Aktualisiert 25.06.2014 07:42

Sudan

Zum Tode verurteilte Christin erneut verhaftet

Die 27-jährige Mariam Jahia Ibrahim Ischag hat das Gefängnis erst gestern verlassen dürfen. Jetzt wurde sie erneut festgenommen, als sie das Land mit ihrem Mann verlassen wollte.

von
kko

Erst gestern Montag erreichten uns gute Nachrichten von der im Sudan zum Tode verurteilten Christin: «Mariam wurde vor einer Stunde freigelassen», sagte einer ihrer Anwälte in Khartum. Ein sudanesisches Berufungsgericht hatte ihre Freilassung angeordnet.

Nur einen Tag später wurde die 27-Jährige jetzt wieder verhaftet. Das sagten ihre Anwälte am Dienstag gegenüber dem US-Sender CNN.

Demnach haben Beamte Mariam Jahia Ibrahim Ischag, ihren Ehemann Daniel Wani und ihre zwei Kinder auf einem Flughafen in der Hauptstadt verhaftet, als diese versuchten, das afrikanische Land zu verlassen. Über die Gründe der Festnahme ist bisher nichts bekannt. Die Behörden wollten darüber eigentlich heute informieren.

Todesurteil und 100 Peitschenhiebe

Ischag war Mitte Mai wegen «Abfalls vom islamischen Glauben» zum Tod durch Erhängen sowie zu 100 Peitschenhieben wegen ausserehelichen Geschlechtsverkehrs verurteilt worden. Die während des Verfahrens schwangere Frau gebar wenige Wochen nach dem Urteil eine Tochter - ohne medizinische Hilfe und in Fussketten.

Die 27-Jährige war wegen der weitgehenden Abwesenheit ihres muslimischen Vaters von ihrer Mutter als Christin erzogen worden und hatte einen Christen geheiratet. Diese Verbindung wird im Sudan nicht anerkannt.

Nach der im Sudan geltenden Scharia - der islamischen Rechtsprechung - wird jeder als Muslim betrachtet, der mindestens einen muslimischen Elternteil hat.

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