monat davon Gebrauch machen. Primäres Ziel der Cinemaxx-Kette ist es, mit dieser Karte neue Stammkunden zu gewinnen. Doch die deutsche «Financial Times» bezweifelt, dass die Goldcard die Krise des deutschen Kinowesens stoppen kann: Kämpfen diese doch durch den Siegeszug der DVD und die rasant zunehmende Internet-Piraterie bereits seit geraumer Zeit mit rückläufigen Besucherzahlen.

Arne Schmidt, Pressesprecher bei Cinemaxx, umreisst die Zielgruppe des neuen Angebots folgendermassen: «Die Flatrate ist ein neues Angebot, das vor allem für die Heavy-User unter den Kinogehern gedacht ist. Mit der Goldcard wollen wir denjenigen ein neues Instrument zur Hand geben, für die der Kinobesuch eine wichtige Freizeitleidenschaft darstellt», sagt er gegenüber pressetext.de. Und führt aus: «Bis zum jetzigen Zeitpunkt hat sich kein Kinobetreiber getraut, ein derartiges Modell anzubieten.»

Cinemaxx geht mit der Flatrate neue Wege in schwierigen Zeiten: Laut der Berliner Filmförderanstalt gingen die Einnahmen der deutschen Kinos im Vergleich zum Vorjahr um 5,7 Prozent zurück und es kamen rund acht Prozent weniger Besucher in die Kinos.

In der Schweiz zeigte bisher einzig die Kinokette «Pathé» ein Interesse an einer (Quasi-)Flatrate für Kinobesucher. In Lausanne gibt es den sogenannten «Pass Pathé», den der Kinogänger für 420 Franken pro Jahr erwerben kann. Eine Vorstellung kostet dann noch 10 Franken. Im Endeffekt also doch nur ein besseres Abonnement? Der Versuch der Pathé-Kinokette ist auf ein Jahr terminiert.

Für die Zürcher Arthouse Commercio Movie AG ist eine Flatrate-Karte laut Geschäftsführer Beat Käslin «kein Thema». «Wir finden es nicht sinnvoll, ein solches Produkt zum Discount-Tarif zu verkaufen. Im Vergleich zu anderen Freizeit- und Unterhaltungsangeboten ist der Kinopreis immer noch relativ günstig», sagt Käslin gegenüber 20 Minuten Online. Ausserdem betont Käslin, dass die Arthouse Commercio Movie AG bereits über eine Kundenkarte verfügt, die verbilligten Eintritt ermöglicht.

Auf die Frage, ob er etwas von der «Kino-Krise» merke, sagte Käslin: «Wir spüren das dank unseren Studiofilmen glücklicherweise weniger. Wir haben ein sehr treues Stammpublikum, auf das wir unser Programm auch ausrichten.»

Die Medien-Verantwortlichen der Kitag Kino-Theater AG, dem grössten Schweizer Kinobetreiber, waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

(tom)

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